Wiesbadens Industriebeirat zu Besuch bei Essity: Ein Vorzeigeunternehmen auf Nachhaltigkeit setzt und die Nachwuchsförderung unterstützt. 10 bis 15 Lehrlinge werden dort Jahr für Jahr ausgebildet.

Im Werk der Firma Essity in Kostheim wird seit 1885 Papier hergestellt. Es ist mit einer Kapazität von 152000 Tonnen die zweitgrößte Produktionsstätte von Essity in Europa und beschäftigt 540 Menschen vor Ort. Mit dem werkseigenen Kraftwerk und der Rückführung von Biogasen in den Produktionsprozess zeigt das Unternehmen in bester Manier, wie sich Umweltschutz industriell umsetzen lässt. Die Produktion und Nutzung grüner Energie spielt dabei eine Schlüsselrolle. 2019 wurde eine Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach der Papierverarbeitungshalle installiert, deren Strom ins lokale Netz eingespeist wird und die werkseigenen E-Auto-Ladesäulen versorgt.

„40 Prozent der Deutschen setzen seit der Pandemie auf einen nachhaltigeren Lebensstil.“ – essity.de

2022 startet der Standort ein weltweit einmaliges Pilotprojekt, bei dem an einer Papiermaschine sukzessive Erdgas durch grünen Wasserstoff ersetzt wird. Essity hat sich dazu verpflichtet, bis 2050 klimaneutral zu sein. Alle Bereiche werden genau darauf hin überprüft, wie CO2 reduziert werden kann – von den eingesetzten Rohstoffen über die Produktion im Werk bis hin zum Transport und Recycling und der Energieversorgung. Diese wird sukzessiv von Gas auf Wasserstoff umgestellt – eine Pionierleistung in der Branche. Kürzlich gab das Unternehmen bekannt, eine Investition von rund 37 Millionen Euro am Standort in Kostheim zu investieren. Damit soll in einem ersten Schritt das manuelle Mutterrollen-Handling an der größten Papiermaschine des Werkes durch ein vollautomatisiertes System ersetzt werden.

Wer seinen Lebenstil verändert hat, hat recycelt (48%), ist weniger geflogen/ Auto gefahren (47%), ist mehr gelaufen/Rad gefahren (46%), hat Energie gespart (44%.)“ – essity.de

Als nächstes erhält das Werk zwei zusätzliche Verarbeitungslinien, an denen ab 2024 innovative, komprimierte Papierhandtücher entstehen. Diese und weitere Informationen erhielten die Mitglieder des Industriebeirates bei einer Werksführung.  Neben dem Thema Nachhaltigkeit wurden auch zu befürchtende Änderungen durch das Land Hessen bei den Berufsschulplätzen diskutiert. Die Sorge ist groß, dass der Industriestandort Wiesbaden durch den Wegfall der Berufsschulplätze von Chemielaboranten und Mechatronikern deutlich an Attraktivität verliert und in wichtigen Industriezweigen Nachwuchskräfte dadurch komplett wegzubrechen drohen, weil die jungen Menschen sich für andere, näher gelegene Ausbildungswege entscheiden könnten. Nichtsdestotrotz setzt das Unternehmen immer auch auf eigenen Nachwuchs – und hat für das aktuelle Lehrjahr sogar noch Ausbildungsplätze zu besetzen.

Bild oben ©2022 Pixabay

Alle Nachrichten aus dem Ortsbezirk Kostheim lesen Sie hier.

Die offizielle Internetseite der Firma Essity finden Sie unter www.essity.de.

 

Advertisement

Sie möchten keinen Beitrag mehr verpassen und stets aktuell informiert sein? Dann bestellen Sie doch gleich unseren Newsletter oder folgen uns auf Twitter, Instagram und werden Sie Fan von Wiesbaden lebt!