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Kaleb Erdmann stellt im Literaturhaus Villa Clementine seinen Roman „Die Ausweichschule“ vor und spricht über das Erzählen von Gewalt und Erinnerung.

Zwischen Trauma und Text: Kaleb Erdmann stellt seinen Roman vor

Kaleb Erdmann eröffnet „Die Ausweichschule“ mit dem Zweifel am eigenen Erzählen. Im Literaturhaus Villa Clementine liest er aus seinem Roman und diskutiert mit FAZ-Kritiker Fridtjof Küchemann über Erinnerung, Gewalt und die Grenzen von Literatur.

Grafik: Kathleen Rother Redaktion 1 Monat vor 0

Kaleb Erdmann stellt im Literaturhaus „Die Ausweichschule“ vor und spricht über Trauma, Erinnerung und die Möglichkeiten von Literatur.

„Ich beginne nicht mit dem Schuss. Ich beginne mit dem Versuch, darüber zu schreiben.“ – Mit diesem tastenden Gestus eröffnet Kaleb Erdmann seinen Roman Die Ausweichschule. Er setzt nicht auf Dramatisierung, er sucht keine Zuspitzung. Er zeigt einen Autor am Schreibtisch. Er zeigt Zweifel. Er zeigt das Ringen um einen Anfang.

Literaturhaus Wiesbaden, kurz gefasst

Autorenlesung Die Ausweichschule
Eintritt: 15,00 Euro, ermäßigt 12,00 Euro, an der Abendkasse teuerer
Wann: Donnerstag, 19. Februar 2026, ab 19:30 Uhr
Wo: Literaturhaus Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65189 Wiesbaden

Am Donnerstag, 19. Februar, stellt Erdmann sein für den Deutschen Buchpreis nominiertes Werk im Literaturhaus Villa Clementine vor. Die Autorenlesung verspricht einen Abend, der Literatur nicht als fertiges Produkt präsentiert, sondern als offenen Prozess.

Schreiben als Annäherung

Der Roman springt zurück zum 26. April 2002. Als Elfjähriger erlebt Erdmann den Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium. Als Erwachsener fragt er, wie Erinnerung funktioniert. Er legt offen, wie Recherche verläuft. Er beschreibt, wie Bilder wiederkehren. Er notiert, wo Sprache stockt.

Der Roman erzählt nicht nur ein Ereignis. Er zeigt, wie jemand versucht, es zu begreifen. Erdmann verbindet autobiografische Spuren mit literarischer Konstruktion. Er springt zwischen damals und heute. Er prüft jede Szene. Er fragt, was erzählt werden darf – und was vielleicht unausgesprochen bleiben muss.

So entsteht kein Bericht, sondern eine Suchbewegung. Literatur wird hier zum Werkzeug, mit dem der Autor an seine eigene Geschichte herantritt. Dabei thematisiert er mentale Gesundheit, Erinnerung und die Verantwortung des Erzählens.

Gespräch über Grenzen der Literatur

Im Literaturhaus liest Erdmann nicht nur Passagen aus dem Buch. Er spricht mit dem FAZ-Kritiker Fridtjof Küchemann über Möglichkeiten und Grenzen von Literatur. Beide diskutieren, wie man Gewalt beschreibt, ohne sie zu reproduzieren. Sie fragen, wie Autofiktion Wahrheit berührt, ohne sie festzuschreiben. Das Publikum erlebt eine Autorenlesung, die sich nicht im Vortragen erschöpft. Der Abend öffnet einen Dialog. Er lädt dazu ein, mitzudenken und Fragen mitzunehmen.

Tickets und Informationen

Eintrittskarten kosten im Vorverkauf 12 Euro, ermäßigt 9 Euro, zuzüglich Gebühr. Die Tourist-Information Wiesbaden am Marktplatz verkauft sie ebenso wie die Website des Literaturhauses. An der Abendkasse zahlen Besucher 15 Euro, ermäßigt 11 Euro. Veranstalter ist das Literaturhaus Villa Clementine in Kooperation mit dem Kulturamt Wiesbaden.

Symbolfoto©2026 Webseite Kaleb Erdmann / Benjamin Dahlhoff – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

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Die Internetseite der Villa Clementine finden Sie unter www.wiesbaden.de.
Mehr über Kaleb Erdmann.

Erstveröffentlichung: 13.02.2026
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