In einem großen Doppelhaus aus dem 19. Jahrhundert leben zwei sehr unterschiedliche Nachbarn. Sie verbindet ihre Geschichte: ein Briefwechsel macht dies deutlich.

In der Wiesbadener Bahnhofstraße wohnen während des Zweiten Weltkriegs zwei Familien, wie sie überall in Deutschland leben könnten. In der Nummer 46 lebt die jüdische Familie Strauss, links von ihnen, in der Hausnummer 44, die Familie Moos – bis zum Kriegsende überzeugte Nazis.

Nachbarn, kurz gefasst

Vortrag Nachbarn – Briefwechsel der Familien Moos und Strauss
Wann: Sonntag, 23. Oktober 2022, 11:00 Uhr
Wo: Stadtmuseum, Marktplatz, 65183 Wiesbaden (Anfahrt planen!)
Öffnungszeiten: Dienstags bis sonntags 11:00 – 17:00 Uhr, Do 11:00 20:00 Uhr
Eintritt: 6,00 Euro, ermäßigt 4,00 Euro
Eintritt: frei

In der Bahnhofstraße, neben dem Haus Nr. 44, in dem ich als Kind viel Zeit in der Wohnung meiner Großeltern verbracht hatte, stolperte ich im Juni 2019 über die Stolpersteine vor dem Haus Nr. 46. Da standen sie, Namen aus der Vergangenheit. So hat Veronika Moos, Leiterin des Malsaals des Hessischen Staatstheaters, Anfang des Jahres im Hessischen Staatstheater angefangen, ihre Familiengeschichte zu erzählen. Dafür ist sie tief in die eigene Geschichte sowie in die der Nachbarn eingetaucht. Sie hat die Briefe ihrer Eltern herausgesucht, sie analysiert und das Buch Nachbarn geschrieben. Es zeigt wie anders das Leben verlaufen kann, selbst wenn nur wenige Meter dazwischenliegen.

Verfolgung und Deportation

Die Briefe der genannten Familien Subdominante Ausdruck der Zeit des Nationalsozialismus. Mit der  synoptischen Gegenüberstellung der Briefe spiegelt Veronika Moos eine typische unmittelbare Nachbarschaft in der Zeit des Nationalsozialismus.  Der eine, Vater Heinrich Moos war überzeugter Nationalsozialist, Weinhändler Strauss war Jude. Alfred Strauss (Sohn) lebte 1948 bis 1968 erneut in Wiesbaden. Die Eheleute Moos lebten von 1940 bis 1973 in der Bahnhofstraße 44.

Foto oben ©2022 Wiesbaden lebt von Astloch – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

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