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Rettungshundearbeit der Wiesbadener Rettungshundestaffel

Wiesbaden löst Rettungshundestaffel auf

Die Auflösung der Rettungshundestaffel Wiesbaden sorgt für Unruhe. Ehrenamtliche fühlen sich übergangen, die Stadt verweist auf strukturelle Defizite. Zwischen Petition, Kritik und Reformplänen stellt sich eine grundsätzliche Frage: Wie viel Sicherheit darf – oder will – sich eine Stadt leisten?

Volker Watschounek 2 Tagen vor 0

Wiesbadens Rettungshundestaffel ist Geschichte – vorerst. Die Debatte beginnt aber erst: über Ehrenamt, Sicherheit und Entscheidungen hinter verschlossenen Türen.

Wiesbaden verliert seine Rettungshundestaffel – und ringt um Antworten. Es ist eine dieser Nachrichten, die erst leise beginnt – und dann Wellen schlägt. Anfang des Jahres machte sie die Runde, es dauerte nicht lange, dann stand das Datum fest: Zum 30. April endet die Geschichte der Wiesbadener Rettungshundestaffel. Nach Jahrzehnten der Berufsfeuerwehr Wiesbaden unterstellt und mit ihr im Einsatz zieht die Feuerwehr einen Schlussstrich. Und lässt viele Fragen offen.

Die Mitglieder Rettungshundestaffel hat die Entscheidung kalt getroffen. Kein langer Vorlauf, kein gemeinsamer Beschluss. Stattdessen ein Schreiben, das Fakten schafft. Die Staffel wird aufgelöst, Ausrüstung zurückgegeben, Strukturen beendet.

Ehrenamt unter Druck

Wer mit Rettungshunden arbeitet, sucht nicht nach Applaus. Er sucht nach Menschen. Vermisste, Verirrte, Verschüttete. Ganz gleich ob in Katastrophengebieten, Innenstädten oder einfahc im freien Gelände. Die Hunde folgen dabei keiner Spur mit den Augen – sie lesen die Luft. Mehr als 200 Millionen Riechzellen helfen ihnen dabei, kleinste Geruchspartikel zu erkennen, Spuren, die für den Menschen längst verschwunden sind. Und das sogar Tage später noch.

Damit das unter Einsatzbedingungen gelingt, Rettungshunde konzentriert bei der Sache bleiben und den vielfältigen Ablenkungen trotzen, trainieren sie mit Hundeführern jahrelang – bei Wind und Wetter in den unterschiedlichsten Situationen. Sie investieren Zeit, Geld, Geduld. Zwei- bis dreimal pro Woche üben sie, oft mehrere Stunden. Im Feld, im Wald, in alten Fabriken, Bunkeranlagen oder Ruinen. Und wenn der Alarm kommt, gehen sie los – bei Nacht, im Wald, in Trümmern.

Dass eine solche Einheit plötzlich endet, trifft viele ins Mark.

Kritik, die nicht verstummt

Die Feuerwehr Wiesbaden begründet die Entscheidung mit strukturellen Defiziten. Es habe zuletzt an verlässlicher Führung gefehlt, an Dokumentation, an kontinuierlicher Ausbildung heißt es aus dem Dezernat. Auch sicherheitsrelevante Standards seien zuletzt nicht mehr dauerhaft gewährleistet gewesen. Hier widersprechen die Aktiven. Sie sprechen von falschen Darstellungen, von konstruierten Vorwürfen. Verweisen auf bestandene Prüfungen noch Ende 2025, auf regelmäßige Trainings, auf Engagement, das sich nicht einfach ausradieren lasse.

Vor allem aber kritisieren sie den Umgang mit den Mitgliedern der Staffel. Von Seiten der Feuerwehr have es keine Gespräche gegeben, keine transparente Kommunikation. Anstelle wurden auf Grundlage falscher Tatsachen Entscheidungen „von oben“ getroffen. Ein Mitglied der Staffel sagt: Unsere Rettungshundestaffel Ein wird abgewickelt, nicht weiterentwickelt. Es fühle sich an, als werde man mit den Füßen getreten.

Zwischen Petition und Perspektive

Nach den ersten Zeitungsartikeln Anfang des Jahres geht die Staffel weiter in die Öffentlichkeit und erklärt ihre Sicht. Sie sammelt Unterschriften. Eine Petition soll zeigen, dass es nicht nur um Hunde geht, sondern um Sicherheit – und um Wertschätzung. Denn die zentrale Frage schwebt über allem: Braucht Wiesbaden eine Rettungshundestaffel?

Die Antwort ist weniger einfach, als sie klingt. Ja, andere Einheiten im Land können unterstützen. Ja, Katastrophenschutz funktioniert überregional. Aber: Vergessen wird: Und Zeit spielt im Ernstfall eine wichtige Rolle. Ortskenntnis iast auch nicht zu vernachlässigen. Und Engagement sowieso. Und daran fehlt es den Teams in Wiesbaden keinesfalls.

Eine Stadt im Suchmodus

Auf Rettungshunde verzichten möchte man von Seiten der Stadt aber nicht. Aus dem Dezernat des Oberbürgermeisters heißt es, dass man eine Neuausrichtung prüfen werde. Bis zum Jahresende soll ein Konzept entstehen, das Ausbildung, Struktur und Einsatzfähigkeit neu denkt. Die Tradition – seit 1969 gewachsen – soll nicht einfach verschwinden. Wie es nach den uns vorliegenden Darstellungen aussieht, – übergangen werden. In die aktuellen Pläne fühlt sich die Rettungshundestaffel der Freiwilligen Feuerwehr Wiesbaden nicht einbezogen,. Geauso wie bei der Auflösung der aktuellen Staffel.

Fakt ist, zum 1. Mai wird die Staffel offiziell aufgelöst. So bleibt bis Jahresende eine Lücke. Und ein Gefühl, dass hier mehr verloren geht als nur eine Einheit. Denn Rettungshunde finden nicht nur Menschen. Sie zeigen auch, wie viel eine Gesellschaft bereit ist zu investieren – in Sicherheit, in Ehrenamt, in Vertrauen.

Und genau das wird jetzt verhandelt.

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Foto – Rettungshunde bei der Arbeit ©2026 Privat

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