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Karl-Gärtner-Schule

Karl-Gärtner-Schule in Delkenheim wächst

Die Karl-Gärtner-Schule Delkenheim erhält einen Erweiterungsbau. Wiesbaden reagiert damit auf steigende Schülerzahlen und den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. 6,5 Millionen Euro fließen in moderne Lernräume, nachhaltige Technik und neue Perspektiven für einen wachsenden Stadtteil.

Volker Watschounek 2 Monaten vor 0

Wiesbaden beschließt den Ausbau der Karl-Gärtner-Schule Delkenheim. Neue Räume, nachhaltige Bauweise und Ganztag stehen im Fokus.

Delkenheim wächst. Kräne drehen sich im Neubaugebiet Lange Seegewann, Familien ziehen ein, Kinder toben über neue Spielplätze. Und mittendrin steht die Karl-Gärtner-Schule – solide, aber in die Jahre gekommen. Jetzt zieht die Politik nach: Die Stadtverordneten haben am 11. Februar in der Stadtverordnetensitzung den Erweiterungsbau auf den Weg gebracht und geben damit grünes Licht für ein Projekt, das Bildung, Klimaschutz und Stadtentwicklung zusammenführt.

Wachstum verpflichtet

Die Karl-Gärtner-Schule Delkenheim arbeitet derzeit dreizügig. Doch die Realität überholt die Architektur von 1967. Mit jedem neu gebauten Haus steigt der Bedarf. Perspektivisch führt die Schule 3,5 Züge. Das bestehende Gebäude stößt dabei aber an seine Grenzen – räumlich wie konzeptionell.

Schuldezernent Dr. Hendrik Schmehl spricht in der Stadtverordnetenversammlung von einer klaren Verantwortung: Wer Wohnraum schafft, muss auch Bildungsraum schaffen. Schule sei heute Lernort, Lebensort und sozialer Treffpunkt zugleich. Ganztag sei keine Kür mehr, sondern Pflicht. und der Erweiterungsbau reagiert genau darauf.

Zwei Geschosse entstehen, vier Parallelklassen ziehen in pädagogische Cluster ein. Vor den Unterrichtsräumen öffnen sich Lernzonen. Gruppenarbeit, Rückzug, Austausch – das neue Konzept ersetzt die alte Schusterbau-Typologie mit engen Fluren und starrer Struktur. Schule atmet künftig anders.

Nachhaltigkeit als Standard, nicht als Dekor

Der Neubau fügt sich in das denkmalgeschützte Ensemble ein. Die Planung erfolgt in enger Abstimmung mit Schulleitung, Betreuungsträger und Denkmalschutz. Doch die Debatte dreht sich nicht nur um Ästhetik, sondern um Haltung.

Holz prägt den Bau. Dachbegrünung kombiniert sich mit Photovoltaik. Luft-Wärme-Pumpen versorgen das Gebäude dezentral. Ein Low-Tech-Lüftungssystem nutzt natürliche Querlüftung statt komplexer Technik. Die Planer setzen auf Wartungsfreundlichkeit und Energieeffizienz.

Die Stadt orientiert sich an den Leitlinien für nachhaltiges Bauen. 75 Prozent Erfüllungsgrad erreicht das Projekt – ein Wert über vielen bundesweiten Standards. Gleichzeitig bleibt Spielraum: Wo Maßnahmen unwirtschaftlich wirken, passt die Stadt an. Ideologie oder Pragmatismus? In der Sitzung fallen beide Begriffe. Am Ende zählt das Ergebnis: geringere Emissionen, niedrigere Betriebskosten, bessere Lernbedingungen.

6,5 Millionen Euro – und eine größere Debatte

Rund 6,5 Millionen Euro investiert Wiesbaden in die Karl-Gärtner-Schule. Die Kosten steigen gegenüber der Grundsatzvorlage um 1,7 Prozent. In Zeiten explodierender Baupreise wirkt das beinahe unspektakulär. Bis zu 70 Prozent der Summe gelten als förderfähig im Rahmen des Bundesprogramms für den Ganztagsausbau.

Doch die Diskussion bleibt nicht rein technisch. In der Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch zur fortgeschrittenen Stunde prallen Positionen aufeinander. Die SPD verweist auf eine halbe Milliarde Euro, die Wiesbaden zwischen 2020 und 2025 in Schulen investiert. Die Grünen betonen Klimaschutz als Generationenfrage. Die Linke sieht Investitionen als ökonomisch klug. CDU und FDP warnen vor Verzögerungen und steigenden Schulden, stimmen der Vorlage jedoch zu.

So wird aus einer Ausführungsvorlage ein kommunalpolitisches Schaufenster. Wahlkampf schwingt mit. Trotzdem bleibt der Kern unstrittig: Die Karl-Gärtner-Schule braucht Platz – und sie bekommt ihn.

Ganztag als Realität

Mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab Sommer wächst der Druck. Wiesbaden meldet bereits tausende Nachmittagsplätze. Der Ausbau läuft, doch offene Finanzierungsfragen zwischen Bund, Land und Kommune bleiben.

Der Erweiterungsbau in Delkenheim schafft die räumliche Grundlage. Er ermöglicht Betreuung, Unterricht und Freizeitangebote unter einem Dach. Familien erhalten Planungssicherheit. Kinder finden Strukturen vor, die ihren Alltag abbilden.

Ein Projekt mit Signalwirkung

Die Freianlagenplanung berücksichtigt den Baumbestand und die Lage am Wickerbach. Die öffentliche Wegeverbindung bleibt erhalten. Der Neubau verändert den Ort, ohne ihn zu verdrängen.

Die Karl-Gärtner-Schule Delkenheim steht damit exemplarisch für eine Stadt im Wandel. Wiesbaden investiert in Beton, Holz und Photovoltaik – vor allem aber in Chancen. Bildungsgerechtigkeit entsteht nicht durch Sonntagsreden, sondern durch Räume, die Lernen ermöglichen.

Und manchmal beginnt Zukunft ganz unspektakulär mit einem Beschluss am Mittwochabend.

Symbolfoto ©2026 KI-generiert

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