Ein Sponsoring in der Größenordnung von 400000 Euro für den Ball des Sports  ist für die neue Koalition im Wiesbadener Stadtparlament nicht tragbar.

Es klingt etwas wie Klüngelei. Die Frankfurter Allgemein Zeitung hatte berichtet, dass die Deutschen Sporthilfe in den kommenden Jahren mit einer Finanzspritze aus dem Wirtschaftsdezernat rechnen hätte können. Der Betrag sollte aus sogenannten Überleitungsmitteln kommen sollen – Mittel, denen das Viererbündnis aus GrünenSPD, Linke und Volt in Haushaltsberatungen gar nicht hätte zustimmen müssen. Mittel, die bereits für andere Projekte verplant gewesen seien, – jedoch aus welchen Gründen auch immer nicht abgerufen wurden. Der Magistrat des Landeshauptstadt Wiesbaden hat am Dienstag, 15. März, diesem Vorgehen und damit der Vorlage von Wirtschaftsdezernent Dr. Oliver Franz zum Ball des Sports eine Ansage erteilt. Davon nicht betroffen ist der Ball im Sommer 2022. Der ist finanziert und findet statt, – soweit es die Inzidenz zulässt (Wiesbaden lebt! berichtete)

Nicht in Euro und Cent zu bemessen

Nach der Magistratssitzung bekannte sich Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende zum Ball des Sports und bekannt, dass er für den Ball gestimmt habe. Er sagte, dass der Ball des Sports für die Landeshauptstadt eine Flaggschiff-Veranstaltung sei und darüber hinaus ein Aushängeschild für die Leistungsfähigkeit des Rhein-Main Congress-Centers (RMCC). Seine positive Wirkung ist nicht in Euro und Cent auszurechnen. Mende bedauere die Entscheidung des Magistrats sehr. Mit seiner Aussage macht der Oberbürgermeister von seinem Recht in der Hessischen Gemeindeordnung (HGO) Gebrauch, eine von der Auffassung des Gemeindevorstands abweichende Meinung zu vertreten.

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Der städtische Finanzierungsbeitrag für den Ball des Sports war im Rahmen der Haushaltsberatungen verringert worden. Das hätte das Aus für die Veranstaltung in Wiesbaden bedeutet. Dem Land Hessen ist es jedoch gelungen, LOTTO Hessen GmbH dafür zu gewinnen, dass die Deutsche Sporthilfe in den kommenden Jahren 400000 Euro jährlich als Zuschuss erhält. Hinzu wären außerdem 200000 Euro aus Spielbankmitteln gekommen. Zusätzlich wollte das Dezernat des Bürgermeisters und Wirtschaftsdezernenten dem Ball des Sports für fünf Jahre einen jährlich Zuschuss von rund 248000 Euro aus den oben genannten Budgetmitteln gewähren. Diesem Finanzierungsmodell hat der Magistrat nicht zugestimmt. Das bedeutet, dass der Ball des Sports künftig aller Voraussicht nach nicht mehr in Wiesbaden stattfinden wird – oder jemand anderes die Lücke schließen wird.

Bilder oben ©2021 Volker Watschounek

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Die offizielle Internetseite zum Ball des Sports finden Sie unter www.sporthilfe.de.

 

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