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Der Zollspeicher, Ansicht vom Süden her.

Wiesbaden verkauft Zollspeicher an Instrumentenbauer Heckel

Der Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden hat am Dienstag, 27. Januar, den Verkauf des Zollspeichers im Stadtteil Biebrich an das Biebricher Traditionsunternehmen Wilhelm Heckel GmbH beschlossen. Mit dem Verkauf endet eine mehr als zehn Jahre lang andauernde Hängepartie rund um das markante Zollensemble.

Grafik: Kathleen Rother Redaktion 12 Stunden vor 0

Der Zollspeicher wird verkauft. Wiesbaden beendet den Stillstand und bringt Handwerk, Denkmalpflege und Rhein-Main-Ufer-Konzept zusammen.

Der Zollspeicher in Biebrich verlässt den Wartesaal der Stadtgeschichte. Mit dem Beschluss des Magistrats vom Dienstag, 27. Januar, verkauft die Landeshauptstadt Wiesbaden das markante Gebäude am Rheinufer an die Wilhelm Heckel GmbH. Damit endet eine über zehn Jahre währende Phase der Ungewissheit – und ein Ort, der lange nur Kulisse war, erhält wieder eine Aufgabe.

Ein Gebäude bekommt wieder Hände

Der Zollspeicher zählt zu den prägenden Bauwerken am Biebricher Rheinufer. Jahrelang stand er leer, sichtbar, aber stumm. Künftig soll dort gearbeitet werden. Das traditionsreiche Familienunternehmen Heckel plant, seinen Firmensitz und die Produktion hochwertiger Holzblasinstrumente in das historische Gebäude zu verlegen. Wo einst Waren lagerten, entstehen künftig Klänge – präzise gefertigt, international gefragt, fest verwurzelt in Biebrich.

Der Bedarf an Raum ist dabei kein neuer. „Wir platzen aus allen Nähten“, sagt Lucchetta. Seit rund 30 Jahren verfolge das Unternehmen nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung den Wunsch, in den Zollspeicher umzuziehen. Immer wieder habe es Überlegungen gegeben, immer wieder habe sich das Zeitfenster geschlossen. Nun kommt das traditionsreiche Gebäude erstmals wirklich zum Zug – und mit ihm ein Unternehmen, das längst an die Grenzen seines bisherigen Standorts gestoßen ist.

Und mehr noch: Wenn Kunden des Biebricher Unternehmens künftig ihre Instrumente ausprobieren, könnten sie das in einigen Jahren möglicherweise mit einem weiten Blick über den Rhein verbinden. Handwerk und Aussicht – beides verlangt Aufmerksamkeit, beides lebt vom richtigen Ton.

Stadtentwicklung ohne großen Pinsel

Für Wiesbaden ist der Verkauf mehr als ein Immobiliengeschäft. Baudezernent Andreas Kowol spricht von einer Perspektive, die Denkmalschutz, Unternehmergeist und Stadtentwicklung zusammenführt. Das Rhein-Main-Ufer-Konzept bildet dabei den Rahmen: keine spektakulären Eingriffe, sondern eine behutsame Einbindung in den Stadtraum. Der Zollspeicher soll kein Solitär bleiben, sondern Teil eines lebendigen Rheinufers werden – offen, nutzbar, anschlussfähig.

Klare Trennung, klare Aufgaben

Nicht Teil des Verkaufs ist das benachbarte, denkmalgeschützte Zollamt. Es verbleibt im Eigentum der Stadt. Für dieses Gebäude will Wiesbaden zeitnah ein eigenständiges Nutzungskonzept entwickeln, das öffentlich wirkt und das Ensemble ergänzt. Die Erlöse aus dem Verkauf des Zollspeichers fließen direkt in diese Weiterentwicklung – ein städtebaulicher Kreislauf mit klarer Richtung.

Ein Gewinn für Ort und Stadt

Die Verantwortlichen erkennen in der Veräußerung eine nachhaltige Lösung: für eine lange ungenutzte Immobilie ebenso wie für den Produktionsstandort eines Unternehmens, das seit mehr als 180 Jahren in Biebrich tätig ist. Der Zollspeicher bleibt erhalten, der Standort gewinnt Funktion, das Rheinufer Profil. Manchmal braucht Stadtentwicklung keine großen Worte – sondern Räume, die lange versperrt waren und nun endlich geöffnet werden.

Foto – Zollspeicher ©2026 LH Wiesbaden

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