Das Wiesbadener Handwerk trauert um Bernhard Mundschenk. Der frühere Hauptgeschäftsführer prägte die Interessenvertretung der Betriebe.
Das Wiesbadener Handwerk verliert eine seiner prägenden Persönlichkeiten. Bernhard Mundschenk, langjähriger Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Wiesbaden, stirbt im Alter von 65 Jahren. In der Landeshauptstadt reagiert man mit spürbarer Betroffenheit auf die Nachricht seines Todes. Über Jahrzehnte hat Mundschenk das Handwerk in der Region begleitet, moderiert, organisiert und immer wieder vorangebracht.
Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende würdigt den Verstorbenen als Persönlichkeit mit großem Einfluss auf Wirtschaft und Stadtgesellschaft. „Mit dem Tod von Bernhard Mundschenk verlieren wir eine hochgeschätzte Persönlichkeit und einen Menschen, der das Handwerk in Wiesbaden und Hessen über viele Jahre geprägt hat“, erklärt Mende. Seine Gedanken gelten Mundschenks Familie, seiner Frau, den erwachsenen Kindern und allen Angehörigen.
Ein Leben für das Handwerk
Wer mit Handwerksbetrieben, Kammern oder Ausbildungsgremien in Hessen zu tun hatte, begegnete ihm früher oder später. Seine berufliche Laufbahn begann 1992 bei der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern. Dort arbeitete er als Referent – eine Position, in der er bereits früh zeigte, wie sehr ihm die Strukturen und Interessen des Handwerks am Herzen lagen.
Drei Jahre später wechselte Mundschenk zur Handwerkskammer Wiesbaden. Dort wuchs seine Verantwortung Schritt für Schritt. Er übernahm Leitungsfunktionen, koordinierte Projekte und vertrat die Interessen von Betrieben, Innungen und Auszubildenden. 2015 übernahm er schließlich die Rolle des Hauptgeschäftsführers.
In dieser Position stand Mundschenk im Zentrum vieler Entscheidungen. Er sprach mit Politikern, hörte Handwerksmeistern zu, diskutierte mit Unternehmern über Fachkräfte, Ausbildung und Digitalisierung. Wer ihm begegnete, traf selten auf große Gesten. Mundschenk setzte eher auf das ruhige Gespräch, auf Verlässlichkeit und auf eine klare Haltung.
Gesprächspartner für Politik und Wirtschaft
Auch im Wiesbadener Rathaus erinnerte man sich schnell an diese Art der Zusammenarbeit. Bürgermeisterin und Wirtschaftsdezernentin Christiane Hinninger beschreibt Mundschenk als kompetenten und empathischen Gesprächspartner. Die Kooperation zwischen Stadtverwaltung und Handwerkskammer habe stets auf Vertrauen basiert.
Gerade in Zeiten wachsender Herausforderungen blieb Mundschenk eine verbindende Figur. Fachkräftemangel, Nachwuchssorgen oder neue Anforderungen an Betriebe: Die Themen stapelten sich, doch Mundschenk versuchte, Lösungen zu moderieren. Mal ging es um Ausbildungsplätze, mal um Förderprogramme oder um die Frage, wie Handwerksbetriebe junge Menschen erreichen können.
Dabei verstand er es, wirtschaftliche Interessen und politische Rahmenbedingungen zusammenzubringen. Wer ihm zuhörte, merkte schnell: Hier spricht jemand, der nicht nur verwaltet, sondern gestalten will.
Ruhestand – und ein kurzer Abschied
Im Mai 2025 verabschiedete sich Bernhard Mundschenk in den Ruhestand. Für viele Weggefährten kam dieser Abschied überraschend schnell. Über drei Jahrzehnte hatte er das Handwerk begleitet, Debatten geführt, Veranstaltungen organisiert und Strategien entwickelt. Seine Stimme gehörte gewissermaßen zum institutionellen Gedächtnis der Kammer.
Dass nun so kurz nach seinem Ausscheiden die Nachricht seines Todes folgt, verstärkt die Betroffenheit in der Branche. Viele erinnern sich an einen Menschen, der Diskussionen nicht scheute, aber stets das Gemeinsame suchte. Und der wusste, dass Handwerk mehr ist als Wirtschaft – nämlich auch Tradition, Ausbildung und gesellschaftlicher Zusammenhalt.
Eine Lücke im Wiesbadener Handwerk
Mit Bernhard Mundschenk verliert die Handwerkskammer Wiesbaden einen langjährigen Gestalter. Die Stadt verliert einen verlässlichen Ansprechpartner. Und das regionale Handwerk verliert jemanden, der viele Entwicklungen über Jahrzehnte begleitet hat.
Zurück bleiben Erinnerungen an Gespräche, an Projekte und an einen Mann, der lieber Brücken baute, als Schlagzeilen zu produzieren. In einer Branche, die von praktischer Arbeit lebt, passt das vielleicht sogar ganz gut.
Foto – Bernhard Mundschenk.©2025 Wiesbaden lebt!
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