„Ich habe endlich ihr Selbstporträt gesehen. Das muß ich Ihnen auf alle Fälle sagen, daß es mir einen großen, großen Eindruck gemacht hat.“

In einem Brief wandte sich der österreichische Lyriker Rainer Maria Rilke Anfang des 20. Jahrhunderts an den Maler Oskar Zwintscher. Er schrieb über Zwitschers Selbstporträt, dass das Liebste gewesen sei, was Rilke bisher von ihm gesehen habe.

Landesmuseum, kurz gefasst

Vortrag – Oskar Zwintscher: Bilder von Liebe, Tod und Schönheit
Datum: Donnerstag, 16. März 2023
Wo: Museum Wiesbaden – Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur, Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden (Anfahrt planen!)
Öffnungszeiten: dienstags 10:00 bis 20:00 Uhr, mittwochs und freitags bis sonntags 10:00 bis 17:00 Uhr,  montags geschlossen
Eintritt: frei

So fein in den Kontrasten sei das Porträt aus dem Jahr 1900, so intim und doch fast dekorativ. Als Leihgabe ist es Bestandteil der aktuellen Zwintscher-Ausstellung in Wiesbaden. Lassen Sie sich entführen in die Zeit des Malers Oskar Zwintscher, der gerade in einer umfassenden Ausstellung im Museum Wiesbaden vorgestellt wird.

Wer war dieser Künstler, der mit seinen ungewöhnlichen Bildern zu Lebzeiten große Anerkennung aber auch heftige Ablehnung erfuhr? Die Antwort auf diese Frage gibt Ihnen am Donnerstag der Kunsthistoriker und Autor Dr. Andreas Dehmer, der Kurator der Ausstellung, der diese Woche extra aus Dresden vom Albertinum anreist, um den Vortragsbesuchern einen Einblick in das Leben und Schaffen dieses Künstlers zu vermitteln.

„Es folgt die dunkle Nacht den schönsten Tagen, – Und bälder, bälder, als dein Herze denkt – Es ist ja nur ein kurzes Flügelschlagen, – Die Spanne Zeit, auf Erden dir geschenkt.“ – Oskar Zwintscher

Zwintscher malte nicht nur, sondern schrieb auch eindrücklich in seinen Lebensreime auf eine sehr nachdenkliche Art. Sie zeigen ihn als Menschen, dessen bildhafte Zeugnisse auch heute noch Existenzielles vermitteln.

Oskar Zwintschers Motivwelt mahnt beides an: Carpe Diem und Memento Mori. Sie changiert zwischen den Polen Vergänglichkeit und Vanitas sowie Zukunft und Zuversicht. Galt der Künstler manchen als »aus der Zeit gefallen«, stand er schlichtweg an einer Passage zwischen Altem und Neuem, zwischen Weltflucht und Moderne.

Der Kurator Andreas Dehmer

Andreas Dehmer ist Kunsthistoriker und Autor zahlreicher Veröffentlichungen über Malerei und Skulptur vom Mittelalter bis zur Moderne. Nach seinem Studium an den Universitäten Regensburg, Hamburg und Perugia zog es Ihnen für Forschungsaufenthalte vor allem nach Rom und Florenz. Seine Dissertation über Italienische Bruderschaftsbanner des Mittelalters und der Renaissance erschien 2004 in der Schriftenreihe I Mandorli. Von 2002 bis 2007 betreute Dehmer Kunst-Buchprojekte. Seit 2006 ist Andreas Dehmer an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden tätig, seit 2008 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Kurator im Albertinum.

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Foto oben Museum Wiesbaden © 2023 Bernd Fickert

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Die Internetseite vom Museum Wiesbaden finden Sie unter museum-wiesbaden.de.

 

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