Harry Potter: Es ist 21 Jahre her, seit der erste Film aus der Welt von Hogwarts, der Schule für Zauberei, Kinogeschichte schrieb. Jetzt sind es die magischen Töne, die Geschichte schreiben.

Es war nicht irgendein Dirigent, der Streicher, Bläser und den zehnköpfigen Chor des London Philharmonic & Symphonic Film-Orchester am Montagabend im Kurhaus Wiesbaden atemraubende Töne entlockte: Es war Stephen Ellery, der als Dirigent ein Energiebündel, als Comedian dezent zurückhaltend und als Zauberer dem Publikum nach mehr als zwei Stunden Standing Ovations abverlangte. Mit Zauberstab oder Taktstock, das lassen wir einmal dahingestellt, baute sich Ellery vor dem Orchester auf und begeisterte mit The Magical Music of Harry Potter die rund 600 Besucher im Kurhaus Wiesbaden.

Harry-Potter Originaldarsteller im Kurhaus

In zwei Akten verzauberte das Orchester das Publikum im Friedrich-Thirsch-Saal mit der bekannten Filmmusik des fünfmaligen Oscarpreisträgers John Williams. Harry-Potter-Fans kamen voll auf ihre Kosten, – nicht nur wegen der einmaligen Musik. Ein Mann mit wuseligen Haaren platzte nach den ersten Stücken vom Seitenaufgang auf die Bühne. Sichtlich überrascht empfing Stephen Ellery den Gast, der sich dem Publikum als Chris Rankin vorgestellt hatte, – was der Dirigent seitens des Orchesters anerkennend quittierte. Rankin, den meisten bekannter als Percy Weasley, plauderte darauf los. Er fragte ins Publikum, ob jemand den ersten Harry Potter Film vor 21 Jahren im Kino gesehen hätte, – um gleich darauf das unfassbare festzuhalten: Seit über zwanzig Jahre verkörpert er den rothaarigen Percy Weasley. Unbelievable! Wer wollte, konnte den Schauspieler nach der Show persönlich treffen und zusammen mit ihm vor den Plakaten der Show für ein Foto posieren.

„Die Rolle gehört mir.“

Mit 13 hatte sich Rankin mit dem Harry Potter-Virus infiziert. Ich heiße Chris, ich mag die Schauspielerei sehr, ich liebe Harry Potter und ich bin genauso alt wie Percy. Ich habe rote Haare und bin Schulsprecher. Ich glaube, die Rolle gehört mir., – schrieb er mit sechzehn seine Bewerbung für die Rolle. Vier Monate später erhielt er einen Anruf. Darin fragte man ihn, ob er nach London komme und für Percy vorspreche. Mit dieser und anderen Anekdoten sorgte Rankin zwischen den musikalischen Einlagen für Abwechslung. So erzählte er von den vielen Drehorten und den vielen Hürden, die es zu meistern gab – etwa am viel frequentierten Londoner King’s Cross-Bahnhof, wo es während den Dreharbeiten alle zwei Minuten eine Durchsage gab und ein Zug eingefahren ist. Zwischendurch sang der Schauspieler auch rockige Songs, die in den Filmen vorkommen. Für die eingefleischten Harry-Potter Fans gab es außerdem ein Quiz, bei dem das Orchester verschiedene Musikstücke spielte und das Publikum erraten sollte, zu welchem Hogwarts-Professor die Melodie gehörte.

Standing Ovations

Nach fast drei Stunden mit Pause schenkten die Fans dem Orchester und ihrem Harry-Potter-Star Standing Ovations. Dann wurde es noch einmal persönlich. Der neuseeländische Percy-Weasly-Darsteller sprach von dem unglaublichen Krieg in der Ukraine. Von den vielen Menschen und dem Leid, und davon, dass er wie so viele andere den Krieg verurteile, dass alle Musiker auf der Bühne aus der Ukraine stammten. Erneut brauste im Publikum Applaus auf, und noch viel mehr, als das  Orchester zum Abschluss die Nationalhymne ihres Heimatlandes schmetterte, bei der Chris Rankin mitgesungen hatte. So fügten sich die magischen Momente des Zauberlehrlings und das Zeichen für die Ukraine an dem nicht einfach zu vergessenden Abend zusammen.

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Leider nur ein Tag in Wiesbaden. Der Tross zieht weiter nach Reutlingen (22.12), Stuttgart (25.12.), Mannheim (26.12.) Saarbrücken (28.12.), Ludwigshafen (29.12.), Aachen (30.12) – und ist am 25. März 2023 wieder ganz in der Nähe, in Mainz.

Fotos oben ©2022 Volker Watschounek

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Die Internetseite zu The Magical Music of Harry Potter finden Sie unter star-entertainment.org.

 

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