Menü

kalender

März 2026
M D M D F S S
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031  

Partner

Partner

/* */
Silas Gottwald bei einer Wahlveranstaltung in der Sportarena.

„Wiesbaden soll die familienfreundlichste Stadt Deutschlands werden.“

Mehr Wohnungen, schnellere Verwaltung, stärkere Wirtschaft: Im Gespräch skizziert Silas Gottwald seine Prioritäten für Wiesbaden. Warum er auf neue Gewerbeflächen, ein verlässliches Busnetz und familienfreundliche Stadtteile setzt – und weshalb weniger Ideologie in der Verkehrspolitik helfen soll.

Volker Watschounek 2 Stunden vor 0

Gottwald erklärt, wie Wiesabden zur familienfreundlichste Stadt mit bezahlbarem Wohnraum, moderner Wirtschaft, effizienter Verwaltung werden soll.

Hat der Plakate-Dschungel seinen Zenit erreicht? Am Sonntag wählen die Bürger ein neues Stadtparlament. Mittlerweile haben wir mit einem Großteil der Spitzenkandidaten der antretenden Parteien über ihre Ziele gesprochen, – über ihre Themen und Pläne für die kommenden Jahre. Heute im Interview: Silas Gottwald.

Der Spitzenkandidatin der SPD-Rathausfraktion erklärt, welche Schwerpunkte die Sozialdemokraten im Wahlkampf setzen, welche Veränderungen sie für die Stadt anstreben – und warum Gottwlad glaubt, dass seine Partei bei der Kommunalwahl stärker abschneiden kann.

Herr Gottwald …

Was sind aus Ihrer Sicht die drei wichtigsten Aufgaben für Wiesbaden in der kommenden Wahlperiode?

Die drei wichtigsten Aufgaben für Wiesbaden sind aus meiner Sicht sin (1) Wiesbaden zur familienfreundlichsten Stadt zu machen – mit guten Kitas, Schulen und attraktiven Freizeitangeboten. (2) Mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, damit Familien, Auszubildende und Menschen mit mittleren Einkommen in der Stadt bleiben können. (3) Die Wirtschaft zu stärken und Arbeitsplätze zu sichern, indem wir Unternehmen gute Bedingungen bieten und Verfahren schneller und unbürokratischer machen.

Wiesbaden verfügt über hohe Einnahmen, steht aber auch vor steigenden Ausgaben. Wo sehen Sie das größte Problem im städtischen Haushalt – Einnahmen oder Ausgaben? Und welche konkrete Maßnahme würden Sie zuerst umsetzen?

Wiesbaden hat grundsätzlich eine solide Einnahmesituation. Die Herausforderung liegt vor allem darin, die stark steigenden Ausgaben in wichtigen Bereichen wie Sozialem, Bildung und Infrastruktur nachhaltig zu finanzieren. Eine wichtige Maßnahme ist deshalb, Investitionen gezielt zu priorisieren und gleichzeitig Verwaltungsabläufe effizienter zu machen, etwa durch Digitalisierung und schnellere Verfahren. So können Ressourcen besser genutzt werden.

Welche Rahmenbedingungen muss Wiesbaden verbessern, damit Unternehmen investieren und Arbeitsplätze entstehen?

Unternehmen brauchen vor allem Planungssicherheit, schnelle Genehmigungen und ausreichend Flächen. Deshalb müssen wir: (1) Genehmigungsverfahren beschleunigen, (2) Bürokratie abbauen, (3) Gewerbeflächen sichern und entwickeln, (4) sowie die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Wirtschaft und Handwerk stärken.

Eine starke Wirtschaft sichert Arbeitsplätze und die finanzielle Basis unserer Stadt.

Viele Betriebe klagen über fehlende Gewerbeflächen. Soll Wiesbaden neue Gewerbegebiete ausweisen – und wenn ja, wo?

Ja, Wiesbaden braucht zusätzliche Gewerbeflächen. Gleichzeitig müssen wir sorgsam mit unseren Flächen umgehen. Deshalb setzen wir auf: (1) Weiterentwicklung bestehender Gewerbegebiete; (2) Nachverdichtung und Modernisierung vorhandener Flächen (3) und dort, wo es sinnvoll ist, neue Flächen in verkehrsgünstiger Lage.
Derzeit priorisieren wir vor allem die Ausweitung des Gewerbegebietes in Delkenheim. Wichtig ist eine ausgewogene Entwicklung von Wohnen, Wirtschaft und Umwelt.

Der Verkehr ist eines der emotionalsten Themen der Stadt. Wie soll sich die Verkehrspolitik in Wiesbaden in den nächsten Jahren verändern?

