Landtagspräsidentin Astrid Wallmann: „Kriegsgräberstätten sind uns eine Mahnung für Frieden und Völkerverständigung. Die Pflege der Erinnerungskultur braucht unsere tatkräftige Unterstützung.“

Benefizkonzert: Ein gelungener Abend mit Klängen der Kammermusik, dargeboten vom Heeresmusikkorps Kassel der Bundeswehr, bildete den Auftakt für eine Spendenaktion, die der so wichtigen Pflege der Erinnerungskultur dient: Landtagspräsidentin Astrid Wallmann (CDU) und der Landesvorsitzende des Volksbundes Hessen, Staatsminister a. D. Karl Starzacher, begrüßten am Mittwoch im Hessischen Landtag die Gäste zum Benefizkonzert für den Landesverband Hessen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V..

„Kriegsgräberstätten sind stumme Zeugen für die Schrecken der Kriege. Sie sind Orte der Erinnerung, des Gedenkens und des Lernens. Und sie sind uns eine Mahnung für Frieden und Völkerverständigung.“Landtagspräsidentin Astrid Wallmann

Die Landtagspräsidentin, die zugleich auch neue Schirmherrin des Volksbundes Hessen ist, betonte, dass die Arbeit des Volksbunds dabei helfe, die Stätten zu erhalten und den dahinter verborgenen Schicksalen ein Gesicht zu geben. Als Schirmherrin des Volksbundes Hessen unterstütze sie aus voller Überzeugung die vielfältige und wichtige Arbeit des Vereins. Denn die Pflege der Erinnerungskultur braucht unsere tatkräftige Unterstützung – auch in Form von Spenden. Das Benefizkonzert bildet den Auftakt für die diesjährige Straßen- und Haussammelaktion. Für den Volksbund sind Spenden von besonderer Bedeutung, da die Mitgliederzahlen seit vielen Jahren stark rückläufig sind. Gerade nach der zweijährigen, durch die Pandemie bedingten Zwangspause, freut es mich besonders, dass wir an die langjährige Tradition des Benefizkonzertes endlich wieder anknüpfen können. Und ich hoffe, dass wir in diesem Jahr ein hohes Spendenaufkommen für den Verein erzielen können.

„Die Formen der Erinnerung und die Auseinandersetzung mit den Ursachen und Folgen wandeln sich, die Verpflichtung der Zivilgesellschaft, an dieser Aufgabe nicht nur passiv Anteil zu nehmen, sondern sich aktiv zu beteiligen, bleibt.“ – Karl Starzacher

Der Landesvorsitzende des Volksbundes Hessen, Staatsminister a. D. Karl Starzacher, ergänzte, dass die Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewalt eine gesellschaftliche Aufgabe sei. Im Fall der Kriegsgräber im In- und Ausland werde diese maßgeblich durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. gestaltet. Die Formen der Erinnerung und die Auseinandersetzung mit den Ursachen und Folgen würden sich wandeln. Die Verpflichtung der Zivilgesellschaft, an dieser Aufgabe nicht nur passiv Anteil zu nehmen, sondern sich aktiv zu beteiligen, bleibe. Damit diese Arbeit fortgesetzt werden kann, ist der Volksbund auf das Ergebnis der jährlichen Sammlungen angewiesen. Zu diesen Ergebnissen zählen die Einnahmen des Benefizkonzerts des Heeresmusikkorps Kassel, die zum Auftakt der diesjährigen Sammlung wieder im Hessischen Landtag spielten. Wir freuen uns, dass dies nach zwei Jahren Pause nun wieder möglich war, so Starzacher weiter.

„Das Heeresmusikkorps Kassel ist eine ganz besondere musikalische Institution. Mit dem Kammermusikkonzert bot es erneut einen wunderbaren Rahmen für diese Auftaktveranstaltung. Ich danke allen teilnehmenden Musikern, unter der Leitung von Oberstleutnant Tobias Terhardt, dass Sie uns heute mit ihren musikalischen Darbietungen diesen wunderbaren Abend im Landtag ermöglichten.“Landtagspräsidentin Astrid Wallmann

Astrid Wallmann dankte im Rahmen von dem Benefizkonzert allen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern, ohne deren Einsatz die wichtige Arbeit des Volksbundes nicht möglich wäre. Besonders wertvoll sei auch, dass der Volksbund eine sehr aktive Jugend- und Bildungsarbeit mit dem Ziel der Friedenserziehung betreibt. Die Werte von Freiheit und Demokratie müssen immer wieder neu vermittelt werden.

Hintergrund

Die staatliche Verpflichtung, sich um den Erhalt und die Pflege von Kriegsgräbern zu kümmern, ist in Deutschland Aufgabe des gemeinnützigen Vereins Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Auch in Hessen gibt es dafür einen eigenen Landesverband. Der Volksbund Hessen setzt sich für die Vermittlung der von Kriegsgräberstätten ausgehenden Botschaft gegen Krieg und Gewaltherrschaft ein. Der Volksbund engagiert sich auch in der Jugend-, Schul- und Bildungsarbeit. Mit seiner Arbeit macht der Verein auf die ca. 1052 Kriegsgräber(-stätten) mit den über 61000 Gräbern in Hessen aufmerksam. Im Jahr 2001 hatte der Volksbund (Gesamtverband) noch rund 242000 Mitglieder, davon lebten circa 22000 Mitglieder in Hessen. Im Jahr 2019 waren es bundesweit nur noch gut 82000 Mitglieder (hessenweit: rund 8000). Neue Mitglieder werden zwar geworben und hinzugewonnen, doch nicht in dem Maße wie langjährige Mitglieder aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters oder Todes aus demVerein ausscheiden.

Sie hatten gestern keine Gelegenheit in Wiesbaden mit dabei zu sein und möchten die Deutsche Kriegsgräberfürsorge unterstützen, zum Beispiel mit einer Spende? Nähere Informationen dazu finden Sie im Internet unter www.volksbund.de.

Bild oben ©2022 Volker Watschounek

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Die Internetseite des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge finden Sie unter www.volksbund.de.

 

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