Mal ehrlich, hätten Sie vor einem Jahr gewusst, wie viele Intensivbetten es in Deutschland gibt? Wie viele Beatmungsplätze in Ihrer Stadt? Wahrscheinlich nicht. 

Ein Gastbeitrag von Ines Mondon

Intensivmedizin, das ist etwas, von dem man weiß, dass es das gibt, aber was man nie kennenlernen möchte. Nach großen Operationen, nach Unfällen oder bei schweren Erkrankungen kann es sein, dass man auf die Intensivstation kommt. Meist heißt das Hoffen und Bangen für die Angehörigen und eine schwere Zeit für den Patienten. Bislang schien es auch selbstverständlich zu sein, dass jeder, der einen solchen Platz benötigt, ihn auch bekommt, unabhängig von Alter, Vorerkrankungen oder Ähnlichem. Und dann kam COVID-19.

Ethische Diskussion

Das Coronavirus SARS CoV-2 stellt die Intensivpflege auf den Kopf. Es ist ein Virus, welches sich global ausbreitet und das eben, insbesondere bei älteren und vorerkrankten Menschen, manchmal zu einer so fulminanten Lungenentzündung führt, sodass es notwendig ist, diese Menschen intensivmedizinisch zu betreuen oder künstlich zu beatmen. Auf einmal rücken die Intensivstationen  und deren Mitarbeiter in den Fokus der Öffentlichkeit. Fragen tauchen auf, ob es überhaupt genügend Beatmungsplätze gebe. Öffentlich wird eine ethische Debatten geführt – ob man bei eingeschränkten Kapazitäten Patienten die Intensivmedizin verwehren könne, um Platz zu haben für andere Menschen, deren Überlebenschancen möglicherweise besser seien.

Intensivstation Sankt Josefs Hospital

Intensivstation Sankt Josefs Hospital

Die Mitarbeiter der Krankenhäuser sind plötzlich systemrelevanten Helden. Insbesondere das Personal der Intensivstationen wird mit großer Aufmerksamkeit bedacht. Mit Interesse, großer Wertschätzung, auch mit Geschenken und vor allem Respekt. Es gibt Beifall von Balkonen und ein großes mediales Interesse. Die plötzlich mit so viel Aufmerksamkeit Bedachten nehmen das zum Teil mit Erstaunen wahr, auch mit Freude natürlich, aber vordergründig mit einer gewissen Verwunderung. Tun sie alle doch ihre Arbeit wie vorher. Die Tatsache, auf einer Intensivstation zu arbeiten, ist doch immer mit großen Herausforderungen und hoher Verantwortung verbunden.

Intensivstation und COVID

Und nun COVID-19 – was bedeutet das eigentlich für die Menschen, die auf einer Intensivstation arbeiten? Neben all den Dingen, die im täglichen Leben alle betreffen: Lockdown und vielfältige Einschränkungen, Befürchtungen und Sorgen, gibt es vor allem neue und große Herausforderungen für die Intensivstationen. Organisationsstrukturen werden kurzfristig umgestellt, neue und angepasste Abläufe erarbeitet und das Thema „Ausrüstung“ bekommt auf einmal einen ganz anderen Stellenwert. Das betrifft Personal, Organisation, Qualität und Quantität von Apparaten, Medikamenten sowie Verbrauchs- und Schutzmaterial.

Besuchsverbot

Dazu kommen zutiefst menschliche Komponenten. Das Besuchsverbot in Krankenhäusern stellt das Sankt Josefs Hospital vor eine große Herausforderung, besonders in puncto Kommunikation mit Angehörigen. Aber auch was es heißt, für viele Stunden in Schutzausrüstung zu arbeiten, die Infektionsgefahr und die Befürchtungen, dass man selbst oder Kollegen erkranken könnten, all das läuft unterschwellig mit.

In den nächsten Tagen gibt Ihnen unser Partner, das Sankt Josefs Hospital einen persönlichen Einblick in die Arbeit auf der Intensivstation. Das Team der Interdisziplinären Intensivstation im stellt sich vor und lässt Sie teilhaben an seinen Erfahrungen, gerade jetzt in der COVID-19 Phase 2020. (Fotos: Ines Mondon, Sankt Josefs Hospital)

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Die offizielle Internetseite des Sankt Josefs Hospital finden sie unter www.joho.de

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