Die Verkehrspolitik muss pragmatischer werden. Wiesbaden braucht weniger ideologische Debatten und mehr funktionierende Lösungen. Unser Ziel ist: (1) zunächst ein besseres Busnetz. Daran ist in den vergangenen Monaten bereits intensiv gearbeitet worden. Die Busse fahren verlässlich. Mit dem neuen Nahverkehrsplan wird das Bussystem insgesamt auf neue Füße gestellt. (2) Mit den Investitionen der Hessischen Landesregierung wird die Aartalbahn endlich reaktiviert. Damit entlasten wir Pendler, aber auch die Straße.
(3) Leider gibt es Verzögerungen bei der Wallauer Spange, die aber oberste Priorität genießt. Damit verkürzen sich Fahrtzeiten nach Frankfurt und Darmstadt massiv und bieten eine gute Alternative zum PKW. Uns ist wichtig: wir machen keine Politik gegen das Auto, sondern wollen gute Rahmenbedingungen für alle Verkehrsteilnehmer schaffen. Jedes Auto weniger auf der Straße entlastet allgemein die Situation für alle. (4) Zudem braucht es sichere Wege für Fußgänger und Radfahrer

Welche Rolle soll der ÖPNV künftig spielen – und welche konkrete Verbesserung würden Sie als erstes angehen?

Der ÖPNV spielt eine zentrale Rolle für die Mobilität der Zukunft. Die wichtigste Verbesserung ist zunächst die Umsetzung des neuen Busnetzes, das ab 2027 starten soll. Es wird Verbindungen verbessern, Fahrzeiten verkürzen und die Stadtteile besser miteinander verbinden.
Unser Ziel ist ein verlässlicher, gut ausgebauter Nahverkehr, der eine echte Alternative zum Auto darstellt – damit die, die aufs Auto angewiesen sind, schnell und stressfrei zu ihrem Ziel kommen.

Steigende Mieten und knapper Wohnraum beschäftigen viele Bürger. Was ist Ihre wichtigste Maßnahme, um Wohnraum bezahlbarer zu machen?

Die wichtigste Maßnahme ist: mehr Wohnungen bauen. Wir müssen Planungsverfahren beschleunigen, Bauland aktivieren und den sozialen Wohnungsbau stärken. Gleichzeitig soll die städtische Wohnungsbaugesellschaft eine stärkere Rolle beim Bau bezahlbarer Wohnungen spielen.
Wir brauchen dringend eine Entlastung bei den Kostentreibern. Deshalb begrüßen wir alle Bemühungen auf Bundes- und Landesebene, die das Bauen erleichtern, vergünstigen und beschleunigen
.

Viele Bürger und Unternehmen klagen über langsame Verfahren. Wie wollen Sie Verwaltung, Genehmigungen und Bürgerdienste schneller und einfacher machen?

Viele Verfahren dauern heute zu lange. Deshalb wollen wir Verwaltung digitaler, schneller und serviceorientierter machen. Das bedeutet: (1) mehr digitale Anträge, (2) klare Fristen bei Genehmigungen, (3) bessere Personalausstattung in wichtigen Bereichen wie Bau- und Planungsämtern.
Das setzt allerdings auch Systeme voraus, die miteinander kommunizieren können. Darauf haben wir leider zu wenig Einfluss. Generell wollen wir wegkommen von individuellen Lösungen, sondern mehr interkommunaler Zusammenarbeit.

Wo hat Wiesbaden beim Thema Digitalisierung aus Ihrer Sicht den größten Nachholbedarf?

Der größte Nachholbedarf besteht bei digitalen Verwaltungsleistungen. Viele Dienstleistungen sollten komplett online möglich sein – vom Anwohnerparkausweis bis zur Baugenehmigung. Ziel muss sein, dass Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen Behördengänge möglichst einfach digital erledigen können. Hier ist Wiesbaden zwar in Teilen Vorreiter, doch noch immer ist Luft nach oben.

Wiesbaden gilt als lebenswerte Stadt – doch viele Bürger wünschen sich Verbesserungen. Was würden Sie konkret verändern, damit Wiesbaden lebenswerter wird?

Wiesbaden ist eine sehr lebenswerte Stadt. Trotzdem können wir einiges verbessern. Wichtig sind: (1) saubere und gepflegte öffentliche Räume, (2) attraktive Parks und Spielplätze, (3) lebendige Stadtteile mit guter Infrastruktur.
Eine familienfreundliche Stadt ist automatisch auch eine lebenswerte Stadt.

Wenn Sie Wiesbaden in einem Satz beschreiben müssten: Wofür soll diese Stadt in zehn Jahren stehen?

In zehn Jahren soll Wiesbaden eine moderne, wirtschaftlich starke und gleichzeitig die familienfreundlichste Stadt sein, in der Menschen gerne leben, arbeiten und ihre Zukunft aufbauen.

Angenommen, die Stadt Wiesbaden hätte unerwartet eine Million Euro zusätzlich zur Verfügung – ohne Zweckbindung. Wofür würden Sie dieses Geld einsetzen und warum?

Wir würden das Geld in zusätzliche Spiel- und Freizeitangebote für Kinder und Familien in den Stadtteilen investieren – zum Beispiel neue Spielplätze, Bolzplätze oder Aufenthaltsorte für Jugendliche.
Damit stärken wir die Lebensqualität in den Quartieren und investieren direkt in die Zukunft unserer Stadt.

Vielen Dank für das Gespräch!

Foto – Silas Gottwald ©2026 Volker Watschounek

Weitere Nachrichten aus dem Stadtteil Mitte lesen Sie hier.

Die Internetseite zu den Wahlen in Wiesbaden finden Sie unter www.wiesbaden.de.
Mehr von der Sozialdemokratische Partei Deutschland (SPD)

Diskutieren Sie mit

Diskutieren Sie mit

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert