Wiesbaden baut die „Stille Stunde“ aus und stärkt Inklusion durch Teilhabe von Geschäften und Kulturorten.
Wiesbaden stellt den Alltag für einen Nachmittag auf leise – und trifft damit einen Nerv. Am Dienstag, 14. April, hatte die Stadt zu einem Vernetzungstreffen der Initiative „Stille Stunde“ ins Museum Reinhard Ernst eingeladen. Händler, Institutionen und neue Interessierte kamen zusammen, tauschten Erfahrungen aus und suchten gemeinsam nach den nächsten Schritten.
Wenn Einkaufen plötzlich entspannt wurde
Gedimmtes Licht, reduzierte Geräusche, klarere Abläufe: Was einfach klingt, zeigt Wirkung. Seit Juli 2025 entwickelt sich die „Stille Stunde“ in Wiesbaden – und überzeugt mehr und mehr Parter. Mehr als 40 Geschäfte beteiligen sich schon. Neue Orte sind hizugekommen,kommen hinzu: zuletzt das Café der Orangerie und das frauen museum wiesbaden . Auch das Stadtmuseum am Markt kündigte seinen Einstieg an.
Die Idee ist klar: Menschen mit sensorischen Empfindlichkeiten sollen entspannter einkaufen und Kultur erleben können. Aus einem Projekt wird Schritt für Schritt ein fester Bestandteil des städtischen Lebens.
Austausch brachte Bewegung
Beim Treffen berichteten Händler offen von ihren Erfahrungen. Sie schilderten, was funktionierte – und wo sie nachjustierten. Daniela Hill machte deutlich, wie wichtig ruhige Räume im Alltag sind. Ihre Perspektive gab dem Austausch Gewicht. Auch politisch ist das Thema präsent. Die hessische Sozialministerin Heike Hofmann hob die Vorreiterrolle Wiesbadens hervor. Dr. Patricia Becher betonte von Seiten der Stadt wied: Inklusion dürfe kein einmaliges Projekt bleiben.
Kultur öffnete neue Räume
Dass das Treffen im Museum Reinhard Ernst stattfand, setzt ein Signal. Kulturorte zeigen, dass sie mehr können als ausstellen. Sie gestalteten Räume neu, schaffen Atmosphäre und machen Teilhabe erlebbar.
Am Ende bleibt kein großes Versprechen, sondern ein klarer Auftrag: weitere Partner gewinnen, das Angebot ausbauen, die „Stille Stunde“ fest verankern. Wiesbaden zeigt, dass Rücksicht kein Zusatz ist – sondern Teil des Alltags werden kann.
Foto ©2026 LH Wiesbaden
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