Menü

kalender

Mai 2026
M D M D F S S
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031

Partner

Partner

/* */
Antisemitissmus nutzt Antizionismus als Deckmantel.

Antisemitismusbeauftragter warnt vor getarnter Judenfeindlichkeit

Judenfeindlichkeit tritt heute selten offen auf – sie tarnt sich, argumentiert, verharmlost. Hessens Antisemitismusbeauftragter Uwe Becker warnt vor dieser Entwicklung. Antizionismus werde zunehmend zum verbindenden Narrativ unterschiedlicher extremistischer Strömungen und finde erschreckend leicht Anschluss in die Mitte der Gesellschaft.

Grafik: Kathleen Rother Redaktion 2 Monaten vor 0

Antizionismus dient zunehmend als Tarnung moderner Judenfeindlichkeit, warnt Uwe Becker – und fordert ein entschiedeneres gesellschaftliches Gegensteuern.

Judenfeindlichkeit zeigt sich heute selten laut, selten eindeutig – und gerade deshalb umso wirksamer. Wer genau hinhört, erkennt Muster, die sich wiederholen. Begriffe verschieben sich, Argumente wirken moderner, doch der Kern bleibt derselbe.

Antizionismus

Antizionismus bezeichnet die Ablehnung der Idee, dass Jüdinnen und Juden ein eigenes nationales Selbstbestimmungsrecht in Form eines Staates (Israel) haben sollen, oder die grundsätzliche Ablehnung der Existenz dieses Staates.

Der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker beobachtet eine Entwicklung, die sich nicht mehr übersehen lässt. Antizionismus, so seine Analyse, fungiert zunehmend als Sammelbegriff für sehr unterschiedliche politische Lager. Von linken Gruppen über rechte Ideologen bis hin zu islamistischen Strömungen entsteht ein gemeinsames Narrativ – und das tarnt sich oft als moralische Position.

Alte Muster, neue Sprache

Dabei wirkt vieles zunächst harmlos, beinahe akademisch. Kritik an Politik wird formuliert, Begriffe werden geschärft, Positionen scheinbar differenziert dargestellt. Doch genau hier beginnt das Problem.

Denn wenn Zionismus pauschal als rassistisch oder imperialistisch dargestellt wird, verschiebt sich die Debatte. Es geht dann nicht mehr um konkrete politische Entscheidungen, sondern um die grundsätzliche Legitimität eines Staates. Und damit auch um die Existenzberechtigung jener Menschen, die sich mit ihm identifizieren.

Becker beschreibt diesen Mechanismus nüchtern, fast analytisch. Der klassische Antisemitismus, der offen ausgrenzt, stößt heute schneller auf Widerstand. Die moderne Variante hingegen tritt durch die Hintertür ein – rhetorisch geschliffen, gesellschaftlich anschlussfähig.

Der gefährliche Umweg

Gerade diese Anschlussfähigkeit macht die Entwicklung so brisant. Wo früher klare Grenzen verliefen, verschwimmen heute die Linien. Aussagen, die früher als antisemitisch erkannt worden wären, erscheinen nun eingebettet in politische Debatten.

Das führt zu einem paradoxen Effekt: Je differenzierter der Ton, desto schwieriger fällt die Einordnung. Und während die Sprache sich verfeinert, bleibt die Wirkung bestehen.

Becker warnt davor, diesen „Umweg-Hass“ zu unterschätzen. Denn er erreicht Räume, die bislang als gefestigt galten – Universitäten, kulturelle Debatten, politische Diskurse. Dort wirkt er nicht laut, sondern leise. Nicht plump, sondern plausibel.

Verantwortung der Gesellschaft

Die Herausforderung liegt deshalb weniger im Erkennen einzelner Aussagen als im Verständnis ihrer Wirkung. Wer Begriffe übernimmt, ohne ihre Geschichte zu reflektieren, trägt zur Verbreitung bei.

Judenfeindlichkeit verschwindet nicht, sie verändert ihre Form. Sie passt sich an, sie lernt, sie nutzt neue Begriffe. Genau deshalb braucht es eine wache Öffentlichkeit, die genauer hinsieht – und nicht erst reagiert, wenn aus Worten wieder Taten werden.

Symbolbild ©2026 KI-generiert / Wiesbaden lebt!

Weitere Nachrichten das Land Hessen betreffend, lesen Sie hier.

Mehr von der Hessischen Staatskanzlei.

Diskutieren Sie mit

Diskutieren Sie mit

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert