Bei einem präklinischen Herz-Kreislaufstillstand ist, neben der schnellen Wiederbelebung ist die Weiterbehandlung für Überlebenschancen wesentlich.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen bekanntermaßen die häufigste Todesursache in Deutschland wie auch der gesamten westlichen Welt dar. Die rettungsdienstliche Versorgung in Wiesbaden wird im Wesentlichen von den beiden großen Kliniken, HELIOS Dr. Horst-Schmidt-Kliniken und St. Josefs-Hospital Wiesbaden (JoHo), getragen. Das JoHo hat nun, um den steigenden Ansprüchen an die Behandlung schwerster Herz-Kreislauf-Erkrankungen gerecht zu werden, ein interdisziplinäres Zentrum zur Betreuung von Menschen mit überlebtem Herzstillstand initiiert. Seit Februar 2022 ist das Hospital jetzt auch als Cardiac Arrest Center (CAC) zertifiziert.

Joho, eins von 75 Cardiac Arrest Center

Als eines von 75 derartiger Zentren deutschlandweit widmet sich das JoHo als spezialisierte Klinik intensiv der strukturierten klinischen Weiterversorgung nach einem Herz-Kreislaufstillstand. Getragen wird das Zentrum von der Medizinischen Klinik I, Schwerpunkt Kardiologie (Chefarzt Prof. Dr. Joachim Ehrlich), der Interdisziplinären Notfallmedizin (Chefarzt Dr. Thomas Schneider) und der Interdisziplinären Intensivmedizin (Chefärztin Dr. Ilka Schanz). Dazu wurden Strukturen und Behandlungspfade optimiert, die einen naht- und reibungslosen Behandlungsablauf nach einem Herzstillstand gewährleisten. Waren diese Strukturen bereits seit vielen Jahren vorhanden und eingeübt, wurden sie nun im Rahmen des Zertifizierungsprozesses erneut präzisiert und zum Wohle der Patientinnen und Patienten standardisiert.

5700 Herzpatienten Jedes Jahr

Die Kardiologie des St. Josefs-Hospitals Wiesbaden behandelt jährlich insgesamt etwa 4500 stationäre und zusätzlich 1200 ambulante Patienten. Weltweit erleiden Schätzungen zufolge ca. 70 bis 170 von 100000 Menschen pro Jahr einen Herzstillstand. Die Rate derer, die daraufhin in gutem Zustand das Krankenhaus verlassen, ist erschreckend niedrig. Nach jüngsten Erhebungen liegt diese bei nur 8 Prozent aller Patienten, die nach einem Herzstillstand stationär aufgenommen werden.

Herzstillstad, das Leben kann weitergehen

Im JoHo wird alle ein bis zwei Wochen ein Mensch, der einen Herzstillstand erlitten hat, zur stationären Behandlung auf der Intensivstation aufgenommen. Leider ist es weiterhin in etwa 40 Prozent der Fälle so, dass diese Patienten keine Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Herzstillstand erhalten haben und daher im Verlauf des Krankenhausaufenthaltes versterben.

Hand aufs Herz e.V.

Prof. Ehrlich hat aus diesem Grund bereits vor zehn Jahren mit weiteren Notärzten, Rettungsassistenten und betroffenen Patienten den Verein Hand aufs Herz e.V. (www.verein-hand-aufs-herz.de) gegründet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Menschen über die notwendigen Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einem Herzstillstand zu informieren. Gemeinsam mit Überlebenden eines Herzstillstandes, als prominentes Beispiel insbesondere Dieter Kürten, Sportreporter-Legende aus Wiesbaden, der 2011 selbst wiederbelebt und im JoHobehandelt wurde, und weiteren Medizinern hat Ehrlich in der Region Rhein-Main viel Aufklärungsarbeit geleistet. Unter anderem hat der Verein eine dauerhafte Partnerschaft mit der Martin-Niemöller-Schule, in der aktuell alle Schüler der Oberstufe mindestens einmal durch den Verein geschult wurden.

Notärzte-Mannschaft im Joho: Prof. Dr. med. Joachim Ehrlich, Chefarzt Med. Klinik I, Dr. med. Sina Nieraad, Oberärztin Med. Klinik I, Dr. med. Ilka Schanz, Chefärztin Interdisziplinäre Intensivmedizin, Dr. med. Agnes Hallier, Leitende Ärztin Interdisziplinäre Notfallmedizin und Dr. med. Thomas Schneider, Chefarzt Interdisziplinäre Notfallmedizin.

Notärzte-Mannschaft im Joho – JoHo Wiesbaden, v.l.n.r.: Prof. Dr. med. Joachim Ehrlich, Chefarzt Med. Klinik I, Dr. med. Sina Nieraad, Oberärztin Med. Klinik I, Dr. med. Ilka Schanz, Chefärztin Interdisziplinäre Intensivmedizin, Dr. med. Agnes Hallier, Leitende Ärztin Interdisziplinäre Notfallmedizin und Dr. med. Thomas Schneider, Chefarzt Interdisziplinäre Notfallmedizin ©2022 JoHo

Zertifiziert sind

Neben dem John sid in Deutschland unter andere folgende Kliniken zertifiziert: Unter anderem sind bereits folgende Kliniken als CAC zertifiziert: UKSH Campus Kiel, Uniklinik Köln, Universitätsklinikum Freiburg, Bernward Krankenhaus in Hildesheim, Herzzentrum Leipzig – Universitätsklinik für Kardiologie, Uniklinik RWTH Aachen, Uniklinik Düsseldorf (UKD), Universitätsklinikum Giessen und Marburg GmbH, Standort Marburg, Universitätsklinikum Giessen und Marburg GmbH, Standort Giessen, St.-Antonius-Hospital gGmbH Eschweiler, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier, Universitätsklinikum Münster, Universitätsklinikum Essen, Kath. St.-Johannes-Gesellschaft Dortmund gGmbH, Sana Klinikum Lichtenberg Berlin, Universitätsmedizin Mainz, Zentrum für Kardiologie, München Klinik Harlaching, Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen, Rhein-Maas Klinikum Würselen, Herzzentrum Westfalen, Knappschaftskrankenhaus Dortmund, Universitätsklinikum Bonn, Vivantes Klinikum im Friedrichshain Berlin, Klinikum Saarbrücken gGmbH, Krankenhaus Nordwest GmbH Frankfurt am Main, Klinikum Friedrichshafen. Ein vollständig Übersicht finden Sie hier.

Foton oben ©2022 JoHo

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Die offizielle Internetseite des St. Josefs-Hospital finden Sie unter www.joho.de.

 

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