Mit klaren Empfehlungen, konkreten Zeitangaben und alltagstauglichen Tipps liefert das Umweltamt eine Orientierungshilfe, die viel Ärger erspart.
Feuchtigkeit gehört zum Alltag. Sie steigt beim Duschen auf, entweicht aus dampfenden Töpfen, sammelt sich in frisch gewaschener Wäsche. Ein Vier-Personen-Haushalt gibt täglich zwischen sechs und zwölf Liter Wasser an die Raumluft ab. Bleibt diese Feuchtigkeit in der Wohnung, sucht sie sich ihren Weg – oft an kalten Wänden, hinter Schränken oder an Fensterlaibungen. Dort kann sich Schimmel bilden.
Das Umweltamt der Landeshauptstadt Wiesbaden reagiert darauf mit einem neu aufgelegten Faltblatt: „Richtig Lüften – Schimmel vermeiden“. Die Broschüre erklärt kompakt, wie Bewohner Feuchtigkeit gezielt aus Wohnräumen abführen und ein gesundes Raumklima erhalten.
Stoßlüften wirkt – Kipplüften mit Maß
Im Mittelpunkt steht das Stoßlüften. Mehrmals täglich sollten Fenster weit geöffnet werden, damit warme, feuchte Raumluft schnell gegen kühlere Außenluft ausgetauscht wird. Wie lange gelüftet werden sollte, hängt von der Außentemperatur ab: Bei Temperaturen unter fünf Grad reichen oft wenige Minuten. Steigen die Temperaturen, verlängert sich die empfohlene Dauer entsprechend.
Das Faltblatt rät, gekippte Fenster nicht dauerhaft offen zu lassen. Dauer-Kippstellung kühlt die Wandbereiche aus und begünstigt Tauwasser. Sinnvoll kann eine zeitlich begrenzte Kombination aus Stoß- und Kipplüften sein, etwa um Restfeuchte aus Handtüchern oder Bettdecken abzuführen.
Heizen und Lüften zusammendenken
Wer morgens ein kühles Schlafzimmer lüften möchte, sollte zuvor kurz heizen. Warme Luft nimmt Feuchtigkeit besser auf. Erst dann lohnt es sich, die Fenster zu öffnen und die gesättigte Luft nach draußen zu transportieren. So sinkt die Luftfeuchtigkeit, ohne dass Wände unnötig auskühlen.
Besonders bei modernen, dicht schließenden Fenstern spielt regelmäßiges Lüften eine zentrale Rolle. Während ältere Fenster einen gewissen Luftaustausch durch Fugen zulassen, verhindern neue Modelle Wärmeverluste – und damit auch ungewollten Luftwechsel. Hier muss bewusst gelüftet werden.
Wie trocken darf es sein?
Die Broschüre nennt als Richtwert eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. Steigt der Wert dauerhaft über 70 Prozent, wächst das Risiko für Schimmelbildung. An kalten Wandoberflächen kann dieser kritische Wert bereits erreicht werden, selbst wenn die Raumluft in der Mitte noch akzeptabel erscheint. Ein Hygrometer hilft, den Überblick zu behalten.
Das Umweltamt weist außerdem darauf hin, dass auch bei Regen gelüftet werden sollte – vor allem im Winter. Kalte Außenluft enthält weniger Feuchtigkeit als warme Innenluft. Wer lüftet, transportiert also trotz Niederschlag Feuchtigkeit nach draußen.
Download und Abholung
Das Faltblatt steht online unter www.wiesbaden.de zum Download bereit. Gedruckte Exemplare liegen kostenlos im Umweltladen in der Luisenstraße 19 aus. Dort erhalten Interessierte auch persönliche Beratung zu Umwelt- und Klimaschutzthemen.
Symbolfoto ©2026 KI-generiert / Wiesbaden lebt!
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