„Keine begeisterten Kinderstimmen, kein klingendes Kinderkarussell, keine Weihnachtsmusik, kein Glühweinduft: Ich vermisse auch die Geräusche und Gerüche des Sternschnuppenmarktes.“

Liebe Wiesbadenerinnen und Wiesbadener!

Jetzt in der Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel wird uns allen besonders bewusst, wie schmerzlich Corona unser aller Leben verändert hat und immer weiter verändert. Ihnen geht es bestimmt genauso: Ich vermisse die Geräusche und Gerüche unseres schönen Sternschnuppenmarktes sehr; keine begeisterten Kinderstimmen, kein klingendes Kinderkarussell, keine Weihnachtsmusik, kein Glühwein- und Bratwurstduft. Und wenn ich über das zu Ende gehende Jahr 2020 nachdenke, habe ich den Eindruck, alles drehte sich um Corona.

Weihnachten mit Einschränkungen

Das stimmt natürlich nicht ganz, aber ich möchte Ihnen allen zu Beginn meines Weihnachtsgrußes sehr herzlich danken. Ich weiß und habe es auch selbst so empfunden, wie schwer das Leben mit Corona-Regeln war und ist: Kein Freizeitvergnügen, keine Feiern, Einschränkungen selbst bei Hochzeiten und Trauerfeiern, kein Besuch bei alten und kranken Angehörigen in Pflegeheimen und Krankenhäusern, kein unbeschwertes Einkaufen und – wohl das Schlimmste von allem – bei sehr vielen die Angst um den Arbeitsplatz und die Existenz. Bitte glauben Sie mir, dass wir keine leichtfertigen Entscheidungen getroffen haben und Ihre Gesundheit stets oberste Priorität für uns hatte. Ich danke Ihnen von Herzen für Ihr Verständnis, für das, was Sie für andere getan haben, für hilfreiche Aktionen und gute Ideen. Und bitte bleiben Sie zuversichtlich, dass es – hoffentlich bald – wieder ein unbeschwertes Leben nach Corona gibt.

Verkehr und Mobilität

Ein Schwerpunkt im Tagesgeschäft war sicher das Thema Verkehr. Die verkehrslenkenden Veränderungen auf unseren Straßen und die City-Bahn haben die Wiesbadener stark gespalten. Auch wenn ich in der City-Bahn eine große Chance für unsere Zukunft gesehen habe, so respektiere ich ihre klare Ablehnung am 1. November. Wir müssen uns jetzt die Alternativen anschauen und das Verkehrsdezernat wird anhand des Mobilitätsleitbildes Lösungen und Möglichkeiten vorschlagen. Hoffen wir, dass zukünftig bei dem wichtigen Zukunftsthema Verkehr wieder mehr Miteinander und Einigkeit in unserer Stadt herrschen.

Bezahlbarer Wohnraum

Ein weiteres herausragendes Thema ist das Wohnen in unserer Stadt. Der hohe Bedarf an – gerade auch bezahlbaren Wohnungen – lässt uns vor allem auch auf das Ostfeld als neues Stadtgebiet hoffen. Aber auch Bierstadt Nord, 109 fertiggestellte Studentenwohnungen am Alten Gericht, die Grundsteinlegung am Quartier Kaiserhof (Gelände des ehemaligen American Arms Hotel) und das neue Waldviertel auf dem Kohlheck, um beispielhaft einige Maßnahmen zu nennen, helfen, den Wohnungsbedarf zu decken.

Jahrestage und Jubiläen

Leider konnten wir herausragende Jahrestage und Jubiläen, die das Jahr 2020 mit sich gebracht hat, nicht so feiern, wie wir es wollten. Deshalb möchte ich auch an dieser Stelle noch einmal an diese Tage erinnern: 75. Jahrestag des Kriegsendes, Gründung das Landes Großhessen mit Wiesbaden als Hauptstadt, 30 Jahre deutsche Einheit und 30 Jahre Städtepartnerschaft mit Görlitz – für uns und unsere Stadt wichtige Ereignisse.

Jugendparlament

2020 wurden das Jugendparlament, der Kulturbeirat und der Seniorenbeirat neu gewählt. Ich danke allen Frauen und Männern, die sich in diesen Gremien für unser Gemeinwohl einsetzen sehr herzlich und wünsche ihnen viel Fortune zum Wohle unserer Stadt. Auch die politische und ehrenamtliche Arbeit konnte und kann nur mit starken Einschränkungen ausgeübt werden – auch für die Inkaufnahme dieser Erschwernisse und die trotzdem uneingeschränkte Schaffenskraft bedanke ich mich sehr herzlich.

Museums Reinhard Ernst

Gut voran geht es mit dem Bau des Museums Reinhard Ernst, auf das ich mich schon sehr freue. Die Kultur und unsere Kulturschaffenden leiden auch ganz besonders unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie. Das Staatstheater musste, wie alle Theater und Kleinkunstbühnen, mehrfach seinen Spielbetrieb einstellen und das Museum konnte zwei herausragende Ausstellungen zwar eröffnen, musste danach jedoch unmittelbar schließen: Lebensmenschen – Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin sowie August Macke – Paradies! Paradies? sind es wert, an dieser Stelle Erwähnung zu finden. Ich weiß, dass ein Dankeschön nicht satt macht; dennoch danke ich allen Künstlern und Kulturschaffenden in unserer Stadt für ihre Geduld, ihren Innovationsgeist und das Ausharren.

Nicht alles war schlecht in diesem Jahr. Genießen konnten wir aber selbst die schönen Dinge nicht wirklich. Ich kann Sie am Ende meines Grußwortes nur bitten, durchzuhalten, die Corona-Regeln zu befolgen, die Zeit zuhause mit der engsten Familie zu verbringen und zu hoffen, dass uns 2021 aus der Pandemie führt.

Ich wünsche Ihnen ein friedliches und gesegnetes Weihnachtsfest und einen erfolgreichen Start in ein hoffentlich besseres neues Jahr. Bleiben Sie vor allem gesund.

Ihr

Gert-Uwe Mende

Oberbürgermeister

 

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