Zuerst der Handkäs-Stand, danach Holzkunst Machemer. Die ersten Händler haben ihre Stände geschlossen – andere hoffen darauf, dass die Stadt den Sternschnuppenmarkt schließt. 

Fange wir vorne an… Zuerst der Kinder-Sternschnuppenmarkt und einen Tag danach der Sternschnuppenmarkt. Seit dem 23. November bespielen die beiden Wiesbadener Weihnachtsmärkte gemäß den Vorgaben der Coronavirus-Schutzverordnung (CoSchuV) das Areal rund um das Wiesbadener Rathaus sowie den Luisenplatz. Das Corona-konforme Konzept sieht die Trennung des Kunsthandwerkerbereichs und des abgetrennten Gastronomie-Bereiches unter 2G-Vorgabe vor. Ist der Verzehr von Speisen im offenen Bereich nicht gestattet, gilt anders als im 2G-Bereich eine Maskenpflicht. Allein auf Basis dieser gravierenden Einschränkungen konnten die Märkte genehmigt werden – am Eröffnungstag für maximal 3500 Besucher.

Besucherzahl als Findungsprozess

Mehreren Kontrollen vonseiten des Gesundheitsamts offenbarten massive Menschenanhäufungen im Gastro-Bereich, sodass schnell nachgebessert wurde. Aus infektiologischer Sicht konnte die maximale Besucherzahl nicht länger vertreten werden. Auf dem Weg eine für alle Beteiligten zu vertretende Besucherzahl zu finden, wurde diese für den Gastro-Bereich deutlich reduziert. Nach der Neufassung der Corona-Schutzverordnung mussten die Rahmenbedingungen immer wieder neu – teilweise tagesaktuell – angepasst werden. Mit maximal 800 Besuchern war der Tiefststand erreicht. Inzwischen dürfen wieder mehr Besucher in den abgetrennten Bereich. Darüber hinaus haben immer wieder Abstimmungsgespräche mit den Beschickern stattgefunden, um gemeinsame neue Lösungen zur Aufrechterhaltung des Sternschnuppenmarktes zu finden.

Geschlossene Stände

Mit dem zurzeit umgesetzten Marktkonzept seien die Beschicker teils zufrieden, teils unzufrieden, so die Stadt in einer Mitteilung am Mittwoch. Ein Beschicker kündigte an, dass er aus wirtschaftlichen Gründen sein Angebot nicht länger aufrechterhalten könne, weshalb er seine Stände schließen werde, heißt es weiter. Das das Team der Frankfurter Handkäs-Crew hat bereits am Samstag ihren Stand aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Das viele Besckicker im 2G-Bereich enorme  wirtschaftliche Einbußen hinnehmen, wird damit klein geredet, dass es auch Stände gibt, die wirtschaftlich betrieben werden können. Bis dato sind es vier Stände, die jetzt mit geschlossenen Läden auf dem Sternschnuppenmarkt stehen.

260000 Euro Unterdeckung

Vermessen wirkt es, wenn die Wiesbaden Congress & Marketing GmbH (WICM) wegen der Absagen von 38 Marktbeschickern Mindereinnahmen in Höhe von 105000 Euro ausweist, und außerdem auf Pandemie-bedingte  Zusatzkosten hinweist, und darauf, dass der unter 2G-Bedingungen umgesetzte Sternschnuppenmarkt 2021 zu einer Unterdeckung in Höhe von voraussichtlich 234751 Euro (Stand 10. Dezember) führen wird. Von einer Unterdeckung betroffen ist auch der Kinder-Sternschnuppenmarkt; dort entsteht vermutlich eine Verlust in Höhe von 30000 Euro.

Auf Grundlage der aktuell geltenden Markt- und Marktgebührensatzung der Landeshauptstadt Wiesbaden vom 17. Dezember 2019 betragen die Standgebühren des Sternschnuppenmarktes in diesem Jahr Summe 234470 Euro – Standgebühren 229210 Euro, Kühlwagen 4200 Euro, Stehtische 1060 Euro. Die Einnahmen dienen der Kostendeckung aller Maßnahmen des Sternschnuppenmarktes, unter anderem: Weihnachtsbaum; Lilien-Weihnachtsbeleuchtung; Infrastruktur (Strom, Wasser, sanitäre Anlagen etc.); Bühnentechnik; GEMA-Gebühren, Sicherheitstechnik (Brandschutz, Security, Sanitätsdienst); Unterhaltungsprogramm, Marketingmaßnahmen.

Standgebühren

Als Standgebühr werden gemäß Marktgebührensatzung zum Beispiel im Gastro-Bereich 250 Euro pro Quadratmeter berechnet. Für einen Gastro-Stand mit einer Fläche von 6 mal 3 Meter beträgt die Standgebühr für die Zeit vom 23. November bis zum 23. Dezember folglich 4500 Euro. Die Gewerbetreibenden haben die fällige Standgebühr bereits vollständig entrichtet. Die Ermittlung des wirtschaftlichen Endergebnisses des Sternschnuppenmarktes ist für Ende Januar 2022 zu erwarten.

Eine Frage für die Stadtverordneten

Es ist beabsichtigt, die Gesamtbewertung im Rahmen einer Sitzungsvorlage der Stadtverordnetenversammlung vorzulegen, in deren Rahmen dann auch über eine (teilweise) Rückerstattung der Standgebühren – im Wege einer Änderung der Marktgebührensatzung – entschieden werden könnte. Wobei zu berücksichtigen ist, dass der Wirtschaftsplan der WICM/TriWiCon eine Rückerstattung der Standgebühren wie auch die Corona bedingten Zusatzkosten nicht abdeckt. Sollte die Stadtverordnetenversammlung gleichwohl schon jetzt die Standgebühren reduzieren wollen, wurden den Fraktionen über den Bericht Formulierungshilfen zur Verfügung gestellt, um die Marktsatzung und Marktgebührensatzung entsprechend zu ändern.

Foto oben ©2021 Volker Watschounek

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Die offizielle Internetseite zum Sternschnuppenmarkt finden Sie unter unter www.wiesbaden.de.

 

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