Am Schiersteiner Hafen verschieben sich die Strukturen. Aus einer einst deutlich gewerblich geprägten Nutzung wird am eine mehr freizeitorientierte Nutzung mit Wohnraum am Osthafen.

Mit der Änderung der Bauleitplanung ist am Schiersteiner Hafen der Weg für einen vielschichtigen und phasenweisen schwierigen Umwandlungsprozess von industrieller und militärischer Vornutzung hin zu einer neuen Nutzung in Form von Wohn- und Bürofläche geebnet.

„Der Planbereich „Osthafen – westlich des Hafenwegs“ besitzt eine herausgehobene Lagegunst und Bedeutung als Bindeglied zwischen den gewerblichen Nutzungen im Norden an der Rheingaustraße, dem Schiersteiner Ortskern, der Wohnnutzung im Nordwesten und Westen sowie den Freizeitnutzungen.“ – www.wiesbaden.de

Beginnend mit der Konversion der Kaserne der Flusspioniere im Jahr 2000 haben sich für den Schiersteiner Osthafen neue Chancen entwickelt. Die Aufgabe des Raiffeisensilos am Nordufer und dessen Abbruch, begleitet von der Nutzungsaufgabe der früher sogenannten Knochenmühle, öffnete das Areal für neue, weniger abriegelnde oder störende Nutzungen. Die Ansiedlung der Schufa in einem repräsentativen Bürogebäude machte im Jahr 2004 den Auftakt für eine Neuentwicklung am Schiersteiner Hafen.

Hafenpromenade

Damit waren die Industriegleise auf der Hafenpromenade überflüssig und ein Rundweg am Hafen in Sicht, der den bis dahin bestehenden Trampelpfad hinter der ehemaligen Kaserne und dem Raiffeisensilo ersetzen sollte. Der damals noch geplante Umzug des Wasser- und Schifffahrtsamtes von der Bismarcksaue an die Nordseite des Hafens bedrohte diesen Traum von der Hafenpromenade. Mit dem Engagement des Stadtplanungsamtes und der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) wurde dort ein für Schierstein besserer Weg eingeschlagen.

„Der Schiersteiner Ortsbeirat lehnt die Pläne für die Bebauung am Osthafen in ihrer jetzigen Form ab. Zu hoch, zu eng, zu dicht. Er berät nur, entscheiden muss das Stadtparlament.“ – Wiesbadener Kurier, 21.08.2020

Der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zur Rahmenplanung für den Schiersteiner Osthafen aus dem Jahr 2006 bildet die Grundlage, auf der bereits viele Veränderungen erreicht worden sind, welche gern in der aktuellen Diskussion, die auch den Ortsbeirat erreichte, vergessen werden: Dazu gehören (1) eine attraktive und durchgängige Promenade, ohne gewerbliche oder industrielle Erschließungsfunktion und Gleisanlagen, (2) eine Steigerung der Naherholungs- und Naturflächen durch die Betriebsaufgabe des Betonwerks am Rheinufer, (3) Verbleib und Neubau des Wasser- und Schifffahrtsamtes auf der Bismarcksaue, (4) Verlagerung und Neubau des Angelsportvereins Wiesbaden Schierstein e.V. auf der Bismarcksaue, (5) die Verlagerung und Erneuerung des alten umfunktionierten Baukrans, der als Bootskran diente, an der Promenade, an der jetzt die neue Sommergastronomie geöffnet hat;  und letztlich fast unsichtbar, (6) die mit der Firma Fischer ausgehandelte Reduzierung des Schadensrisikos durch einen Chemikalienunfall.

„Diese sichtbaren und unsichtbaren Verbesserungen begleiten die vorliegende Bauleitplanung seit vielen Jahren.“ – Hans-Martin Kessler, Stadtentwicklungsdezernent

Als künftige Ziele verbleiben noch die Veränderungspotenziale nach Fertigstellung der Schiersteiner Brücke. Dort könne unter der Brücke mit der Herstellung einer Parkebene der Parkdruck am Hafen reduziert werden. Auch der Platz, der an der Schnittstelle von Hafenweg und Uferpromenade im Bereich der Bootsrampe entstehe, wird als markanter Ort am östlichen Anfang der Hafenpromenade ein neues Gesicht erhalten, so Wiesbadens Stadtentwicklungsdezernent weiter.

