Der Morgen begann ruhig in unserer Unterkunft bei Arctic Shaman Adventures – Jurtta. Nach den ungeplanten Werkstatttagen fühlte sich dieser Tag endlich wieder nach normalem Roadtrip an.
Frühstück im Winterdorf
Im Haupthaus wartete ein kleines, aber wirklich gutes Frühstücksbuffet. Kaffee, Tee, Saft und Wasser standen bereit. Dazu frischer Porridge, Obst, Müsli, gekochte Eier, Brötchen, Wurst und Käse. Genau das, was man nach einer kalten Nacht in Lappland braucht – einfach, aber richtig lecker.
Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen zusammen und checkten pünktlich um 11 Uhr aus.
Spaziergang über den gefrorenen See und Huskys
Bevor wir endgültig aufbrachen, machten wir noch einen Spaziergang über den großen zugefrorenen See neben der Unterkunft. Die Eisfläche lag still unter einer dicken Schneeschicht, der Himmel getrübt und die Luft ruhig.
Nur wenige Minuten entfernt liegt eine Huskyfarm. Dort trafen wir einige Sibirische Huskys, die entspannt im Schnee lagen – freundlich, neugierig und durchaus verschmust. Diese Hunde sind meist an Besucher gewöhnt.
Vor den Schlitten arbeiten hier jedoch meist Alaskan Huskys. Diese sind speziell für Rennen und das Ziehen von Schlitten gezüchtet und gelten als besonders ausdauernd. Eine Mitarbeiterin erklärte uns, dass die Wohlfühltemperatur für Schlittenhunde etwa –15 °C beträgt – genau dann laufen sie am liebsten.
Ein spannender Einblick in eine Welt, die man sonst meist nur aus Dokumentationen kennt.
Zurück zur Werkstatt
Danach ging es zurück zur Werkstatt. Dort tauschten wir unseren Leihwagen – einen Toyota Prius – wieder gegen unseren Mitsubishi Pajero.
Die reparierte Bremsleitung vorne links hielt, das Auto fühlte sich wieder vertraut an. Endlich konnten wir unsere Reise fortsetzen.
Kurs: Süden – Richtung Rovaniemi.
Weihnachtsstimmung im Santa Claus Village
Am späten Nachmittag erreichten wir das Santa Claus Village.
Das Weihnachtsdorf liegt etwa acht Kilometer nördlich von Rovaniemi direkt auf dem nördlichen Polarkreis. Der Parkplatz ist kostenlos und auch der Zugang zum Dorf selbst kostet keinen Eintritt. Trotzdem wirkt die Anlage wie eine kleine Weihnachtswelt: Lichter, Musik, dekorierte Häuser, Restaurants, Souvenirshops sowie Angebote mit Rentieren und Huskys.
Die Geschichte des Dorfes reicht bis in die 1950er Jahre zurück. Damals wurde hier eine Hütte für Eleanor Roosevelt errichtet, die auf einer Reise nach Lappland den Polarkreis besuchte. Dieser Besuch gilt als einer der Startpunkte für den heutigen Tourismus rund um den Weihnachtsmann in Rovaniemi.
Viele Attraktionen im Dorf sind allerdings recht teuer. Beim Besuch beim Weihnachtsmann darf man keine eigenen Fotos machen. Stattdessen werden professionelle Bilder aufgenommen, die man anschließend kaufen kann – etwa 45 € pro Foto. Das war es uns dann doch nicht wert.
Ein kurzer Bummel durch die Souvenirläden durfte trotzdem nicht fehlen. Ein paar Magneten kauften wir als kleine Erinnerung an diesen besonderen Ort.
Abschied vom Polarkreis
Ein besonderer Moment unserer Reise war hier fast beiläufig:
Wir überquerten den nördlichen Polarkreis ein zweites Mal – diesmal in südlicher Richtung.
Einige Tage zuvor hatten wir ihn auf dem Weg nach Norden überschritten, auf dem Weg zum Nordkapp. Jetzt verließen wir langsam die arktische Zone wieder.
Was ist eigentlich der Polarkreis?
Der nördliche Polarkreis liegt derzeit bei etwa 66° 33′ nördlicher Breite. Er markiert die geografische Grenze der Arktis. Nördlich dieser Linie geht die Sonne mindestens einmal im Jahr nicht unter (Mitternachtssonne) und einmal nicht auf (Polarnacht).
Die genaue Lage des Polarkreises verschiebt sich übrigens langsam – etwa 15 Meter pro Jahr –, weil sich die Neigung der Erdachse minimal verändert.
Weiter Richtung Süden
Nach etwa zwei Stunden Weihnachtsstimmung ging es wieder auf die Straße. Wir hatten das Dorf schneller gesehen als gedacht.
Die Landschaft wurde ruhiger, der Verkehr weniger. Für die Nacht suchten wir uns schließlich einen ruhigen Platz an einer Kirche in Tornio, unweit der Grenze zu Schweden.
Hier schlugen wir schließlich unser Nachtlager auf. Ruhig, dunkel und abgelegen – ein guter Ort, um den Tag ausklingen zu lassen.
Tagesfazit
Tag 14 fühlte sich wieder nach Reisen an: Huskys, Winterlandschaft, Weihnachtsstimmung und schließlich eine stille Kirche am Rand des Waldes.
Und ganz nebenbei verabschiedeten wir uns vom Polarkreis – ein weiterer Meilenstein unserer Reise durch den hohen Norden.



Tag 13: Werkstattpause, Levi und eine unerwartete Auszeit
Tag 12: Festgefahren im Winterwunderland
Tag 11: Vom Nordkap nach Finnland – Sonne, Weite und ein stiller Grenzübertritt
Tag 10: Alta, Magerøya und der nördlichste Punkt unserer Reise
Tag 9: Von Tromsø nach Alta – ein Roadtrip im Rhythmus des Nordens
Tag 8: Wind, Eis und der Weg nach Tromsø 
