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Kandidatinnen und Kandidaten heben grüne, gelbe oder rote Karten beim Wahlspeed-Dating zur Kommunalwahl 2026 in der ehemaligen Sportarena.

Sportarena ist Politikarena: Tempoformat zur Kommunalwahl 2026

Mit Karten in Grün, Gelb und Rot positionieren sich 13 Parteien in der Sportarena zur Kommunalwahl 2026. Das Wahlspeed-Dating des Wiesbadener Kuriers zwingt zu klaren Antworten – und verdichtet Innenstadt, Verkehr und Wohnen auf 90 Sekunden Redezeit.

Volker Watschounek 1 Stunde vor 0

90 Sekunden, eine Pfeife, klare Karten: 13 Parteien testen beim Wahlspeed-Dating zur Kommunalwahl 2026 ihre Konzepte für Wiesbaden.

Als sich die Tore der ehemaligen Sportarena öffneten, lief im Hintergrund „Candle in the Wind“. Zwischen Beton und Tribüne bauten Parteien ihre Stände auf, rollten Banner aus, testeten Mikrofone. Wo zuletzt Sportschuhe und Trikots verkauft worden waren, rückte Politik ins Zentrum. Das große Wahlspeed-Dating zur Kommunalwahl 2026 begann – pünktlich um 11 Uhr.

Der Wiesbadener Kurier hatte eingeladen. Drei Journalisten führten durch das Format. Martin Schierling hob die Karten, Christian Matz erklärte die Regeln, Henri Solter moderierte den Wechsel. Das Team wechselte von Runde zu Runde die Aufgaben. Die Dramaturgie stand fest: 90 Sekunden Redezeit pro Partei, nach 60 Sekunden Gelb, nach 90 Sekunden Rot – und wenn nötig ein Pfiff. Keine offene Diskussionsrunde, keine ausufernden Wortgefechte. Wer sprach, musste priorisieren

Karten hoch, Position sichtbar

Zum Einstieg fliegen die Karten. Grün heißt Ja, Rot Nein, Gelb Unentschieden. Beim Vorschlag, das Stadtmuseum aus dem Marktkeller in die Sportarena zu verlegen, zeigt sich sofort ein Riss. Während mehrere Parteien zustimmen, hebt die FDP Rot und fordert stattdessen einen städtebaulichen Neuanfang. „Wir wollen hier einen Platz schaffen“, heißt es sinngemäß – weniger Beton, mehr Raum, mehr Aufenthaltsqualität.

Beim leerstehenden Galleria-Gebäude spaltet sich das Feld erneut. SPD, Linke, Grüne und Volt können sich einen Ankauf vorstellen – als Impuls für Kultur, Jugend oder neue Nutzungen. Die Linke warnt allerdings davor, „zu jedem Preis“ zu kaufen, und fordert ein Vorgehen gegen spekulativen Leerstand. Andere setzen stärker auf private Investoren.

Die Frage nach Videoüberwachung wichtiger Straßen und Plätze treibt die Karten hoch. CDU, AfD, FDP und weitere Parteien sehen darin ein Mittel, um Sicherheit zu stärken. Grüne und Linke halten dagegen oder zeigen Zurückhaltung. Sicherheit, so formuliert es ein Redner, habe „eine objektive und eine subjektive Seite“. Genau an dieser Wahrnehmung entzündet sich der Streit.

Innenstadt zwischen Parkticket und Pflanzkübel

Im ersten Themenblock geht es um die Wiesbadener Innenstadt – das Herzstück jeder Kommunalwahl. Hier verdichten sich alle Konflikte: Handel gegen Online, Auto gegen Rad, Konsum gegen Kultur. Die Christdemokraten sprechen von einer Innenstadt, „in der sich die Menschen sicher fühlen und gut aufgehoben sind“. Sie fordert mehr Polizeipräsenz, eine saubere Fußgängerzone, klare Regeln. Die AfD greift die Parkgebühren auf. Drei Euro pro Stunde seien ein Hemmnis. Wer Familien in die Stadt holen wolle, müsse Parkraum schaffen und Gebühren senken, etwa „wie im Main-Taunus-Zentrum“.

Die SPD kontert mit einem konkreten Angebot: Ein-Euro-Parken an Freitagen und Samstagen in städtischen Parkhäusern. „Ja, das kostet Geld“, heißt es, „aber wir investieren, um konkurrenzfähig zu bleiben.“ Zugleich wirbt Silas Gottwoald für eine Kleinmarkthalle am Rand des Dern’schen Geländes – als Magnet für neue Zielgruppen.