Innerhalb des Planungsbereichs wurden nach den gescheiterten Diskussionen um eine Büroansiedlung für die Deutsche Anlagen Leasing (DAL) in 2009 die Planungsziele nochmals geändert und mit zahlreichen Anregungen aus diesem Vorlauf und aus dem Ortsbeirat heraus ergänzt. Dazu gehört die Durchwegung der neuen Bauflächen, die die heutige Barriere zwischen dem Hans-Römer-Platz und dem östlichen Zugang deutlich verkürzen wird. Ebenso wird, anders als bei der Hafenstadt, erreicht, dass an die Promenade Freiflächen anschließen, die sich nicht durch eine hohe Mauer abschotten und die Wegeverbindungen aufnehmen. Auch den Wunsch, in diesem B-Plan-Areal gastronomische Nutzungen ansiedeln zu können, hat der Bebauungsplan aufgenommen. Ein Angebot am Wasser ist bereits vorhanden.

„Mit ihrer differenzierten Höhenstaffelung und den zum Hafen vorgelagerten Freiräumen entsteht eine lebendige Silhouette am Hafen.“ – Hans-Martin Kessler, Stadtentwicklungsdezernent

Der Bebauungsplan Osthafen, westlich des Hafenwegs sichert und fördert das bestehende Gewerbe. Gleichzeitig setzt dieser genauere und zahlreichere Maßnahmen einer Durchgrünung der gewachsenen Gewerbeflächen fest. Nicht zuletzt trägt die Sicherung eines attraktiven Gewerbestandorts zusammen mit den neu entstehenden Büroflächen zur Verbesserung der Arbeitsplatzsituation der wachsenden Stadt Wiesbaden bei. Eine wohnbauliche Nutzung ist an dieser Stelle aufgrund der benachbarten A. + E. Fischer-Chemie-Firma nicht zulässig.

„Ich halte den für den Planungsausschuss angekündigten Kompromissantrag der Kooperation für einen weitgehend gelungenen Kompromiss, als Reaktion auf die Bedenken des Ortsbeirates.“ – Hans-Martin Kessler, Stadtentwicklungsdezernent

Nach dem Beschluss im Magistrat folgt jetzt die Beratung in den Ausschüssen und der Stadtverordnetenversammlung. Auf die Höhensituation angesprochen, verweist Kessler auf einen Antrag der Kooperation von SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen für den  Ausschuss für Planung, Bau und Verkehr: Städtebaulich werde der seit Jahrzehnten gewerblich geprägte Stadtraum durch eine hochwertige Büronutzung ergänzt, die die eher industrielle Vornutzung ablöse.

Wichtig ist, dass die Entwicklung dieses Bereiches nach jahrelangen Abstimmungen endlich zu einem guten Ende geführt wird.“ – Hans-Martin Kessler, Stadtentwicklungsdezernent

So soll beispielsweise kein Hochhaus auf den im Eigentum der SEG befindlichen Grundstücken entstehen. Auch soll vertraglich ausgeschlossen werden, dass dies nach einem möglichen Verkauf Dritten möglich wäre. Sichergestellt werden soll auch die Durchwegung mit einem Korridor (Querschnitt) von mindestens fünf Metern. Außerdem sollen der Platz an der Bootsrampe (Hafenweg) unter Einbeziehung des Ortsbeirats sowie Schiersteiner Bürgerinnen und Bürger aufgewertet und ein Konzept zum „Parken unter der Schiersteiner Brücke“ entwickelt werden, um den Parkdruck zu mindern.

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Die offizielle Internetseite der Grünen in Schierstein finden Sie unter www.gruene-schierstein.de.

 

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