Es sind oft die unscheinbaren Stellen, die im Alltag fehlen. Ein gesperrter Zugang verändert Wege, verlängert Spaziergänge: Geschichte.
Wer den Kurpark Wiesbaden regelmäßig besucht, kennt die Abkürzung: Wochenlang blieb der Zugang auf Höhe der Sonnenberger Straße 36 gesperrt. Jetzt kehrt Bewegung zurück. Ab Freitag, 17. April, öffnet die Stadt den Weg wieder – zumindest teilweise.
Eine Treppe gerät ins Rutschen
Der Anlass klingt unspektakulär, hat es aber in sich. Die alte Treppenanlage zeigte deutliche Schwächen. Regenfälle im Jahr 2025 hatten den Untergrund Stück für Stück ausgespült. Was zunächst kaum auffiel, entwickelte sich langsam zum Problem: Die Stufen neigten sich, das Fundament verlor Halt, das Material alterte sichtbar.
Irgendwann genügte ein prüfender Blick – und die Entscheidung fiel. Die Standsicherheit ließ sich nicht mehr garantieren. Die Stadt sperrte den Zugang und begann mit der Sanierung.
Bauphase eins: Der Weg steht wieder
Ende Februar rückten die Bauarbeiter an. Sie räumten ab, stabilisierten den Untergrund und bauten den Weg neu auf. Die erste Etappe ist inzwischen abgeschlossen. Spaziergänger können den Zugang ab Freitag wieder nutzen – auch wenn noch nicht alles fertig wirkt. Wer genau hinsieht, erkennt, was fehlt. Die Handläufe stehen noch nicht. Und genau die sind entscheidend, wenn es um Sicherheit und Komfort geht.
Geduld gefragt: Handläufe folgen später
Die Montage der Geländer verzögert sich aus einem simplen Grund. Erst nach dem Wegebau lassen sich die exakten Maße bestimmen. Planung auf Sicht, gewissermaßen.
Die Stadt rechnet damit, dass die Handläufe in vier bis sechs Wochen stehen. Bis dahin bleibt der Zugang nutzbar, aber mit Einschränkungen. Wer hier unterwegs ist, sollte also einen Moment länger auf den Schritt achten – besonders bei Nässe.
Ein kleiner Zugang, große Wirkung
Es sind oft die unscheinbaren Stellen, die im Alltag fehlen. Ein gesperrter Zugang verändert Wege, verlängert Spaziergänge, irritiert Gewohnheiten. Jetzt kehrt ein Stück Normalität zurück. Der Kurpark öffnet sich wieder an einer vertrauten Stelle – noch nicht perfekt, aber funktional. Und manchmal reicht genau das, um den nächsten Spaziergang ein wenig entspannter zu beginnen. Am Donnerstahgabend sah alles schon gut aus, die Zäune stehen aber noch.



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