Schüler gestalten das Kunstprojekt Schlossplatz und verwandeln die Baustelle vor dem Landtag in eine öffentliche Galerie für abstrakte Malerei.
Zwischen Baggerketten und aufgeworfenem Pflaster blickte Wilhelm der Schweiger weiter stoisch in die Stadt. Holzplatten schützten das Denkmal vor Staub und Funkenflug. Doch was die letzten Wochen nach Abschottung aussah, öffnete für Neues. Das Kunstprojekt Schlossplatz verwandelte die Baustelle seit vergangenen Donnerstag in eine Bühne für junge Stimmen.
Farbe gegen den Baustellenalltag
31 Schüler im Alter von 13 bis 17 Jahren griffen zu Pinsel und Farbe. Sie arbeiteten auf acht großformatigen Holztafeln und ließen Linien tanzen, Flächen leuchten, Formen aufeinanderprallen. Der Kunst-Leistungskurs des Gymnasiums Michelstadt und die IGS Alexej von Jawlenski Schule aus Wiesbaden fanden ihre Impulse im Museum Reinhard Ernst. Dort setzten sie sich mit abstrakter Malerei auseinander, experimentierten, verwarfen, begannen neu.
Seit dem 19. Februar hängen die Werke am Bauzaun. Passanten blieben stehen, schauten genauer hin, diskutierten. Der Schlossplatz atmete trotz Absperrungen Kultur.
Politischer Blick auf junge Perspektiven
Und weil sich der Schweiger gleich vor dem Landtag befindet, konnte sich die Lantagspräsidentin Astrid Wallmann dem Treiben nicht entziehen. Von ihrem Büro im Hessischer Landtag aus sieht sie direkt auf die Baustelle. Bei der Enthüllung trat auch sie vor die Tafeln und lobte die Idee, die Schutzverkleidung nicht nur als Barriere zu begreifen. Junge Menschen haben hier jetzt eine sichtbare Fläche im Herzen der Stadt bekommen. Sie gestalteten, statt nur zuzuschauen.

Die Stadt Wiesbaden initiierte das Projekt gemeinsam mit Gramenz Garten- und Landschaftsbau, erklärt Harald Hamm, der die Bauileitung auf Seiten der Garten- und Landschaftsbauer innehält.das die Umgestaltung des Platzes verantwortet. So verband sich Baugeschehen mit kulturellem Impuls.
Kunst als Einladung
Das Kunstprojekt Schlossplatz zeigt, wie lebendig öffentlicher Raum wirken kann, selbst wenn Kräne ihn dominieren. Die Jugendlichen setzten Zeichen, während Steine neu verlegt wurden. Sie machten deutlich: Stadt entsteht nicht nur aus Beton, sondern aus Ideen.
Wer über den Schlossplatz geht, begegnet nun nicht allein einer Baustelle. Er begegnet Aufbruch.
Fotot – Der Schlossplatz wird umgestaltet und der Schweiger wird geschützt. Nicht einfach so, sondern durch Kunstobjekte. Eine Baustelle wird damit Projektionsfläche für Kunst von Schülern. ©2026 Hessischer Landtag
Archivfoto – Schüler begehen den Schlossplatz ©2026 Museum Reinhard Ernst
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