Die Entscheidung für ein Rad ist gefallen. City-Bikes, Trekking-Räder, Mountainbikes, Rennräder, E-Bikes: Bei der Auswahl haben es Einsteiger schwer, die richtige Wahl zu treffen. 

Ganz am Anfang steht die Nutzung. Wofür brauchen Sie das Fahrrad. Was möchten sie tun? Möchten Sie sich mit Freunden für längere Radtouren verabreden? Damit bei schönem Wetter morgens zur Arbeit fahren? Es nur für schnelle Besorgungen in der Stadt einsetzen? Nur auf der Straße oder asphaltierten Wegen unterwegs sein – oder auch mal im unwegsamen Gelände? Bevor sie ins Geschäft gehen, sollten sie sich gut überlegen, auf welche Weise Sie Ihr Rad am häufigsten nutzen möchten und ob das bestimmte Fahrräder ausschließt, weil es im Einsatzgebiet deutliche Einschränkungen mit sich bringt.

Der Preis hat ebenfalls einen Einfluss auf die Entscheidung. Je nach Typ und Modell gibt es deutliche Preisunterschiede. Während günstige Bikes schon im mittleren dreistelligen Bereich erhältlich sind, können für hochwertige Luxus-Varianten Preise jenseits der tausend Euro fällig werden.

Andererseits ist das Fahrrad für einige Menschen womöglich so etwas wie eine Art Statussymbol. Das gilt vor allem dann, wenn das Radfahren zu einem intensiven und womöglich gemeinsam mit anderen Menschen betriebenen Hobby wird. Neben der Tauglichkeit für die individuellen Ansprüche spielen in diesem Fall sicherlich kleinste technische und hochmoderne Details eine Rolle, während der Preis eher nachrangig ist.

Senior woman riding city bike in town

City-Bikes eignen sich für eine unkomplizierte Alltagsnutzung in der Stadt. Foto Adobe Stock © goodluz / 175581692

Das City-Rad

City-Bikes sind für Personen ideal, die gerne eine einfache Variante des Fahrrads in ihrem Alltag, vor allem in der Stadt, nutzen möchten. Dabei liegt der Fokus nicht auf sportlicher Betätigung, sondern darauf, auf ein alternatives Verkehrsmittel setzen zu können. Da immer mehr Menschen diese Möglichkeit nutzen möchten, gewinnt der Aspekt an Bedeutung, wie hierfür in Form einer sinnvollen Radinfrastruktur in Städten eine gute Basis geschaffen werden kann.

Diesbezügliche Mängel, die laut dem Fahrradklima-Test des ADFC aus dem Jahr 2020 in einigen urbanen Räumen bestehen und in logischer Konsequenz korrigiert werden sollten, liegen unter anderem in den Bereichen gefühlte Sicherheit sowie Beschaffenheit und Größe der Radwege. Darüber hinaus benötigt eine gute Radinfrastruktur in Städten sichere Stellplätze mit Überdachung und Beleuchtung. City-Bikes wiederum bieten eine einfache Ausstattung, die neben diesen Grundlagen der Infrastruktur ein komfortables Radeln in der Stadt möglich macht. Dazu gehören eine Klingel sowie die Beleuchtung. Die City-Räder erfüllen die Kriterien, die laut Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung notwendig für das Fortbewegen im Verkehr notwendig sind.

Darüber hinaus ist dieser Typ des Fahrrads relativ einfach gehalten. Oftmals bietet die Gangschaltung 3, 7 oder 8 Gänge. Zusätzlich haben die Räder neben einer Handbremse eine Rücktritt-Bremse (§ 65 der StVZO schreibt zwei Bremsen vor), die gerade unerfahrenen Radlern das Fahren in der Stadt erleichtert, da sie zum Beispiel während des Bremsvorgangs komfortabel Handzeichen geben können.

Auch preislich sind City-Bikes optimal für Personen, die weniger Wert auf technische Details legen, geeignet. Günstige Modelle gibt es bereits unter 400 Euro, hochwertigere liegen bei einem Preis von knapp unter 1000 Euro.

Das Trekking-Rad

Womöglich möchte der Verbraucher alternativ ein Rad nutzen, welches ihm viele verschiedene Optionen offenlässt und einen flexiblen Einsatz ermöglicht. In diesem Fall ist ein Trekking-Rad ein geeignetes Modell.

Dieser Fahrrad-Typ, der mit einem stabilen Rahmen aufwartet, wurde entwickelt, um längere Radtouren unternehmen zu können. Somit ist ein Trekking-Rad zum Beispiel für einen Sonntags-Ausflug mit der Familie in einem ländlichen Gebiet, das über Waldwege oder Schotter führt, gut geeignet.

Damit für den Fahrer bei längeren Strecken Komfort gegeben ist, verfügen die Bikes oftmals über einenbequemen Sattel. Der Proviant für eine solche Tour kann auf dem Gepäckträger untergebracht werden.

Andererseits sind die Trekking-Räder auf Asphalt, also in der Stadt, ebenfalls einsetzbar. Daher können sie zusätzlich als Fortbewegungsmittel für den Alltag dienen. Trekkingräder gibt es bereits in einem Preisrahmen im unteren bis mittleren dreistelligen Bereich.

Das Mountainbike

Das Mountainbike blickt mittlerweile auf eine knapp 40-jährige Geschichte zurück. Auf den Markt gebracht wurde es zu Beginn der 80er-Jahre, an der Entwicklung und Markteinführung war unter anderem Mike Sinyard beteiligt.

Daisy flower beside a mountain road with a biker passing in mountan bike

Mountainbikes sind ideal für sportliche Aktivität in unwegsamen Gelände. Foto Adobe Stock © michelangeloop / 217643802

Aufbau und Zweck des Fahrradtyps

Über die Jahre hat sich dieser Fahrrad-Typ immer weiterentwickelt, zum Beispiel durch moderne Federsysteme und Scheibenbremsen. Erfunden wurde das Modell, um in unwegsamem Gelände gut und komfortabel fahren zu können.

Daher haben Mountainbikes dickere bzw. breitere Reifen mit tieferen Profilen als andere Räder. Die Federung ermöglich ebenfalls Fahrkomfort in ländlichen Gebieten ohne Asphaltierung. Nachteilig wiederum sind diese Elemente in der Stadt, wo das Mountainbike schwerfälliger und weniger flexibel ist – bezüglich der Federgabel gilt dies vor allem für die weicheren Einstellungen.

Eignung für Freizeit und Sport

Dieser Typ des Rades ist infolgedessen für Verbraucher geeignet, die ihr Bike hauptsächlich zum Sport in unwegsamem Terrain nutzen möchten. Es dient also mehr dem Hobby als der einfachen Fortbewegung im Alltag in einem städtischen Gebiet.

Licht und Klingel müssen in den allermeisten Fällen zusätzlich gekauft werden. Mountainbikes entsprechen also in ihrer Grundausstattung nicht den Anforderungen der StVZO. Die Kosten für ein gutes Mountainbike liegen im vierstelligen Bereich.

Das Rennrad

Rennräder bestechen vor allem durch ein niedriges Gewicht. Grund dafür ist ihr Hauptzweck: Das schnelle Fortbewegen auf möglichst glattem Untergrund. Um dieses Ziel zu erreichen, besteht der Rahmen eines solchen Rades aus leichten Metallen: Dazu gehören vor allem: Aluminium, Carbon sowie Titan.

Darüber hinaus wird beim Bau auf Schutzbleche und Licht verzichtet – Letzteres hat zur Folge, dass das Rad im Straßenverkehr nur begrenzt, also bei Tageslicht, einsetzbar ist. Aufgrund der dünnen Reifen bestehen für unwegsamen Untergrund wie Waldboden oder Schotter ebenfalls stark eingeschränkte Nutzungsmöglichkeiten.

Aus diesen Gründen sind die Rennräder vor allem für Personen geeignet, die sie ausschließlich als Sportgerät nutzen möchten. Für den Alltag sowie für komfortable Touren sind andere Modelle deutlich passender.

Rennräder sind für Preise im hohen dreistelligen bis mittleren vierstelligen Bereich erhältlich. Ausschlaggebend für die konkreten Anschaffungskosten ist vor allem das Material, aus dem der Rahmen des Bikes gebaut wurde. Modelle, die auf Carbon basieren, sind in deutlich höheren Preisklassen angesiedelt.

Close up of battery of an E-Mountainbike

E-Bikes gibt es in verschiedenen Ausführungen. © Foto mmphoto © 142272377

Herkömmliches Fahrrad vs. E-Bike

Neben der Entscheidung für einen bestimmten Rad-Typ stehen Verbraucher vor der Frage, ob ein herkömmliches Rad oder ein E-Bike für sie passender ist. Erfunden wurde das Prinzip des Elektrofahrrades bereits im vorletzten Jahrhundert.

In Deutschland erleben E-Bikes seit einigen Jahren einen besonderen Boom. Dies zeigt sich anhand von Absatzzahlen der Jahre 2011 bis 2021. In diesem Zeitraum hat sich der Wert mehr als versechsfacht. Elektroräder gibt es mittlerweile in verschiedenen Ausführungen, unter anderem als City-Bike oder Mountainbike.

Vorteile des E-Bikes

Dabei besticht das E-Bike durch einige Vorteile. Durch die Unterstützung des elektronischen Antriebs besteht für den Fahrer die Möglichkeit, schneller voranzukommen. Gerade die Beschleunigung ist deutlich intensiver als bei einem herkömmlichen Fahrrad.

Gleichzeitig wird weniger körperliche Kraft benötigt. Daher ist das E-Bike vor allem für Personen geeignet, die sich beim Radfahren nicht überanstrengen möchten oder aufgrund von körperlichen Einschränkungen nicht so viel sportliche Leistung abrufen können. Das gilt unter anderem für:

  • Menschen, die mit dem Rad zur Arbeit fahren und nicht völlig verschwitzt bei ihrem Job ankommen möchten,
  • Senioren, die aktiv bleiben möchten
  • sowie Personen, die das Radfahren langsam (wieder) beginnen möchten.

Vorteile des herkömmlichen Rades im direkten Vergleich

Auf der anderen Seite haben herkömmliche Fahrräder einige Vorteile gegenüber dem E-Bike. Da sie mit reiner Körperkraft betrieben werden, benötigen sie gar keinen Strom, sind also noch ein wenig umweltfreundlicher.

Darüber hinaus sind herkömmliche Fahrräder oftmals günstiger. Die Kosten für ein Elektrorad liegen in den allermeisten Fällen im deutlichen vierstelligen Bereich. Schlussendlich benötigt ein herkömmliches Rad keine Aufladung, weshalb es zu jedem Zeitpunkt ohne längeres Warten genutzt werden kann.

Natürlich hat der Fahrer auch bei einem E-Bike die Möglichkeit, es ohne elektrische Unterstützung zu bewegen. Allerdings ist dies deutlich anstrengender, da Elektroräder in den allermeisten Fällen schwerer sind als Modelle ohne zusätzlichen Antrieb.

Fazit

Jeder Fahrrad-Typ hat eine Reihe von individuellen Vorteilen. Während City-Bikes vor allem für die alltägliche Nutzung in der Stadt geeignet sind, bieten Trekking-Räder eine umfangreiche Flexibilität. Mountainbikes und Rennräder eignen sich weniger für die Nutzung im Alltag, dafür aber für sportliche Aktivität: Erstere in unwegsamem Terrain, zweitere auf dem Asphalt. Schlussendlich müssen Verbraucher abwägen, ob die Charakteristika eines E-Bikes in ihrem Alltag eher Vor- oder Nachteile mit sich bringen.

Foto oben © Adobe Stock, © stockphoto-graf / 169377231

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Die erste Adresse für alle Radfans im Netz: www.radfahren.de.

 

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