Rund 4600 überdachte Parkplätze in Parkhäusern gibt es, die Stunde ab 2 Euro. Dazu kommen Parkscheinautomaten. Kostenfreies Parken gibt es kaum.

Der Parkraum in Wiesbaden ist knapp. In den letzten Monaten wurden vereinzelt Parkflächen dem Fahrradvermietsystem Mein Rad geopfert. Und das vor dem Hintergrund der sowieso schon angespannten Parkplatzsituation in Wiesbaden. Hinzu kommen Gebühren fürs Parken, die schnell in den zweistelligen Bereich rutschen, etwa für einen ausgelassenen Nachmittag in Wiesbadens Innenstadt.  Wiesbaden lebt! hat nachgefragt: Wie beurteilen Sie die aktuelle Parkplatzsituation in Wiesbaden? Fünf der sieben OB-Kandidaten haben uns geantwortet. Sie haben die die Wohnungsnot erkannt ud wollen…

Frau Hinninger, wie beurteilen Sie die Parkplatzsituation in Wiesbaden?

Sie ist angespannt. Wir brauchen deshalb ein Gesamtverkehrskonzept für Wiesbaden, in dem alle Formen von Mobilität gleichberechtigt sind: Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), Auto fahren, Radverkehr oder zu Fuß gehen. Ich will, dass man auch ohne Auto bequem und sicher in die Innenstadt kommt. Gleichzeitig arbeiten wir daran, wie die vorhandenen Kapazitäten in den Wiesbadener Parkhäusern besser genutzt werden können.

Herr Bachmann, wie beurteilen Sie die Parkplatzsituation in Wiesbaden?

Wir haben, egal ob Innenstadt oder auch dörfliche Stadtbezirke einen immensen Parkdruck. Durch den Wegfall bzw. die Streichung von Parkplätzen werden wir kaum weniger Autos haben, sondern es gilt das Recht des „Stärkeren“.
Daher müssen wir schauen ob wir Konzepte wie z.B. Dauerparker ab bestimmten Uhrzeiten in Parkhäusern möglich machen.

Herr Rutten, Wie beurteilen Sie die Parkplatzsituation in Wiesbaden?

In vielen Parkhäusern könnte die Auslastung verbessert werden. Durch ein besseres, digitales Parkraummanagement – in Kooperation mit den Betreibern – verspreche ich mir eine Verbesserung. Parkhäuser sollten dabei 24 h nutzbar sein und attraktive Angebote für Dauernutzer, Langzeitparker und Anwohner anbieten um Parksuchverkehr und stehenden Verkehr im öffentlichen Raum zu reduzieren.

Herr Mende, wie beurteilen Sie die Parkplatzsituation in Wiesbaden?

Sicher von Stadtteil zu Stadtteil unterschiedlich, im Grund aber sehr angespannt. Auch deshalb brauchen wir moderne Mobilitätskonzepte, die den Umstieg vom Auto auf andere Verkehrsmittel wie ÖPNV und Fahrrad attraktiv machen. Zum Beispiel durch das 365-Euro-Jahresticket, das jeder und jedem für einen Euro am Tag die ÖPNV-Nutzung ermöglicht. Wir brauchen mehr Park&Ride-Parkplätze am Stadtrand und möglichst den Zugriff der Stadt auf die Parkhäuser. Quartiersgaragen können dazu beitragen, gerade den Parkplatzsuchverkehr einzuschränken.

Herr Seidenstricker, wie beurteilen Sie die Parkplatzsituation in Wiesbaden?

Die Situation ist schwierig. Es gibt zu Stoßzeiten zu wenige Parkplätze und das Problem wird durch den Wegfall von Parkplätzen zusätzlich verschärft. Wenn Parkplätze an einer Stelle wegfallen, müssen Ersatzflächen geschaffen werden. Ebenso gilt es, einerseits mehr Park & Ride-Plätze zur Verfügung zu stellen und generell günstiges Parken zu ermöglichen, damit die Geschäfte, insbesondere in der Fußgängerzone, auch erreicht werden können.

OB-Wahl Stimmungsbarometer

Wiesbaden wählt einen neuen Oberbürgermeister. Sieben Kandidaten stehen zur Wahl. Wer ist Ihr Favorit?

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Wiesbadens OB-Kandidaten im Einzelnen:

– Christiane Hinninger, Die Grünen, will Wiesbadens Kultur fördern
Christian Bachmann, Freie Wähler, ist keiner Partei verpflichtet
Sebastian Rutten, FDP, möchte Wiesbaden vitalisieren
Gert-Uwe Mende, SPD, steht für einen politischen Neuanfang
Eberhard Seidenstricker, CDU, legt den Finger in die Wunden
– Eckhard Müller, AfD, wir sind dran
– Ingo von Seemen, Linke, wir sind dran

Blick über die Stadtgrenze

Andere können es auch. Ein Blick nach Paris. der Artikel stellt die umfassende Parkraumreform der französischen Hauptstadt vor und zeigt, wie Parkraumbewirtschaftung im 21. Jahrhundert aussehen kann, hier.

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