Fehlende Schmelzwassers führen in der Schweiz zu Niedrigwasser. Auch der Rheinpegel liegt deutlich unterhalb des Mittelwertes. In Norditalien erreichen Hitze und Dürre Ausmaße, wie es sie seit 70 Jahren nicht mehr gab.  

Zum Wochenende steigen die Temperaturen in Deutschland verbreitet auf ein hochsommerliches Niveau. Derzeit lauert knapp 45 Grad heiße Luft in Spanien und macht sich auf den Weg zu uns. Die Vorhut der Hitze erreicht etwa ab der Wochenmitte den Südwesten des Landes. Während es in der Südhälfte mehrere Tage am Stück heiß werden kann, kühlt es sich wahrscheinlich im Norden bereits Sonntag wieder ab. Dazu gibt es meist freundliches und überwiegend trockenes Wetter, am Sonntag steigt allerdings die Gewittergefahr. Was für Sommer-Sonnen-Fans eine gute Nachricht ist, ist für die Gletscher jedoch eine schlechte, denn die Hitze beschleunigt die Schmelze.

„Kurz vor dem kalendarischen Sommeranfang am 21. Juni zeigt der junge Sommer schonmal was er kann. Rund 30 Stunden brennt die Sonne am Wochenende bei oft mehr als 30 Grad vom Himmel.“ – Björn Goldhausen, Meteorologe

In den nächsten Tagen ist bestes Badewetter. Die Badeseen bieten bei Temperaturen von 30 Grad und Plus mit knapp unter 20 Grad noch eine herrliche Erfrischung. In der Spitze sind entlang des Oberrheins sogar mehr als 35 Grad zu erwarten. Für Mitte Juni ist das ungewöhnlich warm und lokal könnten sogar neue Rekordmarken gesetzt werden.

„Für die Nordhälfte ist der Temperatursturz schon ziemlich sicher. Hier werden die Temperaturen ordentlich in den Keller rauschen. Anders sieht es im Süden aus, hier könnte sich die heiße Luft noch etwas länger halten.“ – Björn Goldhausen, Meteorologe

Derzeit sieht es aber nicht nach einer längeren Hitzewelle aus, denn mit einer Winddrehung auf Nordwest sinken die Temperaturen ab Sonntagabend schon wieder. Im Süden könnte es etwas länger heiß bleiben. Ob dann im Übergangsbereich die Luftmassen aufeinanderprallen und es ordentlich kracht, ist zum jetzigen Stand aber noch unsicher. Flächendeckender Regen ist aber in den nächsten Tagen nicht in Sicht. Daher verschärft sich die regionale Trockenheit in Deutschland weiter und es muss mit einem Anstieg der Waldbrandgefahr gerechnet werden.

„Das die Zugspitze im Juni schon schneefrei ist, kommt sogst wie bei vor. Normalerweise liegt zu dieser Jahreszeit noch meterhoch Schnee aus dem Winter. Eine schneefreie Zugspitze im Juni gab es zuletzt 1964.“ – Björn Goldhausen, Meteorologe

Auch die Alpen sind von der Hitzewelle mit Temperaturen bis über 35 Grad in den Tallagen betroffen. Selbst in den Gletschergebieten setzt starkes Tauwetter ein. Durch das sehr warme und trockene Frühjahr liegt im gesamten Alpenraum so wenig Schnee, wie in den letzten 20 Jahren noch nie im Juni. Der große Aletschgletscher in der Schweiz ist bereits zu einem großen Teil schneefrei. Die hohen Temperaturen zum Zeitpunkt des Sonnenhöchststandes könnten für die Gletscher aufgrund der Ausgangslage große Verluste bedeuten. Sollte es im Juli und August ebenfalls sehr warm bleiben, droht den Gletschergebieten eine Rekordschmelze wie im Hitzesommer 2003. Damals verloren die Schweizer Gletscher über vier Prozent ihres Eises. In einigen Gletschergebieten Frankreichs und Österreichs wurde aufgrund der Schneelage der Sommerski-Betrieb abgesagt. Auch die Zugspitze könnte in den nächsten Tagen schon schneefrei sein.

Foto oben ©2022 Wetter online

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