Die Eisheiligen, das ist der Zeitraum vom 11. bis 15. Mai. Früher kam es hier nach Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes immer wieder Kaltlufteinbrüchen.

Spielen die Eisheiligen im Wettergeschehen des Monats Mai eigentlich noch eine Rolle? Jedes Jahr fragt man sich, kommen sie pünktlich, kommen sie überhaupt? Sie heißen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sofia und haben uns früher oft den Frühling verhagelt.

Die Eisheiligen die Muskeln spielen

In diesem Jahr kommen die Eisheiligen sehr pünktlich und lassen auch kräftig die Muskeln spielen. Mamertus zeigt sich am 11. Mai im Süden Deutschlands – in manchen Regionen sogar als Schneeheilig. Schnee ist dann vor allem in den östlichen Mittelgebirgen ein Thema, allerdings ziehen die Niederschläge rasch nach Süden ab. Vornehmlich im Erzgebirge ist etwas Neuschnee zu erwarten. In der Nacht auf Dienstag ist von den Alpen ausgehend bis weit ins Alpenvorland Schnee bis ins Tiefland zu erwarten. Durch Nassschnee in den Staugebieten von Alpen und Bayerischen Wald besteht dort das Risiko von Schneebruch in schon belaubten Wäldern.

Pankraz, Servaz, Bonifaz – machen erst dem Sommer Platz.“ – Bauernregel

 

In der Nacht zum Dienstag,12. Mai, macht dann die zweite Eisheilige Pankratius ihrem Namen alle Ehre. In der Mitte und im Norden zeigen sich die Sterne am Himmel und es gibt bei längerem Aufklaren örtlich leichten Frost bis -3 Grad und verbreitet Bodenfrost. Auch in den Nächten zum Mittwoch und zum Donnerstag zeigen Servatius und Bonifatius dass man sie dieses Jahr ernst nehmen muss. Es kann wieder vor allem in der Mitte und im Norden Deutschlands örtlich leichten Frost geben und verbreitet muss mit Bodenfrost bis -4 Grad gerechnet werden. Auch die letzte der Eisheiligen, die kalte Sofia, fällt dieses Jahr (15. Mai) nicht aus der Rolle.

Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist. – Bauernregel

Häufig wiederkehrende Witterungsphänomene wie die Eisheiligen bezeichnet man als Singularitäten. Ursache solcher Kaltlufteinbrüche mit ungemütlichen Temperaturen sind Nord- oder Nordwestwetterlagen, die arktische Polarluft auf direktem Wege nach Mitteleuropa führen.

„Pankraz und Servaz sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder.“ – Bauernregel

Die Namenstage sind die frühchristlicher Bischöfe und Märtyrer. In Norddeutschland gelten vor allem die Tage vom 11. bis 13. Mai als Eisheilige. Im Süden und Südosten Deutschlands zählen noch der 14. und der 15. Mai dazu. Dort ist dann der 11. Mai nicht gültig. Die eintägige Differenz entsteht, weil die Kaltluft bei Eintritt der Nordwetterlagen rund 24 Stunden benötigt, um von der Küste bis zu den Alpen vorzudringen. Ein Kaltlufteinbruch im Mai kann in ungünstigen Lagen oder auch im Alpenvorland durchaus noch mal Frost bringen. Vor allem Gärtner und Winzer fürchten die Schäden an jungen Kulturen, die oft schon bei geringen Kältegraden eintreten können.

Pflanze nie vor der kalten Sophie.“ – Bauernregel

In den vergangenen Jahren sind die Eisheiligen oft ganz ausgeblieben. Manchmal kam es zu Kaltlufteinbrüchen bereits Anfang Mai oder erst Ende Mai. Fröste traten jedoch auch dann immer seltener auf. Gelegentlich wurden die Eisheiligen bei Tageshöchstwerten von über 25 Grad Celsius sogar zu Schweißheiligen. Deshalb ist die Frage berechtigt, ob man eigentlich noch von einer echten Singularität sprechen kann. Viele Experten führen die Veränderungen auch auf den Klimawandel zurück, denn mit der stetigen Erwärmung der globalen Atmosphäre fallen auch Kaltlufteinbrüche im Mai immer weniger frostig aus (Gänseblümchen mit Frost überzogeen ©2020 Bild von 4924546 auf Pixabay).

Ob Frost und Schnee – Wetternachrichten lesen Sie hier.

Wie das Wetter über die Eisheiligen wird, mehr dazu auf www.wetteronline.de.

 

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