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Marianna und Fabio starten durch, im LX Café.

LX Café im Rheingauviertel: Hier wird der Morgen langsamer

Das LX Café startet leise und wirkt sofort. Portugiesische Frühstückskultur, guter Kaffee und mediterrane Ruhe treffen jetzt im Rheingauviertel auf Nachbarn, Gespräche und Neugier. Es ist ein Soft Opening, das weniger eröffnet als verbindet und Lust auf mehr macht.

Volker Watschounek 3 Stunden vor 0

Im LX Café trifft portugiesische Leichtigkeit auf Wiesbadener Alltag. Ein Ort für Kaffee, Gespräche und entschleunigte Morgen im Rheingauviertel.

Donnerstagmorgen im Rheingauviertel. Eigentlich eine Uhrzeit für Routinen: schneller Kaffee, kurzer Gruß, weiter. Das Viertel funktioniert aber anders. Im LX Café stockt der Rhythmus. 11 Uhr, alle Plätze sind besetzt. Wer hereinkommt, bleibt erst einmal stehen, schaut, lächelt, lässt zusammenrücken – erspäht einen letzten freien Platz. Fabio, der das Cafe zusammen mit seiner Frau Marianna betreibt, nennt das Soft Opening. In Wirklichkeit wirkt es wie ein Ankommen.

Neueröffnung

LX Café im Rheingauviertel, Herderstraße 18, 65185 Wiesbaden

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag, 09:30 Uhr bis 17:30
Wochenende 10:00 bis 17:30 Uhr

Blick in die Karte:
Pasta de Nata 2,80 €; Tosta Lisbo 8,50 €, Tosta Alentjo 9,50, Nazaré Bowl, Ericeira Bowl, Costa da Caparica Acaibowl je 9,50 Euro

Croissants gibt es noch nicht. Die Abläufe werden noch einstudiert. Dafür gibt es etwas, das man nicht planen kann: Stimmung. Stimmengewirr liegt in der Luft, Lehrer sitzen neben Studierenden, Nachbarn neben Neugierigen. Gespräche fließen, niemand drängt. Das Café wird seit dem 13. Januar nicht eröffnet – es wird benutzt.

Vom Winzerstübchen zur mediterranen Pause

Wo früher das Winzerstübchen stand, ist heute alles klarer, heller, reduzierter. Sechzehn Plätze unten, acht kleine runde Bistrotische im Hauptraum. Dazu ein Separé im hinteren Bereich für Mütter und Kinder – und ein Veranstaltungsraum für … Große Fenster lassen den Morgen herein, der originale Stuck aus der Jahrhundertwende wird damit besinders in Szene gesetzt. An der Wand Spiegel, die den Raum strecken. Blau dominiert – nicht kühl, sondern ruhig. Kleine Vasen, Kakteen, Kerzen auf einem Sideboard erinnern.

Das LX Café hält sich zurück. Kein lautes Konzept, keine Erklärungstafeln. Es fühlt sich mediterran an, so wie man es aus dem Urlaub kennt: unaufgeregt, offen, ein wenig wie Zuhause, nur mit besserem Licht. Vergessen sind die rustikalen Räume vom Winzerstübchen, die dunklen Räume, die niedrige Decke im Entré.

Kaffee, der erzählt

Der Kaffee kommt aus Hochlagen Kolumbiens. Eine Arabica-Bohne der Varietät Caturra, geröstet auf Balance und Klarheit. Auf der Zunge macht sich der Geschmack von Schokolade, brauner Zucker, eine feine Fruchtigkeit breit. Der Espresso überzeugt. Über die Größe des Cappuccinos lässt sich diskutieren – sachlich, mit einem Lächeln. Auch das gehört dazu: Dieses Café lädt zum Reden ein, nicht zum Bewerten.

Frühstück mit Atlantikblick

Die Küche denkt vom Morgen her. Surf Bowls tragen Atlantik-Vibes portugiesischer Küsten nach Wiesbaden. Die Nazaré Bowl setzt auf Baked Oats, Banane und Erdnussbutter, geschichtet mit Chia-Pudding. Die Ericeira Bowl bringt cremiges Açaí, Granola, Datteln und frisches Obst. Costa da Caparica verbindet Açaí mit Mango und Kokos. Alles bleibt leicht, nahrhaft, ohne Effekthascherei.

Die Toasta greifen portugiesische Klassiker auf und übersetzen sie behutsam. Lisbo bleibt schlicht, Alentejo würzig, Algarve elegant. Tradition trifft Gegenwart, ohne laut zu werden. Doch das LX Café denkt nicht in Gängen. Es denkt in Momenten

Waffeln, die nicht laut sein wollen

Waffeln haben hier nichts Jahrmarktiges. Sie stapeln sich nicht, sie glänzen nicht, sie drängen sich nicht in den Vordergrund. Die Waffel Lisbo wird pur serviert, nur mit Puderzucker. Die Waffel Madeira setzt auf Schokolade und Banane, ohne ins Üppige zu kippen. Die Waffel Brazil spannt den Bogen weiter – Banane, Mangopüree, Açaí –, ein Hauch Tropen, der dennoch in den Morgen passt. Diese Waffeln begleiten Gespräche. Sie verlängern Pausen. Sie passen zu Kaffee, nicht zur Inszenierung.

Suppen als Einladung zum Bleiben

Dass Suppen folgen, wirkt wie ein stilles Versprechen. Leicht, warm, unaufgeregt. Die portugiesische Gemüsesuppe denkt klassisch. Die Tomatensuppe sucht Tiefe statt Schärfe. Caldo Verde – Grünkohl, Kartoffel, Olivenöl – zeigt, wie wenig es braucht, um satt zu sein, ohne zu beschweren. Suppen werden hier nicht als Vorspeise gedacht, sondern als Tagesanker.

Ein Ort mit Perspektive

Fabio und Marianna, beide Wiesbadener, sie mit armenischen, er mit portugiesischen Wurzeln, geben dem LX Café und ihrem Team Zeit. Erst einspielen, dann erweitern. Ein Familienraum entsteht, ein Veranstaltungsbereich wartet. Weine aus Portugal wirken aktuell wie Schmuckstücke. Sobald die Formalitäten geregelt sind, wird ausgeschenkt. Im Frühjahr sollen Weine aus dem Rheingau und der Pfalz ergänzen das Sortiment aufstocken. Geöffnet ist das Cafe von morgens 9:30 bis 17:30 Uhr, – und keine Frage im Sommer steht die Türe länger offen, Winzerabende auf der Terrasse sind geplant – sobald die Ausschankgenehmigung da ist.

Bis dahin bleibt das LX Café vor allem eines: ein Ort, an dem ein Viertel kurz stehen bleibt.

Foto – Marianna und Fabio eröffnen im Rheingauviertel das LX Café. ©2026 Volker Watschounek

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Das LX Café auf Instagram.

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