Menü

kalender

Februar 2026
M D M D F S S
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
232425262728  

Partner

Partner

/* */
Gedenken der deportierten Sinti und Roma

Gegen das Vergessen: Gedenkstunde für deportierte Sinti

Am 8. März erinnert Wiesbaden an die Deportation der Wiesbadener Sinti nach Auschwitz-Birkenau. Stadt und Landesverband Deutscher Sinti und Roma laden zur Gedenkstunde ins Rathaus – und setzen ein klares Zeichen für Demokratie, Menschenwürde und Verantwortung.

Grafik: Kathleen Rother Redaktion 3 Stunden vor 0

Es ist ein Termin, der in Wiesbaden feststeht. Die Tatsache, dass das Mahnmal an der Bahnhofstraße im Moment abgebaut ist, ändert daran nichts. So steht der Termin auch 2026 im Kalender des Erinnerns: Am 8. März gedenkt die Stadt der Deportation der Wiesbadener Sinti nach Auschwitz-Birkenau. Nicht in der Bahnhofstraße, sondern im Rathaus, denn: Was 1943 geschah, verschwindet nicht im Strom der Geschichte.

Wiesbadener Sinti, kurz gefasst

Gedenkstunde – gemeinsames gedenken und erinnern am 83. Jahrestag
Teilnahme: frei
Wann: Sonntag, 8. März 2026, 16:30 Uhr
Wo: Stadt Wiesbaden Rathaus, Schlossplatz 6, 65183 Wiesbaden

Am Sonntag, 8. März, laden der Hessische Landesverband Deutscher Sinti und Roma und die Landeshauptstadt Wiesbaden zur Gedenkstunde ins Rathaus ein. Die Erinnerung folgt keinem Zufall. Sie folgt einem Datum, das sich tief eingeschrieben hat: 8. März 1943. Damals rissen die Nationalsozialisten Wiesbadener Familien aus ihren Wohnungen, deportierten sie und lieferten viele von ihnen dem Tod aus.

Adam Strauß, Vorsitzender des Verbands Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Hessen, und Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende sprechen Grußworte. Gemeinsam erinnern sie an die entrechteten, verfolgten und ermordeten Sinti und Roma aus Wiesbaden, aus Deutschland und aus Europa. Das June Heilig Ensemble begleitet die Gedenkstunde musikalisch und verleiht dem Erinnern einen würdigen Rahmen.

Geschichte, die nicht verstummt

Sinti leben seit über 600 Jahren im deutschsprachigen Raum, Roma seit rund 200 Jahren. Trotzdem erkennen viele sie bis heute nicht als selbstverständlichen Teil der Gesellschaft an. Adam Strauß warnt vor politischen Tönen, die ausgrenzen. Demokratie lebt nur, wenn Menschen sie verteidigen. Wer die Vergangenheit kennt, erkennt, wie zerbrechlich Freiheit bleibt.

Auch Mende betont, dass Erinnerung kein Ritual ohne Folgen sein darf. Wenn Antisemitismus, Rassismus und Antiziganismus wieder lauter auftreten, braucht es klare Haltung. Die Stadt stellt sich an die Seite der Betroffenen. Sie schließt in ihr Gedenken auch andere Minderheiten ein, etwa die Jenischen, die unter derselben Ideologie litten.

Erinnerung als Verpflichtung

Der 8. März steht in Wiesbaden nicht nur für Trauer. Er steht für Verantwortung. Der jährliche Termin im Kalender des Erinnerns fordert die Gegenwart heraus. Er fragt, wie wir heute handeln. Er verlangt Respekt, Mut und Aufmerksamkeit.

Die Gedenkstunde im Rathaus öffnet Raum für Stille und für Gespräch. Sie lädt Bürgerinnen und Bürger ein, gemeinsam innezuhalten. Wiesbaden zeigt damit: Die Geschichte der Wiesbadener Sinti gehört zur Stadtgeschichte. Und wer sie erzählt, schützt die Demokratie.

Symbolbild – Mahnmal in der Bahnhofstraße, im Moment abgebaut ©2024 Volker Watschounek

Weitere Nachrichten aus dem Stadtteil Mitte lesen Sie hier.

Die offizielle Internetseite des Landesverbandes der Sinti und Roma finden Sie unter www.sinti-roma.com.

 

Diskutieren Sie mit

Diskutieren Sie mit

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert