Stadt, die Jüdische Gemeinde und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit erinnern am 10. November an die von den Nationalsozialisten ermordeten Wiesbadener Juden.

Zwischen dem 7. und 10. November 1938 brannten während der Reichsprogromnacht in ganz Deutschland die Synagogen. Auch die Wiesbadener Synagoge in der Innenstadt sowie die Synagogen in den Vororten wurden geplündert und zerstört.

Gedenkfeier, kurz gefasst

Erinnernan die Zeit vom 7. und 10. November 1938
Wann:
Samstag, 10. November 2018, 19:00 Uhr
Wo: Gedenkstätte Synagoge am Michelsberg, Gedenkstätte Michelsberg, Coulinstraße, 65183 Wiesbaden

Viele Juden standen am Rande ihrer Existenz. Jüdische Einrichtungen, Häuser und Geschäfte wurden mutwillig und zerstörerisch heimgesucht. Seit 1954 findet alljährlich am 9. November das Gedenken an die Gräultaten in Wiesbaden statt. Wegen dem jüdischen Sabbat, dem Tag der Ruhe findet das Gedenken in diesem Jahr auf dem Grundriss der Gedenkstätte an der Coulinstraße einen Tag später, am 10. November statt.

El Male Rachamim

Stadtverordnetenvorsteherin Christa Gabriel wird für die Stadt und Dr. Jacob Gutmark für den Vorstand der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden sprechen. Umrahmt wird das Programm durch Schüler des Leistungskurses Geschichte der Carl-von-Ossietzky-Schule Wiesbaden, durch den Oberstufenkurs Jüdische Religion der Diltheyschule Wiesbaden sowie durch Jugendliche des Jugendzentrums „Oz“ der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden. Anschließend werden symbolisch für die sechs Millionen Opfer der Schoah sechs Gedenkkerzen angezündet. Es folgen das Kaddisch, gesprochen von Dr. Gutmark und der Vortrag des Psalm 23 und des Gebets „El Male Rachamim“ durch Dr. Martin Pam von der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden.

Eine andere Gedenkveranstaltung findet in Biebrich statt. Der Ortsbeirat lädt am Samstag, 10. November, 17 Uhr, zu einer Gedenkveranstaltung der Verwüstung der jüdischen Synagoge in die Rathausstraße 37 ein.

(Reichs-)Kristallnacht, Progromnacht

Die Novemberpogrome 1938 – bezogen auf die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 auch (Reichs-)Kristallnacht oder Reichspogromnacht genannt – waren vom nationalsozialistischen Regime organisierte und gelenkte Gewaltmaßnahmen gegen Juden im gesamten Deutschen Reich. Dabei wurden vom 7. bis 13. November 1938 viele  Menschen ermordet oder in den Suizid getrieben. Über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Ab dem 10. November wurden ungefähr 30.000 Juden in Konzentrationslagern inhaftiert, von denen Hunderte ermordet wurden oder an den Haftfolgen starben.

Die Pogrome markieren den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden seit 1933 zur systematischen Verfolgung, die knapp drei Jahre später in den Holocaust mündete.

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