Beim Girls’Day öffnete die Stadtpolizei ihre Türen und gewährte jungen Teilnehmerinnen seltene Einblicke in einen oft unterschätzten Arbeitsalltag.
Die Stadtpolizei Wiesbaden öffnet ihre Türen nicht jeden Tag. Beim Girls’Day aber wich die Routine einem Programm, das Neugier weckte und Fragen provozierte. Sechs Mädchen betraten die Innenstadtwache – und tauchten ein in eine Welt, die oft nur aus der Distanz wahrgenommen wird.
Schon beim Rundgang durch die Leitstelle zeigte sich: Hier läuft nichts nebenbei. Gespräche bündelten sich, Entscheidungen fielen schnell, jede Information zählte. Die sechs Mädchen hörten zu, beobachteten und begannen zu begreifen, wie viel Koordination hinter einem scheinbar einfachen Einsatz steckt.
Lernen, wie man Raum schafft
Doch der Tag blieb nicht theoretisch. Die Stadtpolizei setzte bewusst auf Praxis. In einem kleinen Einsatztraining lernten die Mädchen, wie sie sich in engen Situationen behaupten. Sie probierten aus, wie man Abstand schafft, wie Körpersprache wirkt und wann man reagieren muss.
Es waren Übungen, die nicht spektakulär wirken, aber lange nachhallen. Denn sie vermitteln etwas, das über den Polizeialltag hinausgeht: Selbstbewusstsein. Wer einmal gespürt hat, wie man sich behauptet, geht anders durch den Alltag.
Unterwegs im Streifendienst
Nach den ersten Eindrücken ging es hinaus. Im Polizeifahrzeug fuhren sie durch die Stadt, stoppten an markanten Orten, hörten Erklärungen, stellten Fragen. Die Perspektive veränderte sich: Was vorher abstrakt klang, wurde konkret.
Plötzlich zeigte sich, wie vielfältig die Aufgaben sind. Mal geht es um Präsenz, mal um Gespräche, mal um schnelles Eingreifen. Die Stadtpolizei arbeitet nicht nur mit Regeln, sondern auch mit Gespür für Situationen.
Interesse, das bleibt
Peter Erkel, Leiter der Stadtpolizei Wiesbaden, beobachtete den Tag mit sichtbarer Zufriedenheit. „Ansprechbar für Fragen und Anliegen zu sein ist das A und O einer bürgernahen Stadtpolizei“, sagte er. Dass sich schon junge Menschen für diese Arbeit interessieren, wertete er als gutes Zeichen.
Und tatsächlich: Die Fragen waren präzise, neugierig und oft überraschend. Es ging nicht nur um Uniformen oder Einsätze, sondern auch um Verantwortung, Alltag und Entscheidungen.
Mehr als ein Projekttag
Am Ende bleibt mehr als ein gelungener Programmpunkt. Der Girls’Day zeigte, wie wichtig Einblicke sind, die sonst verborgen bleiben. Er baut Distanz ab, schafft Verständnis – und vielleicht auch Perspektiven.
Die Stadtpolizei zog ein positives Fazit. Der Austausch funktioniert, das Interesse wächst, die Veranstaltung erfüllt ihren Zweck. Oder, wie Erkel es formulierte: Die vielen klugen Fragen zeigen, dass das Angebot genau dort ankommt, wo es soll.
Symbolfoto ©2026 Girl’s Day bei der Stadtpolizei
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