Der Städtepartnerschaftsstaffellauf führt von Wiesbaden nach Klagenfurt und macht Städtefreundschaft und Europa im wörtlichen Sinne erlebbar.
Donnerstagmittag, Wiesbaden: Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende hebt seinen Arm. Vor ihm stehen auf dem Der’schen Gelände die vier Läufer der TG Naurod, bereit für die erste Etappe des Abenteuers Wiesbaden – Klagenfurt.. „Sie haben etwas Großartiges vor – mehr als ein Marathon, mehr als ein Ultramarathon“, sagte Mende, bevor er die Gruppe verabschiedete.
40 Jahre Städtepartnerschaftsstaffellauf
Der diesjährige Städtepartnerschaftsstaffellauf ist der 31. Lauf in 40 Jahren, und er steht unter einem besonderen Motto: Europa laufend verbinden. Acht Tage dauert die Reise – vom 2. bis 9. Oktober – 840 Kilometer quer über Flüsse, Alpen und Grenzen.
Fünf Etappenziele bis nach Kärnten
Die Route führt über Heidelberg, Memmingen, Innsbruck, Sillian und Villach. Jeder Abschnitt bringt neue Herausforderungen, aber auch Begegnungen. Am Ziel wartet Klagenfurt, Wiesbadens älteste Partnerstadt. Dort empfängt Klagenfurts Bürgermeister Christian Scheider die Läufer im Rathaus.
Die Distanz verteilt sich auf mehr als 20 Läufer und Radfahrer, die sich im Staffelprinzip abwechseln. Die kürzeste Laufstrecke beträgt dabei 5 Kilometer, die längsten 15 Kilometer. Dazwischen gibt es, das ist neu, zum ersten Mal längere Radstrecken, die von strammen Waden „nur“ mit dem Rad gemeistert werden. Und während am ersten „halben“ Tag bis Heidelberg „nur“ 60 Kilometer auf dem Programm stehen, laufen und fahren die Sportler bis Donnerstag in drei Gruppen im Wechsel jeden Tag rund 200 Kilometer, geteilt in Etappen, begleitet von sechs Begleitfahrzeugen.
„Europa laufend verbinden“ – ein Motto mit Gewicht
„Besonders an diesem Lauf ist auch das Ziel“, betonten Mende und Wiesbadens Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerhard Obermayr beim Start. Die Verbindung zwischen Wiesbaden und Klagenfurt gilt als eine der ältesten Städtepartnerschaften weltweit. 2030 feiern beide Städte 100 Jahre Partnerschaft – ein Jubiläum, das Geschichte schreibt. Bleiben für Mende und Dr. Obermayr also noch fünf Jahre, um die Stadt in Kärnten vor dem Jubiläum noch persönlich kennenzulernen, wie beide am Rande anmerken.
40 Jahre Tradition, ein Symbol für Freundschaft
Der erste Partnerschaftsstaffellauf fand 1985 statt, organisiert von passionierten Läufern rund um den inzwischen 90-jährigen Ottmar Weiler. Seitdem ist er zur Tradition geworden. Mal führte die Strecke nach Montreux, mal über die Alpen nach Ljubljana, und jetzt zum ersten Mal mit Ziel Kärnten, nach Klagenfurt, wo man in den 90er Jahren kurz vor den Karawanken einen Zwischenstopp eingelegt hatte.

„Wir teilen die Kilometer, wir teilen die Strapazen – und wir teilen die Freude am Ankommen“, sagte Weiler im kurz vor dem Startschuss. Dieser Lauf sei nicht nur Sport, er sei ein Zeichen für Zusammenhalt. UNd wie sie zusammenhalten, die Läufer rund um Weiler, der „seine lauffreunde“ wie zuletzt von Naurod aus mental begleitet.
Empfang in Klagenfurt
Wenn die TG Naurod am 9. Oktober in Klagenfurt ankommt, warten Bürgermeister Christian Scheider und die Öffentlichkeit auf die Läufer und Radfahrer. Mit dabei sind dann neben Mendes Botschaft, – fünf Flaschen Rheingauer Wein – eine symbolische Geste, die an die Gastgeber übergeben werden.
„Wir laufen nicht nur für uns, sondern für die Freundschaft zwischen unseren Städten“, sagt ein Teilnehmer. „Das ist gelebte Partnerschaft – Schritt für Schritt.“
Foto – Start des Städtepartnerschaftsstaffellauf 2025 © 2025 Volker Watschounek
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