Salzbachtalbrücke: Die seit Monaten gesperrte marode Brücke der Autobahn 66 liegt in Trümmern auf dem Boden. 220 Kilogram Sprengstoff haben sie dem Erdboden gleich gemacht.

So ein Medienrummel gibt es selten in Wiesbaden. Mehr als 200 Journalisten hatten sich angemeldet, um die Sprengung der Salzbachtalbrücke live vor Ort mit zu verfolgen.  Es war nicht irgendeine Sprengung, die sich da von Freitagabend an angebahnt hatte. Eine Sprengung, die neben den Journalisten vielfach Menschen zusammenkommen ließ, um das Ende eines Glanzstücks deutscher Baugeschichte zu feiern. Wie es dazu kommen konnte, dass die Brücke derart vernachlässigt wurde und wie es zu den planerischen Fehlern gekommen sei, danach fragte heute keiner mehr. Die Autobahn GmbH, die sich jüngst der Aufgabe gestellt und die Verantwortung Anfang des Jahres von hessen mobil übernommen hat, trifft hier kaum eine Schuld. So ist die Frage nach der Inszenierung obsolet.

Medienereignis des Jahres

Man sich natürlich schon fragen muss, warum Straßenbauer so eine Gelegenheit nutzen, um sich in der gezeigten Form zu präsentieren. Billig, so sind sich die Experten einig, wird die ganze Sache nicht gewesen sein. Der Hessischer Rundfunk, der sein gesamtes Material im Pool allen anderen Medienvertretern zur Verfügung gestellt hat, geht von Produktionskosten in Höhe von Round about 200000 Euro aus. Wenn Doku TV es richtig gemacht hat, dann sollte der „Dienstleister“ der Autobahn GmbH auf ebensolche Kosten gekommen sein. In der abschließenden Pressekonferenz hat Mandy Burlaga die Frage nach den Kosten überhört. In ihrer Antwort auf die zwei-teilige-Nachfrage eines Journalisten von Welt TV konzentrierte sie sich auf das fehlende Clean-Signal, für das sie sich entschuldigte. Dass sei auf ein Missverständnis zwischen dem hr und der Autobahn GmbH zurückzuführen gewesen. Das entstandebne Material, das allen zur Verfügug gestellt wurde, sollte das jedoch entschädigen. Danke!
Aus die erneute Nachfrage des Redakteurs antwortete sie dann in etwa, dass die Kosten dafür im Vergleich zum Gesamtprojekt doch eher marginal seien und das die in der Gesamtbetrachtung sicher nicht ins Gewicht falle.

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Sprengung der Salzbachtalbrücke (Stream FR Fernsehen)

Salzbachtalbrücke: Was vorher geschehen ist

Evakuierung des Wiesbadener Tierheims

Nicht das ganze, aber doch ein Teil des vom Wiesbadener Teirschutzverein betriebenen Tierheims befindet sich innerhalb der 250 Meter weiten Sperrzone rund um die Salzbachtalbrücke. Soweit möglich wurden Hunde, Katzen und Kleintiere aus der Evakuierungszone verlegt und zum Teil andernorts etwa in Frankfurt untergebracht. Viele Tiere, die während der Sprengung im Tierheim bleiben, werden von Pflegern medizinisch betreut. Außengehege werden wegen der hohen Staubentwicklung abgedeckt, Rollläden in den Hundehäusern geschlossen und die Außengehege im Katzenbereich mit Planen abgedeckt, berichtet der Hessische Rundfunk.

Bild oben ©2021 Volker Watschounek

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Offizielle Informationen zur Salzbachtalbrücke finden Sie auf der Internetseite der Auotobahn GmbH.

 

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