Regenwasser ist reines Wasser und daher geruchlos. Trotzdem verbreitet Sommerregen nach Trockenphasen einen besonderen Duft. Experten nennen dieses Phänomen: Petrichor.

Wetter-Experte und Meteorologe Matthias Habel kennt die Antwort. Er erklärt, dass für die Entfaltung des Regenaromas mehrere Faktoren verantwortlich seien. Das Wasser der Regentropfen ist geruchlos. Fallen die Tropfen auf den Boden, bilden sich unmittelbar beim Aufprall kleine Luftbläschen. Diese füllen sich mit Partikeln der Bodenoberfläche, die gleichzeitig auch Träger der Duftaromen sind. Die Aromabläschen steigen aus dem dünnen Wasserfilm auf und bersten dabei. Die Aerosole, also das Gemisch aus Schwebeteilchen in den Bläschen, werden dadurch explosionsartig in der Umgebung verteilt.

„Schon leichter Wind genügt, um die Aromastoffe nun noch weiter in der Luft zu verteilen. Je langsamer leichte Tropfen bei einsetzendem Landregen auf den Boden fallen, desto mehr Zeit haben die Bläschen Aromapartikel aufzunehmen.“ – Matthias Habel, Meterologe

Umgekehrt gebe es bei starken Gewitterschauern mit hoher Aufprallgeschwindigkeit der großen Tropfen nur wenig Zeit, die Duftaromen zu verteilen, denn die Wasserschicht sei schnell zu dick und die Aromabläschen erreichten die Umgebungsluft nicht mehr, so Habel weiter.

Der Boden gibt den Geruch vor

Nicht nur die Stärke des Niederschlags, sondern auch die Trockenheit und die Porosität des Bodens bestimmen die Intensität des Duftes. Von trockenen Böden lösen sich die Aromapartikel leichter. Je poröser ein Boden ist, desto mehr Luftbläschen können aus den Hohlräumen des Bodens aufsteigen. Dies trifft besonders auf Waldböden zu, die sehr intensiven Regengeruch verströmen.

„Wie jeder weiß, riecht der Regenschauer auf dem großen geteerten Parkplatz anders als der Regen im Wald oder am Strand. Dass man den nahenden Sommerregen schon im Voraus wittern kann, liegt im Übrigen daran, dass der Wind die gelösten Aerosole aus einem ferneren Niederschlagsgebiet zu uns herüberweht.“ – Matthias Habel, Meterologe

Die hauptsächlichen Aromastoffe, die die Aromabläschen transportieren sind Geosmin, Öle und Ozon. Als Geosmin wird ein Alkohol bezeichnet, der von Mikroorganismen produziert wird und einen erdig-muffigen Geruch hat. Er versursacht den typischen Geruch von Erdboden. Öle werden von Pflanzen produziert und können die Luft ebenfalls aromatisieren. Dies gilt bei entsprechenden Konzentrationen auch für das farblose Gas Ozon, das aus dem Griechischen übersetzt sogar „Das Riechende“ heißt. Je nach Zusammensetzung von Geosmin, Ölen und Ozon können so die unterschiedlichsten Gerüche entstehen.

Wer sich nicht auf seine Nase verlassen möchte, hat mit www.wetteronline.de auf jeden Fall immer den richtigen Riecher und weiß, wann der nächste Sommerregen in der Luft liegt.

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