Tausende Juden wurden verhaftet. Menschen wurden erniedrigt, misshandelt. Geschäfte und Wohnungen wurden geplündert. Was in der Reichspogromnacht  geschah, war für alle sichtbar. 

Zum 84. Mal hat sich die Reichspogromnacht gejährt. Im Gedenken an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus kamen daher rund 200 Wiesbadener am Michelsberg zusammen, eben dort, wo am Vormittag des 10. November 1938 die Wiesbadener Synagoge brannte. Wiesbadens Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerhard Obermayr erinnerte in der Gedenkstätte namentliches Gedenken an die erschreckenden Taten vom 9. November 1938. Nach der berührende und zeitgemäßen Rede, für die der Stadtverordnetenvorsteher großen Zuspruch erhalten hatte, zitierten die Enkelin und Urenkelin von Dr. Paul Lazarus aus der letzten Predig des Rabbiners, die er am 17. Oktober 1938 in der Synagoge am Michelsberg gehalten hatte. Orit Yafeh und Ayellet Nir-Paz waren hierzu eigens aus Israel nicht zum ersten Mal angereist.
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Nach der Entzündung von sechs Gedenkkerzen für die sechs Millionen Opfer der Shoah endete die Gedenkveranstaltung mit dem Vortrag des Psalm 23 durch Kantor Dr. Martin Pam sowie dem Gebet El Male Rachamim mit Dr. Jacob Gutmark. Einige der zahlreichen Teilnehmer an der Gedenkveranstaltung kamen dann auch den Worten des Kaddish Gutmarks nach und entzündeten einige Kerzen im stillen Gedenken. Für eine Stunde war die Gedenkstätte, die sonst von einer Straße und ihrem Lärm durchschnitten wird, ein ruhiger Raum gemeinsamer Erinnerungen.

Foto oben ©2022 Volker Watschounek

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Informationen zur Reichspogromnacht finden Sie auf den Internetseiten der Landeszentrale für politische Bildung unter www.lpb-bw.de.

 

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