Ja, nein, vielleicht. Diese Frage stellen sich am Montag die 7360 Schüler sowie 1160 Lehrer die wieder zur Schule gehen. Klarheit herrscht bisher nur für Bus und Bahn sowie für die Geschäfte. Vom 27. April an gilt in Hessen und Wiesbaden die Maskenpflicht.

Hanau und Frankfurt waren die Vorreiter: Aus der  Empfehlung eine Maske zu tragen ist nun eine Pflicht geworden. Von Montag an gilt in ganz Hessen bevor man in ein Geschäft geht, Maske aufsetzen – und mindestens Nase und Mund entsprechend abzudecken. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und Bürgermeister Dr. Oiver Franz zeigen sich damit zufrieden.

„Durch die Maskenpflicht wird ein erhöhter gegenseitiger Schutz gerade an den Orten erreicht, an denen viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen und nicht sichergestellt werden kann, dass alle Abstandsregeln eingehalten werden.“ – Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und Bürgermeister Dr. Oiver Franz

Wie sich der Beschluss im Alltag ab Montag  praktisch umsetzen lässt, wirft jedoch einige Fragen auf. Das Land ist hier gefordert und muss nachlegen. Unklar ist etwa, wie die Regeln zum Schulbeginn in der kommenden Woche, wenn der Unterricht für die Abschlussklassen beginnt, ausgelegt werden. Unstrittig ist, dass diejenigen, die mit Bus und Bahn zur Schule fahren eine Maske tragen müssen. Was ist aber mit den Schülern die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Gilt im Klassenzimmer und auf den Schulhöfen eine Maskenpflicht? „Da muss das Land noch nacharbeiten,“ sind sich Wiesbadens Oberbürgermeister und Bürgermeister einig. (Anm. d. Red. – unklar ist, ob auf dem Wiesbadener Wochenmarkt die Maskenpflicht gilt. Per se sind die Personen draußen unterwegs. Ein direkter Kontakt ist aber in den meisten Fällen nicht zu vermeiden.)

„Die Kontaktbeschränkung und die Hygienevorschriften bleiben trotz Maskenpflicht bestehen.“ – Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und Bürgermeister Dr. Oiver Franz

Bezüglich der Schulöffnung wartet die Landeshauptstadt Wiesbaden noch auf genaue Ausführungshinweise seitens des Landes Hessen. Natürlich haben wir mit den vorbereitenden Maßnahmen begonnen, betont Schuldezernent Axel Imholz. Eine Arbeitsgruppe des Verwaltungsstabes, bestehend aus Städtischem und Staatlichem Schulamt, Gesundheitsamt, Feuerwehr, Sicherheitstechnischem Dienst und mehreren Schulleitern habe gleich am Montag die Arbeitspakete geschnürt und die Vorbereitungen für die Schulöffnung begonnen. Leider könnten die Verantwortlichen ohne die vom Land angekündigten, aber noch nicht verschickten Anforderungen an die Hygienepläne zunächst erst einmal nur allgemeine Hinweise geben, so Imholz weiter.

„Bisher sind bei uns von unterschiedlichen Gruppen mehr als 80 Fragen zur Schulöffnung eingegangen. Diese bearbeiten wir mit dem Staatlichen Schulamt und dem Gesundheitsamt, und hoffen, im Laufe des 23. April eine umfangreiche Handreichung zur Schulöffnung vorlegen zu können.“ – Schulamtsleiter Kay Römer

So habe man auf Anraten des Gesundheitsamtes alle Schulleitungen über die Grundzüge der hygienischen Vorsichtsmaßnahmen informiert und die Bestände an Flüssigseife sowie Papierhandtüchern abgefragt. Die ersten Rückmeldungen zeigen, dass in den meisten Schulen ausreichend Bestände für die Schulöffnung vorhanden sind. In den meisten Schulen ist zudem eine ausreichende Anzahl an Waschbecken vorhanden, um zumindest mit der reduzierten Schülerzahl den Schulbeginn zu gestalten. Bereits am Freitag wurde die voraussichtliche Präsenz an den Wiesbadener Schulen abgefragt. Die Schulleitungen haben zurückgemeldet, dass etwa 7360 Schüler sowie 1160 Lehrer am Montag die Wiesbadener Schulen besuchen werden. Allerdings erschwere das Fehlen der Hygieneanforderungen durch das Kultusministerium die Arbeit, so Römer.

„Wir beschränken uns auf die allgemein üblichen Vorkehrungen: Abstandsgebot, Händewaschen und bei Schichtwechseln etc. eine deutlich ausgeweitete Reinigung in den Schulen. Für die Stadt Wiesbaden gilt, dass die Sicherheit der Schüler, der Lehrer sowie aller anderen Mitarbeiter in den Schulen wie etwa Betreuungskräfte, Schulsekretärinnen und Hausmeister an erster Stelle stehen.“ – Schuldezernent Axel Imholz und Schulamtsleiter Kay Römer

Bezüglich einer Maskentragepflicht in Schulen wird auf Hinweise des Landes gewartet. Nach Aussagen des Verwaltungsstabes sind die in der Landeshauptstadt vorhandenen Vorräte an Schutzmasken für Rettungs-, Einsatz- und Pflegekräfte vorgesehen. Eine Möglichkeit, die Schulen flächendeckend mit städtischen Schutzmasken auszustatten sieht der Verwaltungsstab nicht. Einige Schulleitungen hätten bereits an die Eltern appelliert, den Kindern Schals oder einfache Masken mitzugeben. Wir prüfen zudem, ob jede Schule ein Reservekontingent bekommen kann, das an die Schüler verteilt wird, die keine Schals oder Masken mitbringen“, so der Schuldezernent. ∆

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