Der Morgen begann an einer kleinen Kirche in Tornio, direkt an der Grenze zu Schweden. Hier hatten wir am Vorabend unser Nachtlager aufgeschlagen. Die Nacht war ruhig gewesen – nur der Fluss neben der Kirche erinnerte daran, dass Finnland hier langsam zu Ende geht.
Letztes Frühstück in Finnland
Wir starteten entspannt in den Tag. Frühstück kochen, Kaffee machen, noch einmal den Blick über die verschneite Landschaft genießen. Danach wurde das Naturbummler Dachzelt wieder zusammengeklappt – Routine nach vielen Tagen auf Reisen.
Bevor wir aufbrachen, erledigten wir noch eine kleine Formalität:
Sparky musste für die Einreise nach Schweden beim Zoll angemeldet werden. Das geht unkompliziert online. Nach wenigen Minuten hatten wir per Mail eine Registrierungsnummer, die wir bei einer möglichen Kontrolle vorzeigen könnten.
Dann ging es über die Brücke – und damit von Finnland nach Schweden.
Luleå: Spaziergang über das gefrorene Meer
Unser erstes Ziel auf schwedischer Seite war Luleå.
Die Stadt liegt an der Bottenbucht, dem nördlichsten Teil der Ostsee. Im Winter friert das Meer hier häufig komplett zu. Die Eisdecke kann dann mehrere Dezimeter dick werden – stabil genug, dass Menschen darauf spazieren gehen können. Genau das machten wir auch.
Direkt vom Hafen aus führt ein Weg hinaus aufs Eis. Menschen spazierten über die zugefrorene Ostsee, einige mit Schlitten, andere mit Schlittschuhen. Vor Ort kann man sich sogar Schlitten oder Schlittschuhe ausleihen, um über das Eis zu gleiten.
Ein ziemlich surrealer Moment: Über das Meer laufen – mitten im Winter in Nordschweden. Wir blieben etwa eine Stunde draußen, spazierten über die Eisfläche und genossen die klare Winterluft.
Technik meldet sich wieder
Zurück am Auto kam allerdings schnell wieder die Realität des Roadtrips. Beim Starten des Motors zeigte sich erneut das alte Problem: Die Batterie schwächelte.
Also fuhren wir direkt zur nächsten Werkstatt. Ein guter Instinkt – denn dort wollte das Auto plötzlich gar nicht mehr anspringen. Erst mit zwei großen Starterbatterien der Werkstatt sprang der Motor wieder an. Ein kurzer Blick in den Motorraum brachte eine mögliche Ursache: Die Lichtmaschine könnte defekt sein.
Da die Werkstatt keine passenden Ersatzteile hatte, schickte man uns etwa zehn Minuten weiter zu einem Mitsubishi-Händler.
Werkstattpech vor dem Wochenende
Dort angekommen dann die nächste Ernüchterung: Keine Kapazitäten mehr vor dem Wochenende. Auch beim benachbarten Euromaster das gleiche Bild.
Also standen wir vor einer Entscheidung: warten – oder weiterfahren.
Der Motor lief gerade. Außerdem waren wir inzwischen nicht mehr in der tiefsten nordischen Wildnis. Die Straßen wurden größer, die Orte dichter. Also entschieden wir uns für das Weiterfahren – und hoffen, dass das Auto bis Deutschland durchhält.
Abendessen in Örnsköldsvik
Am Abend erreichten wir Örnsköldsvik, eine Küstenstadt am sogenannten Höga-Kusten-Gebiet, das für seine dramatischen Küstenlandschaften bekannt ist.
Hier machten wir Halt bei MAX Burgers. Die Fast-Food-Kette wurde 1968 in Nordschweden gegründet und gilt heute als eine der bekanntesten Burgerketten in Skandinavien. Besonders bekannt ist MAX dafür, früh vegetarische und klimafreundliche Alternativen auf die Karte gesetzt zu haben.
Für uns gab es Burger mit Pommes für je 14 € (inklusive Getränk) – und gleichzeitig nutzten wir die Gelegenheit, unsere Powerstation aufzuladen.
Weiter auf der E4
Danach sprang das Auto zum Glück wieder problemlos an. Wir fuhren noch etwa 30 Minuten weiter auf der E4, der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung entlang der schwedischen Ostseeküste.
Schließlich entschieden wir uns für einen Autobahnrastplatz nahe eines Nationalparks als Nachtlager. Ein pragmatischer, ruhiger Ort für die Nacht.
Die Temperaturen waren inzwischen deutlich milder geworden. Die extremen Minusgrade aus dem hohen Norden hatten wir wohl hinter uns gelassen. In dieser Nacht sollte es nur noch auf 0°C runter gehen.
Tagesfazit
Tag 15 brachte einen echten Kontrast:
morgens ein letzter Blick auf Finnland, mittags ein Spaziergang über die gefrorene Ostsee, dann nur noch Temperaturen über 0°C – und zwischendurch wieder einmal ein Auto, das seine eigene Meinung hatte.
Doch genau das gehört zu einem Roadtrip dazu: Man plant eine Route – und unterwegs schreibt die Reise ihre eigene Geschichte.



Tag 14: Huskys, Weihnachtsdorf und Abschied vom Polarkreis
Tag 13: Werkstattpause, Levi und eine unerwartete Auszeit
Tag 12: Festgefahren im Winterwunderland
Tag 11: Vom Nordkap nach Finnland – Sonne, Weite und ein stiller Grenzübertritt
Tag 10: Alta, Magerøya und der nördlichste Punkt unserer Reise
Tag 9: Von Tromsø nach Alta – ein Roadtrip im Rhythmus des Nordens 
