Mit der Veranstaltungsreihe „Wir leben Freiheit“ erinnert die Landesregierung an den Mauerfall vor 30 Jahren. Fand der Auftakt in Gießen statt, erinnerten Schüler an den Beginn des Mauerbaus in Wiesbaden.

Mauerfall? Hätten Sie es gewusst? Am 13. August 1961 haben Arbeiter unter dem Schutz der russischen Streitkräfte damit angefangen, mit dem Bau der Mauer die ostdeutsche Sektorengrenze zu manifestieren. Knapp zwei Monate vorher äußerte sich der DDR-Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht wie folgt: Ich verstehe Ihre Frage so: Dass es Menschen in Westdeutschland gibt, die wünschen, dass wir die Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR mobilisieren, um eine Mauer aufzurichten, ja? Eh, mir ist nicht bekannt, dass eine solche Absicht besteht, da sich die Bauarbeiter in der Hauptstadt hauptsächlich mit Wohnungsbau beschäftigen und ihre Arbeitskraft voll eingesetzt wird. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten. Ein Moment, der für 30 Jahre Trennungsgeschichte steht. Für 30 Jahre innerdeutsche Grenze. Für die Teilung von West- und Ostdeutschland – West- und Ostberlin. 30 Jahre, in denen sich Verwandte nur in Ungarn treffen konnten. Ein Ereignis, an das Schüler Gutenberg Schule und Dilthey Schule am Donnerstagvormittag in einer gemeinsamen Aktion mit der Hessischen Landesregierung erinnert haben.

„Vor allem die Generation der jüngeren Menschen hat den Mauerfall nicht miterlebt und kennt die Schrecken des SED-Regimes nur aus dem Geschichtsunterricht.“ – Ministerpräsident Volker Bouffier

Die Aktion war für 11:00 Uhr geplant. Schon vorher legte Hessens Staatsminister Axel Wintermeyer zusammen mit den Schülern beider Schulen Hand an. Sah das Zusammenkleben der 30 bis 60 Zentimeter großen Umzugskartons vor allem bei den Schülern anfangs recht unbeholfen aus, ging Hessens Staatsminister professionell zu Werke. Es wäre nicht sein erster Umzug, gestand er am Rande. Darum ging es aber gar nicht. Nach knapp zwanzig Minuten waren unzählige Kartons zusammengeklebt und versperrten bunt mit Peace-Zeichen und Schriftzügen besprüht, den Durchgang in der Langgasse. Versuchte ein Passant nichtsahnend an der Mauer rechts oder links vorbeizugehen, wurde er von den Schülern mit dem Datum 16. August 1961 konfrontiert und in ein Gespräch gezogen. Möchten Sie wirklich nach Ostdeutschland gehen, oder lieber in Westdeutschland bleiben? Mancher Passant zeigte dabei genervt und suchte das Weite. Andere fanden die Aktion gelungen und blieben stehen – um die eigenen Erinnerungen an die Zeit des Mauerbaus mit den Schüler zu teilen. Zeitzeugen eben.

„Es ist es unser aller Aufgabe, die Generation jüngerer Menschen an unserer Geschichte teilhaben zu lassen. Hessens Veranstaltungsreihe will hierzu einen Beitrag leisten, indem wir die Geschichte erfahr- und spürbar machen.“ – Ministerpräsident Volker Bouffier

Wir leben Freiheit – 30 Jahre Mauerfall – unter diesem Motto begleitet die Hessische Landesregierung das 30-jährige Jubiläum des Mauerfalls in ganz Hessen. Eine Veranstaltungsreihe, die zwischen dem 13. August – dem Gedenktag des Mauerbaus – und dem 9. November 2019 – dem Tag der Grenzöffnung – an die Berliner Mauer erinnern soll. Die mit der  Guerilla-Aktion ihren Auftakt heute in der Landeshauptstadt sowie zeitgleich in Frankfurt und Kassel hatte.

Impressionen vom Mauerbau in der Fußgängerzone

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Informationen der Landesregierung zu 30 Jahre Mauerfall finden Sie unter Staatskanzlei.hessen.de.

 

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