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Die Klimabilanz zeigt: Wiesbaden senkt Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen – besonders durch Einsparungen in Wirtschaft und Ausbau erneuerbarer Energien.

Weniger CO₂, mehr Solar: Wiesbaden legt neue Klimabilanz vor

Der Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen in Wiesbaden sinken deutlich. Eine neue Klimabilanz zeigt: Seit 2019 reduziert die Stadt ihre Emissionen um 19 Prozent. Besonders die Wirtschaft spart Energie, während Verkehr und Wärmeversorgung weiterhin große Herausforderungen für den Klimaschutz bleiben.

Grafik: Kathleen Rother Redaktion 2 Monaten vor 0

Wiesbaden senkt seine Treibhausgasemissionen und den Energieverbrauch. Herausfordernd bleibt der Umbau der Wärmeversorgung und des Verkehrs.

Der Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen in Wiesbaden gehen zurück. Das zeigt die aktuelle Energie- und Treibhausgasbilanz des städtischen Umweltamtes für die Jahre 2021 bis 2023. Verglichen mit dem Vor-Corona-Jahr 2019 sinken die Emissionen deutlich.
2023 verursacht Wiesbaden rund 2,25 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Das entspricht einem Rückgang von 19 Prozent gegenüber 2019. Im Vergleich zu 2022 sinken die Emissionen nochmals um 9,4 Prozent. Seit dem Referenzjahr 1990 reduziert die Landeshauptstadt ihre Emissionen damit um 33 Prozent, pro Kopf sogar um 39 Prozent.

Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Christiane Hinninger sieht darin ein Signal: Die Maßnahmen von Stadt, Unternehmen und Bürgerschaft zeigen Wirkung. Gleichzeitig mahnt sie, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen.

Wirtschaft spart besonders viel Energie

Die Analyse zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Sektoren. Besonders stark reduziert die Wirtschaft ihre Emissionen. Gegenüber 2019 sinken sie um 29 Prozent. Ein Grund liegt in der Energiekrise der Jahre 2022 und 2023. Die stark gestiegenen Erdgaspreise führen dazu, dass Betriebe Energie einsparen oder ihre Produktion drosseln. Gleichzeitig investieren viele Unternehmen in effizientere Technik.

Im privaten Bereich bleibt jedoch ein strukturelles Problem bestehen: Rund zwei Drittel der Wärmeerzeugung in Haushalten und Unternehmen basieren weiterhin auf Erdgas. Eine klimaneutrale Wärmeversorgung bleibt deshalb eine der zentralen Aufgaben der kommenden Jahre.

Wärmeplanung und Solarenergie im Fokus

Seit 2021 arbeitet Wiesbaden an einem kommunalen Wärmeplan, der bis zur Jahresmitte veröffentlicht werden soll. Er legt fest, wo Fernwärme ausgebaut werden kann und welche technischen Lösungen künftig eine klimaneutrale Versorgung ermöglichen.

Parallel wächst der Anteil erneuerbarer Energien. 2023 installiert Wiesbaden mehr als 13 Megawatt neue Solarleistung. Förderprogramme der Stadt unterstützen den Ausbau zusätzlich.

Verkehr bleibt Herausforderung

Während Energieverbrauch und Emissionen in anderen Bereichen deutlich sinken, entwickelt sich der Verkehrssektor langsamer. Seit 2019 gehen die Emissionen dort nur um vier Prozent zurück.

Elektroautos gewinnen zwar an Bedeutung, doch ihr Anteil reicht bislang nicht aus, um fossile Kraftstoffe spürbar zu verdrängen. Die Stadt setzt deshalb auf mehrere Maßnahmen: den Ausbau von Radwegen, zusätzliche Carsharing-Angebote, neue Ladepunkte sowie die Elektrifizierung der Busflotte von ESWE Verkehr. Auch Projekte wie das E-Mobility-Hub am Elsässer Platz sollen die Mobilitätswende beschleunigen.

Klimaschutz als langfristige Aufgabe

Die aktuelle Bilanz zeigt Fortschritte – aber auch offene Baustellen. Wiesbaden reduziert seinen Energieverbrauch und senkt die Treibhausgasemissionen deutlich. Gleichzeitig bleibt der Umbau der Wärmeversorgung und des Verkehrs eine zentrale Herausforderung für die kommenden Jahre.

Symbolfoto ©2026 KI-generiert

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