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Tag 3: Von Schweden nach Norwegen

Zwischen Hafenkränen in Göteborg beginnt ein Roadtrip durch Skandinavien: Dachzelt einklappen, Rührei auf Asphalt, dann nordwärts. Spontan führt der Weg zur Festung, weiter über die Grenze nach Oslo – ein Tag voller Stille, Schnee und überraschender Weite.

Ayla Wenzel 2 Monaten vor 0

Göteborg im Rückspiegel, Schnee unter den Schuhen: Ein Roadtrip durch Skandinavien, mit Dachzelt, Burgmoment und leiser Ankunft in Oslo.

Der dritte Reisetag begann pragmatisch – und genau darin lag sein Reiz. Aufgewacht auf einem Parkplatz in Göteborg, kochten wir uns zwischen Asphalt und Morgendämmerung ein Frühstück – Rührei mit Pilzen und Speck und etwas Brot. Kein Panorama, kein Postkartenmoment – dafür Ruhe, Struktur, Klarheit. Danach klappte das Naturbummler-Dachzelt zusammen, routiniert, Handgriff für Handgriff. Wir starteten den Motor und steuerten den Hafen an.

Vom Industriehafen in die Natur

Mitten im Industriegebiet wirkt der Rune Lighthouse zunächst unscheinbar. Kräne, Lagerhallen, Asphalt. Doch schon nach wenigen Schritten kippt die Kulisse. Beton weicht Felsen, der Hafen öffnet sich zur Natur. Schnee liegt auf Steinen und Wegen, und im Weiß zeichnen sich Spuren ab: Vögel, kleine Säuger, Bewegung. Der Ort erzählt leise Geschichten – nicht laut, aber eindringlich. Wir gehen langsam, schauen genauer hin, lassen uns Zeit.

Ein Blick nach oben – und weiter

Zurück im Auto rollen wir nach Norden. Im Vorbeifahren taucht das Karlatornet auf – nicht nur Göteborgs höchstes Gebäude, sondern das höchste ganz Skandinaviens. Ein kurzer Blick, ein markanter Akzent, dann verschwindet das Hochhaus wieder hinter uns. Die Stadt lässt los, die Strecke übernimmt.

Spontanentscheidung mit Wirkung: Bohus Festung

Kurz hinter Göteborg sehen wir sie am Straßenrand: eine Burg. Wir bremsen, wechseln einen Blick, fahren ab. Spontan. Die Bohus Festung entpuppt sich als Glücksgriff – und als Highlight des Tages.

Der Eintritt kostet 12 Euro pro Person, Hunde sind kostenlos willkommen. Am kleinen Kassenhäuschen hängt eine Telefonnummer. Wir rufen an. Wenige Minuten später öffnet sich das Burgtor. Ein freundlicher Mann empfängt uns, erklärt die Anlage anhand einer Grafik, überreicht einen Flyer mit QR-Code für den Audioguide – auch auf Deutsch – und kassiert. Natürlich per Kreditkarte. Außer uns ist niemand da. Niemand.

Wir haben die Festung für uns allein.

Im Sommer, so viel ist klar, dürfte dieser Ort viele Besucher anziehen. Doch im Winter, mit Schnee unter den Füßen und Sonne im Gesicht, wirkt alles noch eindringlicher. Die Mauern treten schärfer hervor, die Aussicht öffnet sich weiter, die Stille trägt. Wir lassen uns gut anderthalb Stunden Zeit, erkunden Höfe, Wehrgänge, Aussichtspunkte – gemeinsam mit unserem Redaktionshund.

Ein Hinweis für Hundebesitzer: Es gibt einige steile Treppen. Für manche Hunde kann das herausfordernd sein. Sparky meisterte sie souverän – als gut trainierter Rettungshund. Die Kulisse bleibt atemberaubend. Ein Ort, der wirkt. Und bleibt.

Grenze, Regeln, Routine

Weiter geht es Richtung Norden. Der Grenzübertritt nach Norwegen überrascht durch seine Klarheit. Wir ordnen uns rechts auf der roten Zollspur ein. Den Hund melden wir vor Ort beim Zoll an, Heimtierausweis bereit. Wichtig: Für die Einreise ist eine gültige Tollwutimpfung Pflicht. Zusätzlich muss zwischen 24 und 120 Stunden vor der Einreise eine Bandwurmbehandlung beim Tierarzt durchgeführt und im Ausweis eingetragen sein. Genau das prüft der Zoll. Ich musste mich ebenfalls als Halter des Hundes ausweisen. Es geht zügig. Ein paar Minuten später rollen wir weiter.

Tunnel, Ziel, Entscheidung

Hinter der Grenze nehmen die Tunnel zu. Einer folgt dem nächsten. Das Ziel für den Tag ist klar: Oslo. Doch die Übernachtungsfrage bleibt. Freistehen in der Stadt ist schwierig, Parkgebühren sind hoch. Campingplätze im Winter? Möglich, aber meist erst deutlich hinter Oslo – logistisch ungünstig.

Also Recherche. Fewo. Airbnb. Im südlichen Teil der Stadt werden wir fündig. 75 Euro. Spontan gebucht. Knapp eine Stunde später stehen wir vor einer kleinen Holzhütte. Netter Gastgeber. Ein kleines Zimmer mit Bett, ein Bad. Mehr braucht es nicht.

Ankommen ohne Dachzelt

Das Dachzelt bleibt zu. Stattdessen genießen wir den Luxus einer warmen Dusche, eines wirklich warmen Zimmers. Unser Kombikocher zahlt sich aus: Wir schließen ihn an den Strom an und kochen. Akkus laden. Kameras, Handys, Powerbanks – alles bekommt neue Energie. Auch wir.

Der Tag klingt leise aus. Reich an Eindrücken. Mit einem klaren Höhepunkt. Und dem Gefühl, zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein.

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