Die Zahl der Gartenschläfer ist in den vergangenen Jahren erheblich zurückgegangen. In Wiesbaden scheinen sie ideale Voraussetzungen zum Leben zu haben. Forscher untersuchen, woran das liegt.

Gartenschläfer sind Säugetiere aus der Familie der Bilche. Sie stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten und gelten als stark gefährdet. Ferner zählen sie zu den im Bestand am stärksten zurückgegangen Nagetieren Europas. Besonders gute Lebensbedingungen finden sie offensichtlich im Stadtgebiet von Wiesbaden. Dieser Schluss lässt sich aus den relativ konstanten Beständen ableiten, die durchaus hohe Ansprüche an ihren Lebensraum stellen. Welche das genau sind, untersuchen jetzt Forschende der Justus-Liebig-Universität Gießen, die bereits einige Tiere im Stadtgebiet mit Sendern versehen haben. Mithilfe der Ortungsgeräte können sie die Bilche verfolgen und beobachten.

Forschungsarbeiten

Während der Aktivitäts- und Schlafphasen der Gartenschläfer gewinnen die Forscher Erkenntnisse über die Lebensraumbedürfnisse der kleinen Allesfresser. Weil sie nachtaktive Tiere sind, findet ein Großteil der Sucharbeit in den späten Abendstunden statt. Dabei befindet sich das Untersuchungsgebiet in dem Areal zwischen dem Hauptbahnhof, Theodor-Heuss-Ring, Gleisanlage und der Biebricher Allee.

Über den Gartenschläfer

Ursprünglich war der Gartenschläfer in 26 Ländern Europas verbreitet. Heute gibt es nur noch in fünf EU-Ländern stabile Bestände. Ein großer Teil des weltweiten Bestandes der Gartenschläfer kommt in Deutschland vor. Deshalb haben wird eine besondere Verantwortung für den Schutz der Schlafmaus. Im Fachjargon des Naturschutzes wird deshalb auch von Verantwortungsarten gesprochen. Aus vielen Regionen werden allerdings Bestandsrückgänge und Untergänge ganzer Populationen gemeldet. Die Ursachen dafür sind noch unklar. Auch gibt es nur wenig gesicherte Informationen über die Tierart selbst.

Merkmale der Gartenschläfer

Gartenschläfer sind mittelgroße Bilche. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt 100–170 mm, die Schwanzlänge 80–150 mm, die Länge der Hinterfüße 22–32 mm und die Ohrlänge 20–26 mm. Die Tiere wiegen 45–140 g, vor dem Winterschlaf bis zu 210 g. Die Fellfarbe auf der Oberseite reicht von rotbraun bis grau mit einem rotbraunen Anflug, Flanken und Unterseite sind weiß. Eine auffallende schwarze Kopfzeichnung reicht von den hintersten Schnurrhaaren über die Augenumgebung bis hinter und unter die Ohren. Vor den Ohren befindet sich ein weißer Fleck und häufig zeigt sich auf den Schultern eine dunkle Pigmentierung.

Lebensraum

Gartenschläfer sind fast ausschließlich nachtaktiv. Kurz vor Mitternacht, wenn es sehr dunkel und noch wärmer ist, sind sie am aktivsten. Tagsüber verbringen sie ihre Zeit in kugelförmigen Nestern, die gerne in Baumhöhlen und in Nistkästen, aber auch frei in Gebüsch gebaut werden. Auch auf Dachböden und in Gartenhäusern kann der Gartenschläfer vorkommen. Gartenschläfer sind Allesfresser, nehmen aber zumindest zeitweise überwiegend tierische Kost zu sich. Die Nahrung besteht aus Insekten, Würmern, Schnecken, kleinen Wirbeltieren und Eiern sowie aus Früchten, Samen und Knospen.

Mitzählen

Das Wiesbadener Umweltamt bittet jeden zu melden, wenn er/sei Gartenschläfern oder auch Siebenschläfern gesehen haben. Das ist über die Seite www.gartenschlaefer.de möglich. Die Seite bietet auch ausführliche Beschreibungen zur Bestimmung der Tiere sowie Informationen und Mitwirkungsmöglichkeiten zum Schutz der Gartenschläfer.

Foto oben ©2021  Wikipedia / Arno Laurent – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

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Die offizielle Internetseite des Umweltladens finden Sie unter www.wiesbaden-lebt.de.

 

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