Gefrorene Seen locken, doch sie bergen tödliche Risiken. Wie man Einbrüche vermeidet, sich selbst rettet und anderen ohne eigene Gefahr hilft.
Winter verwandelt Städte in glänzende Bühnen. Hafeneinfahrten frieren zu, Parks werden still, Teiche tragen ein silbriges Kleid. Und irgendwo knirscht es verheißungsvoll. Wer jetzt die Schlittschuhe zückt, spürt oft mehr Abenteuerlust als Vorsicht. Doch ein einziger Laut beendet die Romantik abrupt: knack!
Eis sieht vielversprechend aus, verrät aber nichts über seine tatsächliche Stärke. Selbst tagelanger Frost schafft keine Garantie. Unterströmungen schleifen Eis ab, Zuflüsse destabilisieren es, Temperaturschwankungen erzeugen Schwachstellen. Jede Fläche, auch vertraute, bleibt eine Wundertüte.
Erfahrene Retter erklären seit Jahren, dass man einer Eisfläche die Tragfähigkeit schlicht nicht ansieht. Sie bildet sich vom Ufer aus – also außen dicker, innen dünner. Ein Gewässer schafft an seiner tiefsten Stelle oft zuletzt eine tragfähige Schicht.
Unsichere Regeln
Es existieren Richtwerte, die Orientierung geben, aber keine Sicherheit liefern: (1) Stehende Gewässer gelten ab rund 15 Zentimetern Eis als betretbar. (2) Fließende Gewässer sollten mindestens 20 Zentimeter erreichen.
Viele Kommunen lassen das überprüfen. Doch solange kein offizielles „Freigegeben“-Schild steht, hilft nur eines: Vernunft. Und die darf gern lauter sein als die Schlittschuhe im Keller.
Warum der Einbruch so gefährlich ist
Wer einbricht, erlebt zwei Gefahren gleichzeitig. Die erste heißt Kälte. Innerhalb weniger Minuten sinkt die Körperkerntemperatur drastisch. Hände und Füße verlieren Gefühl, Kraft schwindet, Orientierung ebenso. Wer sich nicht festhalten kann, rutscht schneller ab, als er reagiert.
Dann droht die zweite Gefahr: Man taucht unter die Eisdecke, verliert Sicht und Halt, findet das Einbruchloch nicht zurück. Schon nach kurzer Zeit versagen Muskeln und Atmung. Jeder Versuch, hektisch zu strampeln, beschleunigt das Auskühlen zusätzlich.
Selbstrettung: Was jetzt zählt
Panik meldet sich zuverlässig zuerst. Doch wer die Kontrolle zurückgewinnt, erhöht seine Chance. Wichtig: ruhig bleiben, nicht wild treten. Der Körper verliert so weniger Wärme.
Dann gilt es, das umgebende Eis Stück für Stück in Richtung Ufer einzubrechen, bis eine stabilere Zone erreicht ist. Wer dort ankommt, sollte sich flach auf die Oberfläche schieben – Bauch oder Rücken, beides funktioniert. Arme angewinkelt, Beine nachziehen, langsam robben.
Und immer laut rufen, damit Umstehende helfen und den Notruf 112 wählen.
Wenn andere einbrechen
Zuschauen? Nie. Draufspringen? Auch nicht. Die beste Rettung beginnt am Ufer – mit Abstand und kühlem Kopf. Viele Gewässer besitzen Rettungsringe oder Stangen. Was nicht vorhanden ist, ersetzt man durch Schlitten, Äste, lange Jacken oder ein zusammengerolltes Seil. Hauptsache, Abstand zum gefährlichen Bereich.
Wer doch aufs Eis muss, verbreitert seine Auflagefläche: hinlegen, kriechen, nie stehen. So verteilen sich die Kräfte, und das Risiko sinkt. Die eingebrochene Person hält sich am Hilfsmittel fest, zieht sich soweit wie möglich selbst auf das Eis, danach robben alle gemeinsam zurück ans Ufer.
Dort zählt Wärme: Decken, Mäntel, Tee – und schnelle Hilfe. Nasse Kleidung muss weg. Falls Atmung und Bewusstsein fehlen, beginnt sofort die Herzdruckmassage, bis Profis übernehmen.
Symbolfoto ©2026 KI-generiert / Wiesbaden lebt!
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