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Intifada Demonstration

Intifada als Schlagwort: Warum Sprache hier nicht harmlos ist

Mit Blick auf eine Frankfurter Kundgebung warnt Uwe Becker vor antisemitischer Terrorwerbung. Begriffe wie „Intifada“ seien keine Meinungsäußerung, sondern Aufrufe zu Gewalt – und stellten das Gedenken an den 27. Januar infrage.

Grafik: Kathleen Rother Redaktion 2 Monaten vor 0

Der hessische Antisemitismusbeauftragte warnt vor Kundgebungen, die Terror verherrlichen und Judenhass als Meinung tarnen.

Die Sprache verrät, wohin eine Bewegung zielt. Wenn Parolen nicht mehr streiten, sondern drohen, wenn sie nicht überzeugen wollen, sondern einschüchtern, dann kippt der Diskurs. Der Hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker warnt eindringlich vor genau diesem Kipppunkt – mit Blick auf eine für das Wochenende angekündigte Kundgebung in Frankfurt am Main unter dem Motto „Globalize the Intifada – Tragt die Intifada in die ganze Welt“.

Von der Parole zur Gewalt

Becker verweist auf erschütternde Bilder vom Bondi Beach. Dort habe sich gezeigt, was der Aufruf zur weltweiten Intifada in letzter Konsequenz bedeute: Gewalt, Terror, Bedrohung jüdischen Lebens. Wer diese Begriffe öffentlich skandiere, so Becker, rufe nicht zur Debatte auf, sondern zur Gewalt gegen Jüdinnen und Juden – unabhängig davon, wie rhetorisch verklausuliert dies geschehe.

Die gefährliche Grauzone

Besonders alarmierend findet Becker die wachsende gesellschaftliche Unschärfe im Umgang mit israelbezogenem Antisemitismus. Während nationalsozialistische Sprachbilder klar erkannt und juristisch sanktioniert würden, versagten diese Abwehrmechanismen bei modernen Codes des Judenhasses zunehmend. Die Folge: mehr Freiräume für Hetze, mehr Selbstbewusstsein bei jenen, die Hass als Meinung tarnen.

Erinnerung verpflichtet – auch heute

Becker stellt einen unbequemen Zusammenhang her. Wer antisemitische Terrorwerbung auf deutschen Straßen dulde, entwerte zugleich das Gedenken an den 27. Januar. Parolen wie „from the river to the sea“ oder „Intifada“ seien keine legitimen Beiträge zum demokratischen Diskurs, sondern Chiffren für Gewalt. Hier werde Terror ausgerufen, nicht diskutiert.

Die Grenze ist überschritten

Der Ton werde rauer, der Hass sichtbarer, die Hemmschwelle niedriger. Antisemitismus, so Becker, kenne inzwischen kaum noch Grenzen. Gerade deshalb brauche es klare Haltung, rechtliche Konsequenz und eine Gesellschaft, die hinhört – bevor aus Worten Taten werden.

Symbolfoto ©2026 KI-generiert / Wiesbaden lebt!

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