Die Namen Ralph Schüler und Bernhard Lorenz bestimmen seit Wochen die Gazetten in und um Wiesbaden. Es geht um fragwürdige Geschäftsbeziehungen und sogenannte „Geschäfte auf Gegenseitigkeit“.

Der Wiesbadener Magistrat hat am Dienstag nach einer ausführlichen Würdigung der internen Sachverhaltsermittlung beschlossen, Ralph Schüler als Geschäftsführer der WVV Wiesbaden Holding, der GWI Gewerbeimmobilien und der Wiesbadener Jugendwerkstatt freizustellen. Diese Regelung gilt nach dem Magistratsbeschluss ab sofort, bis die Aufsichtsräte der jeweiligen Unternehmen die gegen ihn erhobenen Vorwürfe geklärt haben. Die konkreten Vorwürfe wurden dabei nicht genannt. Die Freistellung geschieht laut einer Pressemitteilung der Stadt, um „weiteren Schaden für alle Beteiligten zu vermeiden“.

Neun Tatbestände

Der Wiesbadener Kurier zählt in seiner Mittwochs-Ausgabe eine Reihe von Vorwürfen auf. Neun an der Zahl sollen es laut eines vorliegenden Schreibens mindestens sein. Im Kern gehe es um die bereits bekannt gewordenen möglichen und tatsächlichen Interessenkonflikte sowie weiter um Verstöße gegen das Wettbewerbsverbot. Dazu komme eine nicht genehmigte gewerbliche Nebentätigkeit, so die Wiesbadener Tageszeitung.

WVV, GWI und WJW

Nun ist es Aufgabe der Aufsichtsräte von WVV, GWI und WJW über mögliche weitergehende Konsequenzen zu beraten, da diese Gremien laut dem Beteiligungskodex der Landeshauptstadt Wiesbaden sowie den jeweiligen Gesellschaftsverträgen für Geschäftsführerangelegenheiten zuständig sind. Die Freistellung gilt daher so lange, bis die Aufsichtsräte eine finale Entscheidung getroffen haben. Die nächste turnusmäßige Aufsichtsratssitzung der WVV findet am 12. Dezember 2018 statt; für die Aufsichtsräte der GWI und der WJW sollen zeitnah Sondersitzungen anberaumt werden.

Über die WVV Wiesbaden Holding

Die WVV bündelt die wirtschaftlich selbstständigen Versorgungs-, Verkehrs- und Wohnungsbauunternehmen der Stadt. Bei Letzteren handelt es sich um die Gesellschaften GWW und GeWeGe. Zur GWI gehören unter anderem das Unternehmen WiBau sowie mehrheitlich die SEG Stadtentwicklungsgesellschaft Wiesbaden.

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