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Wikinger, Wein und Weltraum: Der Rosenmontagszug in Frauenstein zieht trotz Kälte und Regen mit ungebrochener Energie durch den Stadtteil und begeistert Groß und Klein.

Närrischer Lindwurm in Frauenstein: Wikinger, Wein und ein Spaceship

Der Rosenmontagszug in Frauenstein zieht trotz Schnee, Regen und klirrender Kälte mit Kraft durchs Dorf. Wikinger, Ocean Sisters, ein Spaceship der Wallufer Feuerwehr und jede Menge Kamelle verwandeln den Stadtteil in ein närrisches Kraftfeld, das selbst das Wetter nicht bremst.

Volker Watschounek 1 Stunde vor 0

Rosenmontagszug in Frauenstein trotzt Schnee und Regen: Wikinger, Ocean Sisters, Spaceship und Frauensteiner Wein sorgen für närrische Höhepunkte.

Der Himmel hing tief, sechs Grad über Null, Schneereste lagen wie graue Tupfer am Weg. Frauenstein kennt zum Rosenmontgasumzug normalerweise Sonne und milde Luft, nicht Schneematsch. Doch der Stadtteil reagierte gelassen. Die Molsberjer Narr’n riefen auf – und wenn sie rufen, zieht ein ganzer Ort los. So auch heute, am Rosenmontag. Und weil einmal keinmal ist, kam der Zug zweimal.

Vorglühen, Schneebälle, Kinderaugen

Bereits ab 11 Uhr tanzten die ersten Zuschauer an der Strecke. „Vorglühen“, sagten sie, klopften sich auf die Schultern, wärmten sich mit Schunkeln, Lachen und dem ersten Becher Frauensteiner Wein. Kinder stapften durch die Schneereste, formten kleine Kugeln und wwarfen sie strahlend in die Luft. Während die Eltern noch über die Wetter-App wischten, dachte sich Manch einer, der beim Fastnachtssonntagsumzug in Wiesbaden mit dabei war: Wenn da heute mal keine Schneebälle den Kamellen entgegen fliegen

Dann der erste Jubel: Der Zug setzte sich in Bewegung.

Burg, Spaceship und die Kraft der Ocean Sisters

Mit dabei war der Oberwallufer Carneval Verein 1899 – mit einer prächtigen Burg, die im grauen Licht fast märchenhaft wirkte. Direkt dahinter erschien eines der Motive, über das im Vorfeld viele sprachen: das „Spaceship“ der freiwilligen Feuerwehr Walluf. Schüler hatten wochenlang daran mit geschraubt, lackiert und geschmückt, bis der Wagen am Rosenmintag über die Kirschblütenstraße schwebte, funkelnd und stolz.

Das echte Highlight in diesem Jahr: Die Ocean Sisters. Eine Fußgruppe, die Frauenstein längst ins Herz geschlossen hat. Mit einer Piratenfregatte, flatternden Fahnen und gut 40 Beteiligten zogen sie Energie durchs Dorf, als würde die Nordsee kurz am Molsberg vorbeischauen.

Wikingerpower und Sprüche, die sitzen

Und wer kennt sie nicht: Die Wikinger des Bappkappenclub Wiesbaden 1985. Das gefürchtete und geliebte Konfettischleder hat ihre Fans. Genauso wie die coolen Sprüche, die sie an ihren schweren Fällen mit sich tragen und entlang der Strecke sofort zündeten: „Du siehst aus, als bräuchte ich noch ein Bier“, „Wer tanzt, hat kein Geld für Alkohol“, „Füttern verboten, Eskalieren erlaubt“. Fastnachtspoesie in Reinform – oder?

Als Antwort gab es in Frauenstein ringsherum „leckere Tortenstücke“, „wandelnde Störche“, „Schlümpfe“ und „Supermänner“. Frauenstein lebte diese Rollen nicht nur – es feierte sie.

Lindt Adventskalender
EINBUERGERUNGSFEIER

Kamelle, die nach Weihnachten schmecken

Dass Kamelle im Februar manchmal nach Advent riechen, fiel gleich am Anfang einem stolzen kleinen Jungen auf. Eigentlich war die große Schachtel für eine Mutter am Straßenrand gedacht. Für sein? Egal, der Narr auf dem Wagen hatte sich die Frau ausgekuckt. Die Augen funkelten. Der Wurf war unpräzise. Und gleich waren zwei Kinder zur Stelle. Es bedurfte einen kräftigen Ruck, einen grimmigen Blick – bis alles geritzt war. Stolz hielt der, junge seinen langen Schoko-Adventskalender hoch. Offenbar hatte auch in Fraueinstein jemand – beim Fastnachtsonntagsumzug gab es Nikoläuse und Weihnachtsmänner – im Ausverkauf zugegriffen. Lebkuchen, Pralinenschachteln, noch verschweißte Überraschungspakete – ein süßes Nebenspiel, das rasch zum Running Gag wird.

Wein, Würstchen, Wahlkampf

In vielen Höfen duftet es während dessen wie unlängt vorher schon nach heißen Würstchen, Schmalzbroten und Kreppeln. Gegen Spende gab es Wein, Sekt und frisch gezapftes Bier. Diese Höfe gehören inzwischen zur DNA des Frauensteiner Zugs. Kennzeichen aus Mainz, dem Rheingau und dem Taunus belegen, wie weit das zieht.

Auch der Frauensteiner Ortsvorsteher Harald Weber (SPD) schenkte mit ein. Unterstützung erhielt er dabei von Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende, der SPD-Vorsitzende Susanne Hoffmann-Fessner und dem SPD-Spitzenkandidaten Silas Gottwald. Auch CDU-Spitzenkandidatin Daniela Georgi mischte sich unter das närrische Volk. Politik zeigt sich bodennah – und verkleidet: als Skifahrerin. Unters Volk hatten sich auch Carl-Michael Baum vom Bürgerrefarat mit Ehefrau Denies und Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerhard Obermayr.

Regen? Egal. Der Zug rollt.

Nach Runde eins begann es zu regnen. Einige Zuschauer traten den Heimweg an, doch die meisten blieben, zogen ihre Kapuzen vom geliebten Tierkostüm tiefer ins Gesicht und feierten weiter. Denn Frauenstein kennt seinen Rosenmontag: Er lebt von Menschen, nicht vom Wetter. Der Zug rollt – und die Stimmung trägt ihn.

Rosenmontagsumzug ©2024 Volker Watschounek 

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Die Internetseite der Molsberjer Narren finden Sie unter molsberjer.de.

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