Diesmal führt die Dachzelt-Testreihe an den Edersee. Auf dem Dach unseres Škoda Karoq musste sich das Moby Mountain Peak XXL im Mai unter realen Bedingungen beweisen. Zwei Erwachsene und ein Hund am Seeufer bei sommerlichem Wetter. Ideale Voraussetzungen für einen ausführlichen Praxistest.
Mit einer Liegefläche von 187 x 205 Zentimetern und einem Gewicht von rund 75 Kilogramm gehört das Peak XXL zu den größeren Hybrid-Hartschalen-Dachzelten auf dem Markt. Konzipiert ist es für zwei Erwachsene und zwei Kinder. Bereits beim ersten Eindruck wird deutlich, dass sich das Konzept große Parallelen zum iKamper Skycamp aufweist. Geschlossen wirkt das Zelt überraschend kompakt, geöffnet entsteht dagegen ein geräumiger Schlafraum.
In drei Minuten bezugsfertig
Eine große Stärke zeigt das Peak XXL beim Aufbau. Nach einigen Durchläufen sitzt jeder Handgriff.
Drei Schnallen an der Unterseite lösen, die Hartschale leicht nach oben drücken, dann übernehmen die Gasdruckfedern. Anschließend wird mit Hilfe der Leiter die zweite Liegehälfte ausgeklappt und der Eingangsbereich aufgespannt.
Besonders praktisch: Die Matratze liegt bereits beim Öffnen exakt an ihrem Platz. Klettbefestigungen halten sie dauerhaft in der richtigen Position. Verrutschen, Falten oder lästiges Nachjustieren entfallen komplett. Nach weniger als drei Minuten steht das Dachzelt vollständig aufgebaut und ist sofort einsatzbereit.
Der Abbau gelingt ähnlich unkompliziert. Leiter einklappen, Liegefläche zusammenklappen, den Zeltstoff nach innen stopfen, die Hartschale zuziehen und die Schnallen schließen. Nach rund sechs Minuten ist das Fahrzeug wieder abfahrbereit.
Viel Licht, ein wenig Kondenswasser
Mehrere große Fenster und das Dachfenster sorgen für eine angenehme Belüftung und ein offenes Raumgefühl. Nur an der Seite, wo die Hartschale die Seitenwand bildet ist kein Fenster Vorhanden. Dafür kann man durch das Dachfenster den Sternenhimmel sehen. Trotz zwei geöffneter Fenster bildete sich über Nacht etwas Kondenswasser an der Decke.
Gerade mit Hund macht sich das großzügige Platzangebot bemerkbar. Selbst zu zweit mit Hund blieb luxuriös viel Bewegungsfreiheit vorhanden.
Die Matratze stößt an ihre Grenzen
Die serienmäßige Matratze misst rund vier Zentimeter in der Höhe und bietet für die meisten Schlafpositionen einen angemessenen Komfort. Wer auf dem Rücken schläft, dürfte kaum etwas vermissen.
Seitenschläfer bemerken jedoch einen Schwachpunkt. Insbesondere im Hüftbereich ist der darunterliegende Zeltboden durch die Matratze spürbar. Das schmälert den Komfort etwas. Dennoch bleibt das Schlafgefühl insgesamt angenehmer als beim klassischen Zelten auf dem Boden. Wer längere Reisen plant, könnte über einen zusätzlichen Topper nachdenken.
Zubehör erweitert den Wohnraum
Für das Peak XXL kann man bei Abenteuerdachzelt passendes Zubehör mit ausleihen. Besonders interessant sind die erhältliche Markise sowie das optionale Vorzelt, das den Wohnbereich erheblich erweitert.
Beim Vorzelt sollte allerdings darauf geachtet werden, dass das Fahrzeug mindestens 170 Zentimeter hoch ist. Höhere SUVs und Geländewagen eignen sich daher besonders gut für diese Kombination.
Der größte Nachteil zeigt sich unterwegs
Während Aufbau, Platzangebot und Wohnkomfort überzeugen, offenbart das Peak XXL beim Reisen eine Schwäche.
Durch eine Lücke zwischen Dachzelt und Dachträgern entsteht bereits ab ca. 40 km/h ein deutlich hörbares Pfeifen. Ähnlich wie bei dem iKamper Skycamp. Bei den Hartschalendachzelten trat dieses Phänomen noch nicht auf, da diese komplett auf den Dachträgern aufliegen und keine Lücke entsteht.
Im geschlossenen Zustand bleibt praktisch kein Stauraum im Zelt. Bereits ein einzelner Schlafsack kann dazu führen, dass die Hartschale nicht mehr sauber schließt. Bettzeug, Decken und zusätzliche Ausrüstung müssen daher vor jeder Fahrt vollständig herausgenommen und separat verstaut werden.
Für Reisende, die täglich den Standort wechseln, kann das schnell lästig werden. Wer dagegen mehrere Nächte an einem Ort bleibt, wird diesen Nachteil deutlich weniger stark wahrnehmen.
Fazit
Das Moby Mountain Peak XXL überzeugt mit enormem Platzangebot, unkompliziertem Aufbau und einem familienfreundlichen Konzept. Die Verarbeitung wirkt durchdacht, die Belüftung funktioniert gut und die fest positionierte Matratze sorgt dafür, dass das Zelt nach dem Öffnen sofort bezugsfertig ist.
Kleine Abstriche gibt es bei der Matratzenstärke für Seitenschläfer sowie beim fehlenden Stauraum im geschlossenen Zustand. Insgesamt bietet das Peak XXL jedoch ein sehr überzeugendes Gesamtpaket – insbesondere für Familien, Paare mit Hund und Camper, die Wert auf viel Platz bei gleichzeitig einfachem Auf- und Abbau legen.












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