Die Grünen argumentieren grundsätzlicher. Die Innenstadt, gebaut für große Ketten und Durchleitung, funktioniere im Zeitalter des Onlinehandels nicht mehr. Sie fordern mehr Grün, mehr Kultur, eine stärkere Rolle der Kommune im Wandel. Man müsse sich „der alten europäischen Stadt“ annähern – mit Aufenthaltsräumen statt reiner Einkaufsachse.

Die FDP setzt auf Licht, Plätze und neue Nutzungen. Wiesbaden solle wieder „strahlen“, heißt es mit Blick auf Städte wie Wien oder Nizza wie Christian Diers betont. Die Linke will konsumfreie Orte schaffen, Trinkbrunnen, öffentliche Toiletten, Räume ohne Kaufzwang. Sie spricht von „Dritten Orten“, die Begegnung ermöglichen.

Volt denkt europäisch und urban, bringt kreative Zwischennutzung ins Spiel. Die Partei Die PARTEI kontert mit Ironie und schlägt unter anderem eine Umnutzung der Arena für Jugendkultur vor – zugespitzt, aber mit einem realen Kern: Junge Menschen brauchen Räume.

ProAuto und kleinere Listen pochen auf Erreichbarkeit. Man dürfe Verkehrsteilnehmer nicht gegeneinander ausspielen. Die Innenstadt müsse erreichbar bleiben, sonst verliere sie weiter an Kraft.

Politik im Takt der Pfeife

Das Wahlspeed-Dating zwingt zur Verdichtung. Niemand kann monologisieren, niemand kann sich im Detail verlieren. Die gelbe Karte hebt sich, Redner beschleunigen, Sätze werden kürzer. Die rote Karte stoppt. Weiter geht es.

Zwischen den Runden strömen Besucher zu den Ständen, fragen nach, widersprechen, vertiefen. Die Bühne liefert Schlaglichter, die Gespräche füllen sie mit Inhalt. Um 13 Uhr folgt der Themenblock Verkehr und Baustellen, danach Wohnen. Alle halbe Stunde wechselt der Fokus – Innenstadt, Verkehr, Wohnen als Trias der Kommunalwahl 2026.

Am Ende bleibt kein Sieger, kein Applausometer. Aber ein Eindruck: Wiesbaden ringt um seine Mitte. Zwischen Sicherheit und Freiheit, zwischen Parkhaus und Pflanzkübel, zwischen Kaufhaus und Kulturraum. Das Wahlspeed-Dating zur Kommunalwahl 2026 macht diese Spannungen sichtbar – kompakt, transparent, ungeschönt.

Und während die Musik im Hintergrund verklungen ist, bleibt die eigentliche Melodie offen. Sie entsteht erst am Wahltag.

Als sich die Türen der ehemaligen Sportarena öffnen, läuft im Hintergrund „Candle in the Wind“. Der Song trägt durch die Halle, während Wahlkampfmaterial über Tische wandert. Wo einst Sportschuhe verkauft wurden, stehen nun Parteifahnen, Infobroschüren und Thermoskannen mit Kaffee. Das große Wahlspeed-Dating zur Kommunalwahl 2026 beginnt.

Der Wiesbadener Kurier hat 13 Parteien eingeladen. Drei Journalisten moderieren, strukturieren, stoppen die Zeit. Keine freie Debatte, kein Dauerwortgefecht. Stattdessen: ein klar getaktetes Format mit festen Redezeiten, Farbkarten und einer Pfeife.

Begrüßung mit Ansage

Um 11 Uhr eröffnen die Moderatoren die Veranstaltung. Sie erklären die Regeln, verteilen das Wort, zeigen Gelb nach 60 Sekunden, Rot nach 90. Wer weiterredet, hört den schrillen Pfiff. Das Publikum rückt näher zusammen. Die Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich nacheinander vor – von CDU, SPD, Grünen, FDP, Linken, AfD bis zu kleineren Gruppierungen wie Volt, Bürgerliste oder „Die PARTEI“.

Jede halbe Stunde folgt eine neue Themenrunde. Innenstadt, Verkehr, Wohnen. Zwischen den Blöcken bleibt Zeit für Gespräche an den Ständen. Die Veranstalter setzen auf Übersicht. Das Publikum soll vergleichen können, nicht im Schlagabtausch verlieren.

