Stadt, die Jüdische Gemeinde und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit erinnern am 9. November an die von den Nationalsozialisten ermordeten Wiesbadener Juden.

Zwischen dem 7. und 10. November 1938 brannten in ganz Deutschland die Synagogen. Auch jene in der Wiesbadener Innenstadt und in den Vororten wurden geplündert und zerstört. Viele Juden standen am Rande der Existenz. Jüdische Einrichtungen, Häuser und Geschäfte wurden heimgesucht. Seit 1954 findet alljährlich am 9. November das Gedenken an die Reichspogromnacht in Wiesbaden statt, überwiegend am Michelsberg, dem Standort der dort 1938 zerstörten Synagoge.

El Male Rachamim

Oberbürgermeister Sven Gerich wird für die Landeshauptstadt Wiesbaden sprechen. Umrahmt wird das Programm durch  Schüler der Carl-von-Ossietzky-Schule und Jugendliche des Jugendzentrums „Oz“ der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden. Anschließend werden Gedenkkerzen für die sechs Millionen Opfer der Schoah angezündet. Es folgen das Kaddisch, gesprochen von Dr. Jacob Gutmark und der Vortrag des Psalm 23 und des Gebets El Male Rachamim durch Dr. Martin Pam. Zum Abschluss sind die Besucher eingeladen, Gedenkkerzen zu entzünden.

(Reichs-)Kristallnacht, Progromnacht

Die Novemberpogrome 1938 – bezogen auf die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 auch (Reichs-)Kristallnacht oder Reichspogromnacht genannt – waren vom nationalsozialistischen Regime organisierte und gelenkte Gewaltmaßnahmen gegen Juden im gesamten Deutschen Reich.

Vom 7. bis 13. November 1938 wurden dabei etwa 400 Menschen ermordet oder in den Suizid getrieben. Über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Ab dem 10. November wurden ungefähr 30.000 Juden in Konzentrationslagern inhaftiert, von denen Hunderte ermordet wurden oder an den Haftfolgen starben.

Die Pogrome markieren den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden seit 1933 zur systematischen Verfolgung, die knapp drei Jahre später in den Holocaust mündete.

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