„Protected Bike Lanes“ an neuralgischen Punkten sollen das Radfahren komfortabler und sicherer machen. Die Radspuren sind so ausgelegt, dass ein Radfahrer mit Anhänger von A nach B kommt.

Bürgerbefragungen haben gezeigt, dass sich die Wiesbadener im Straßenverkehr unsicher fühlen, wenn Sie mit dem Fahrrad durch die Innenstadt fahren. Das liege zum einen daran, dass immer wieder PKWs die Radfahrspuren missachteten und die Spur für Radfahrer blockierten. Aber auch daran, dass Autofahrer rücksichtslos aus ihren Fahrzeugen ausstiegen und beim öffnen der Fahrzeugtüren immer wieder Unfälle provozierten, so Andreas Kowol. Wiesbadens Verkehrsdezernent ist das wein Dorn im Auge. Seine Mitarbeiter hatten sich in der Vergangenheit mit anderen Städten ausgetauscht um Erfahrungswerte zu sammeln – um in Wiesbaden fundierte Fakten zu schaffen. Für einen zwölfmonatige Testlauf wurden am Montag in der Innenstadt die ersten beiden Protected Bike Lanes auf der Taunusstraße und. der Schwalbacher Straße montiert.

„Die Autofahrer merken deutlich, wenn sie über dieses Hindernis fahren würden. Wegen dieser Hemmschwelle rechnen wir mit einem deutlichen Rückgang von sicherheitsgefährdendem Falschparken.“ – Andreas Kowol, Dezernent für Umwelt, Grünflächen und Verkehr

Die aus Plastikabfällen hergestellte rot-weißen Kunststoff-Borde wurde eigens für Wiesbaden von der Firma Lüft GmbH entwickelt. Vorlage hierfür sind die in Frankfurt eingesetzten Elemente, die in Form und Bauweise den Verantwortlichen jedoch nicht schick genug waren – ebenso wie die in Berlin eingesetzten Gummipfeiler. Um die Sicherheit auch in den Abendstunden zu gewährleisten, ist an allen roten Elementen oben ein Reflektor angebracht. Die neue Barriere trennt damit tagsüber wie in den Abendstunden die Radfahrstreifen an neuralgischen Punkten von der Straße deutlich sichtbar ab. Das Prinzip der nicht zu überfahrenden Sperre folgt einer Halskette. Sie sind unsichtbar durch einen Metallstab verbunden. Sollte mal doch ein Autofahrer unvorsichtig über die rot-weißen Steine rollen, werden diese zusammengehalten und das herumfliegen von Einzelteilen verhindert.

„Wir sind gespannt auf die Resonanz auf dieses Pilotprojekt und freuen uns, eine weitere Maßnahme aus unserem Sofortpaket zur Luftreinhaltung und zur attraktiveren Gestaltung des Radverkehrs umsetzen zu können. Die Bürger bitten wir ausdrücklich, uns über das Radbüro offen ihre Meinung zu dem Projekt mitzuteilen.“ – Andreas Kowol, Dezernent für Umwelt, Grünflächen und Verkehr

Radfahrstreifen sind Radwege, die mit einer durchgezogenen weißen Linie von der Fahrbahn abgetrennt sind. Sie dürfen nicht von Autos überfahren und schon gar nicht zum Halten oder Parken genutzt werden. In der Realität wird dies jedoch oft missachtet. „Der Gang zum Bäcker oder die Paketauslieferung dienen dann als Begründung für den Haltevorgang. Radfahrende werden dadurch gezwungen, auf die Fahrbahn in den fließenden Verkehr auszuweichen, wodurch sie in höchstem Maße gefährdet werden“, so der Verkehrsdezernent.

Protected Bine Lane mit Reflektor. ©2018 Volker Watschounek

Protected Bike Lane mit Reflektor. ©2018 Volker Watschounek

Für die Auswahl der für die Schutzelemente infrage kommenden Radfahrstreifen gab es verschiedene Kriterien: „Protected Bike Lanes“ kommen für Abschnitte ohne viele Ein- und Ausfahrten und ohne angrenzenden Parkstreifen in Betracht. Für das Pilotprojekt wurden die eingangs genannten Straßenabschnitte ausgewählt, weil eben hier besonders häufig auf der Fahrradspur geparkt wird. In den nächsten Tagen werden außerdem eine Protected Bike Lane in der Bahnhofstraße sowie auf der Taunusstraße in Höhe der Röderstraße montiert.

Protected Bike Lanes

Die so genannten Protected Bike Lanes – Geschützte Radfahrstreifen – gehen in Wiesbaden aber einen Schritt weiter als in herkömmlicher Weise gedacht. Zum einen wird das Konzept eingesetzt, um möglichst schnell günstig Platz für komfortablen und sicheren Radverkehr zu schaffen. Andererseits zählen die Bike Lanes mit zu dem Konzept, Wiesbadens  Autoverkehr zu reduzieren und die Luft sauberer zu machen.

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