Zu keiner Zeit war es ein Arbeiterviertel und auch heute wohnen im Rheingauviertel hauptsächlich Studenten und junge Familien mit gehobenem Bildungsgrad und mittlerem Einkommen.

Im Kerngebiet des Viertels befinden sich die Eltviller Straße, die Erbacher Straße, die Hallgarter Straße, die Johannisberger Straße – die Marcobrunnerstraße, die Niederwaldstraße, die Rüdesheimer Straße, die Wallufer Straße und der Wallufer Platz. Sie seien genannt, um dem historischen Eck Grenzen aufzuzeigen. Besser als wir und angereichert mit Anekdoten kann das der Historiker Rainer Niebergall.

Stadtführung, kurz gefasst

Stadtführung – Von üppigen Fassaden und schlimmen Wohnungsnöten
Wann: Mittwoch, 7. August 2019, 18:00 Uhr (etwa 1 1/2 Stunden)
Wo: Haupteingang der Ringkirche
Treffpunkt: Eingang zur Villa Clementine,  Frankfurter Straße 1 (Anfahrt planen!)
Teilnahme: 8,00 Euro

Die Karten für die Stadtführung sind vor Ort zu haben; Reservierungen werden unter der Telefonnummer 0611 / 507427 gerne entgegen genommen.

1885 erreichte die Bebauung der Rheinstraße die Linie der 1871 genehmigten Ausweitung, aber nicht die ausgeführten Ringstraße. Die Phase der Stagnation war überwunden. Wiesbaden zählte damals 55.000 Einwohner und wuchs – mit Macht. An der neu angelegten Ringstraße entstand nach den Plänen von Johannes Otzen die Ringkirche. Nicht lange stand sie isoliert auf der Außenseite des Kaiser-Friedrich-Rings. Im Bereich An der Ringkirche entstanden Mitte der 1890er Jahre erste Mietshäuser. Es folgten die Planungen für ein ganz neues Stadtviertel für eine gehobene Mieterschaft nach den Prinzipien des malerischen Städtebaus.

Wohnungsbau und Wohnungnot

Renommierte Wiesbadener Architekten arbeiteten im Rheingauviertel und versuchten den Spagat zwischen historistischer Bauweise und den neuen Ausdrucksformen des Jugendstils – mit bemerkenswerten Ergebnissen. Irgendwie kling die Szenerie bekannt, nur dass die Krise gut 100 Jahre zurückliegt. Es war 1908, als die damalige Krise das Wiesbadener Baugeschehen abwürgte. Ganze Baublöcke lagen seinerzeit noch brach. Knapp 20 Jahre später kam es zur Fortsetzung, nun getrieben von einem eklatanten Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Der kommunale Wohnungsbau der Stadt fand überzeugende Lösungen, sowohl in Zeiten üppiger Einnahmen als auch in den letzten Jahren der Weimarer Republik, als diese Einnahmen aus der Hauszinssteuer entfielen…

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Angebote zu Stadtführungen und Rundfahrten in Wiesbaden finden Sie im Internet unter www.wiesbaden.de

 

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