Von Pinguinen bis Pfeilgiftfröschen: Eine neue Studienausstellung im Museum Wiesbaden beleuchtet die Vielfalt der Brutpflege.
Zwischen Instinkt, Hingabe und erstaunlicher Kreativität bewegt sich die neue Studienausstellung „Brutpflege – Liebe ohne Worte“. Vom 7. Juni 2026 bis zum 10. Januar 2027 widmet sich die Schau im Museum Wiesbaden einem Thema, das jedes Leben verbindet: dem Schutz und der Versorgung des Nachwuchses.
Museum Wiesbaden, kurz gefasst
Sonderausstellung – Trio mit Tiger
Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 5,00 Euro
Wann: 7. Juni 2026 bis zum 10. Januar 2027
Wo: Museum Wiesbaden – Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur, Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden
Die Ausstellung der Naturhistorischen Sammlung zeigt, wie unterschiedlich Tiere weltweit mit der Herausforderung umgehen, ihre Nachkommen ins Leben zu begleiten. Manche Arten verlassen sich auf günstige Umweltbedingungen, andere investieren Wochen oder Monate in die Aufzucht.
So vergräbt das Hammerhuhn seine Eier im warmen Vulkansand Sulawesis und überlässt das Ausbrüten der Natur. Der Zweipunkt-Baumsteiger dagegen betreibt eine aufwendige Familienarbeit: Das Männchen bewacht die Eier, trägt die geschlüpften Kaulquappen in kleine Wasserstellen und das Weibchen versorgt sie dort mit Nähreiern.
Wenn Väter brüten und Pinguine Geduld beweisen
Auch vertraute Vorstellungen von Elternschaft geraten ins Wanken. Beim Nandu übernimmt allein das Männchen die Aufzucht. Es baut das Nest, brütet die Eier aus und führt die Küken über Monate durch die Landschaft.
Besonders eindrucksvoll erscheint die Fürsorge der Königspinguine. Sie wechseln sich bei der Versorgung ihres einzigen Eis ab und überstehen dabei oft wochenlange Hungerphasen. Beim Weißkehl-Faultier wiederum wird Nähe zum entscheidenden Überlebensfaktor: Das Junge reist monatelang auf dem Rücken seiner Mutter durch die Baumkronen.
Wissenschaft trifft Emotion
Kurator Dr. Konrad Lipkowski möchte mit der Studienausstellung nicht nur biologische Fakten vermitteln. „Wenn man sieht, was Tiere leisten und auf sich nehmen, um neues Leben zu ermöglichen, beginnt man, Hingabe neu zu denken“, sagt er. Die Ausstellung lädt dazu ein, über Fürsorge, Verantwortung und die Grenzen zwischen Instinkt und Empfindung nachzudenken.
Damit verbindet die Schau wissenschaftliche Erkenntnisse mit einer Frage, die Menschen seit jeher beschäftigt: Was bedeutet Elternliebe – und gibt es etwas Vergleichbares auch im Tierreich?
Bild – Blick in die Ausstellung. Foto: Museum Wiesbaden / Bernd Fickert
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