Ein Format ohne Ausflüchte

Die Regeln liegen offen auf dem Tisch. Jede Partei erhält 90 Sekunden Redezeit. Nach 60 Sekunden hebt ein Moderator die gelbe Karte. Nach 90 Sekunden folgt die rote – und wenn nötig ein scharfer Pfiff. Die Mikrofone wandern weiter. Niemand darf dominieren. Niemand soll sich verstecken.

Den Auftakt bildet eine Schnellfragerunde. Grün bedeutet Zustimmung, Rot Ablehnung, Gelb Unentschlossenheit. Die Karten schnellen hoch, verharren in der Luft, sinken wieder. Das Publikum sieht auf einen Blick, wo Fronten verlaufen.

Erste Frage: Soll das Stadtmuseum in die ehemalige Sportarena einziehen? Die FDP hebt Rot. Andere zeigen Grün. Beim leerstehenden Galleria-Gebäude spaltet sich das Feld erneut. Beim Thema Videoüberwachung wichtiger Plätze schnellen viele grüne Karten hoch, einige bleiben unten. Sicherheit bewegt.

Innenstadt als Prüfstein

Im ersten Themenblock geht es um die Wiesbadener Innenstadt. Wie lässt sie sich attraktiver gestalten? Wie hält man Handel, Kultur und Aufenthaltsqualität zusammen? Wie begegnet man Leerstand, Onlinehandel, Konkurrenz durch Einkaufszentren?

Die CDU betont Sicherheit und Sauberkeit. Mehr Polizeipräsenz, bessere Beleuchtung, belebte Plätze – die Innenstadt soll wieder Vertrauen ausstrahlen. Die AfD fordert mehr Parkplätze und niedrigere Gebühren, will Autofahrern den Zugang erleichtern und Ordnungskräfte stärken.

Die SPD setzt auf konkrete Anreize. Ein-Euro-Parken an Wochenenden in städtischen Parkhäusern soll Besucher locken. Zudem bringt sie die Idee einer Kleinmarkthalle am Rand des Dern’schen Geländes ins Spiel. Die Grünen sprechen vom strukturellen Wandel, fordern mehr Grün, mehr Kultur, neue Nutzungen für alte Kaufhäuser.

Die FDP wirbt für Aufenthaltsqualität und neue Plätze, will Gebäude zurückbauen, um Raum zu öffnen. Die Linke fordert konsumfreie Orte, mehr Sozialarbeit, ein konsequentes Vorgehen gegen spekulativen Leerstand. Andere Parteien bringen Jugendkultur, kreative Zwischennutzung und pragmatische Umbauten ins Gespräch.

Niemand kann sich hinter Schlagworten verschanzen. Die Uhr läuft unerbittlich.

Politik im Takt der Stoppuhr

Das Format zwingt zur Verdichtung. 90 Sekunden reichen für ein klares Bekenntnis, aber nicht für Nebenkriegsschauplätze. Wer spricht, muss priorisieren. Wer zögert, verliert Zeit.

Die Moderatoren greifen ein, wenn jemand ausschweift. Gelbe Karte. Rote Karte. Weiter. Das Publikum reagiert mit Applaus, manchmal mit Kopfschütteln. Zwischen den Runden strömen Besucher zu den Ständen, stellen Fragen, vertiefen Argumente. Das Wahlspeed-Dating endet nicht auf der Bühne, es setzt sich im Gespräch fort.

Um 13 Uhr folgt der nächste Themenblock: Verkehr und Baustellen. Danach Wohnen. Alle halbe Stunde wechselt der Fokus. Die Struktur trägt. Das Format hält das Tempo.

Mehr als Show

Das Wahlspeed-Dating zur Kommunalwahl 2026 inszeniert Politik als Begegnung auf Augenhöhe. Keine Podiumsdiskussion mit Wortgefechten, keine endlosen Monologe. Stattdessen klare Fragen, sichtbare Positionen, verbindliche Redezeiten.

Die Sportarena wirkt dabei fast symbolisch. Ein Ort des Wettkampfs wird zur Arena der Argumente. Parteien messen sich nicht mit Lautstärke, sondern mit Klarheit. Die Wählerinnen und Wähler erhalten einen kompakten Überblick über Richtung und Ziele.

Ob Grün oder Rot – am Ende entscheiden die Bürger. Das Wahlspeed-Dating liefert dafür eine Bühne. Und vielleicht auch einen Takt, der der Kommunalwahl 2026 gut tut: konzentriert, transparent, verbindlich.

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